Der Prophet Hesekiel (Ezechiel).


Vision Hesekiels: Die Herrlichkeit des HERRN.

Kap. 10.

Kapitel 1

1,1 Und es geschah im dreißigsten Jahr, im vierten [Monat], am Fünften des Monats; als ich mitten unter den Weggeführten am Fluß Kebar war, da öffneten sich die Himmel, und ich sah Gesichte Gottes. 1,2 Am Fünften des Monats - das ist das fünfte Jahr [nach] der Wegführung des Königs Jojahin - 1,3 geschah das Wort des HERRN ausdrücklich zu Hesekiel, dem Sohn des Busi, dem Priester, im Land der Chaldäer am Fluß Kebar; dort kam die Hand des HERRN über ihn.

1,4 Und ich sah: Und siehe, ein Sturmwind kam von Norden her, eine große Wolke und ein Feuer, das hin- und herzuckte, und Glanz war rings um sie her. Und aus seiner Mitte, aus der Mitte des Feuers, [strahlte es] wie der Anblick von glänzendem Metall. 1,5 Und aus seiner Mitte hervor [erschien] die Gestalt von vier lebenden Wesen; und dies war ihr Aussehen: die Gestalt eines Menschen hatten sie. 1,6 Und vier Gesichter hatte jedes, und vier Flügel hatte jedes von ihnen. 1,7 Und ihre Beine waren gerade Beine und ihre Fußsohlen wie die Fußsohle eines Kalbes; und sie funkelten wie der Anblick von blanker Bronze. 1,8 Und Menschenhände waren unter ihren Flügeln an ihren vier Seiten; und die vier hatten ihre Gesichter und ihre Flügel. 1,9 Ihre Flügel berührten sich, einer mit dem anderen; sie wandten sich nicht um, wenn sie gingen: sie gingen, ein jedes gerade vor sich hin. 1,10 Und [das war] die Gestalt ihrer Gesichter: Das Gesicht eines Menschen und das Gesicht eines Löwen hatten die vier rechts, und das Gesicht eines Stieres hatten die vier links, und das Gesicht eines Adlers hatten die vier. 1,11 Und ihre Flügel waren [nach] oben ausgespannt; jedes hatte zwei, die sich einer [mit dem anderen] berührten, und zwei, die ihre Leiber bedeckten. 1,12 Und sie gingen ein jeder gerade vor sich hin; wohin der Geist gehen wollte, dahin gingen sie; sie wandten sich nicht um, wenn sie gingen. 1,13 Und mitten zwischen den lebenden Wesen war ein Schein wie von brennenden Feuerkohlen; wie ein Schein von Fackeln war das, was zwischen den lebenden Wesen hin und herfuhr; und das Feuer hatte einen Glanz, und aus dem Feuer fuhren Blitze hervor. 1,14 Und die lebenden Wesen liefen hin und her, so daß es aussah wie Blitze.

1,15 Und als ich die lebenden Wesen sah, siehe, da war ein Rad auf der Erde neben den lebenden Wesen, bei ihren vier Vorderseiten. 1,16 Das Aussehen der Räder und ihre Verarbeitung war wie der Anblick von Türkis, und die vier hatten ein und dieselbe Gestalt; und ihr Aussehen und ihre Verarbeitung war, wie wenn ein Rad mitten im [anderen] Rad wäre. 1,17 Wenn sie gingen, dann gingen sie nach ihren vier Seiten hin; sie wandten sich nicht um, wenn sie gingen. 1,18 Und ihre Felgen, sie waren hoch, und als ich sie anblickte, [sah ich,] daß ihre Felgen voller Augen waren rings herum bei den vieren. 1,19 Und wenn die lebenden Wesen gingen, gingen [auch] die Räder neben ihnen her; und wenn die lebenden Wesen sich von der Erde erhoben, erhoben sich [auch] die Räder. 1,20 Wohin der Geist gehen wollte, gingen sie, dahin, wohin der Geist gehen [wollte]. Und die Räder erhoben sich gleichzeitig mit ihnen, denn der Geist des lebenden Wesens war in den Rädern. 1,21 Wenn [jene] gingen, gingen [auch diese], und wenn [jene] stehen blieben, dann blieben [auch diese] stehen; und wenn sich [jene] von der Erde erhoben, [dann] erhoben sich die Räder gleichzeitig mit ihnen. Denn der Geist des lebenden Wesens war in den Rädern. 1,22 Und über den Häuptern des lebenden Wesens war etwas wie ein festes Gewölbe, wie der Anblick eines furchteinflössenden Kristalls, ausgebreitet oben über ihren Häuptern. 1,23 Und unter dem festen Gewölbe waren ihre Flügel gerade [ausgebreitet], einer gegen den anderen; und jedes hatte zwei [Flügel], die ihnen ihre Leiber bedeckten. 1,24 Und wenn sie gingen, hörte ich das Rauschen ihrer Flügel wie das Rauschen großer Wasser, wie die Stimme des Allmächtigen, das Rauschen einer Volksmenge, wie das Rauschen eines Heerlagers. Wenn sie still standen, ließen sie ihre Flügel sinken. 1,25 Und es kam eine Stimme von [dem Raum] oberhalb des festen Gewölbes, das über ihren Häuptern war. Wenn sie still standen, ließen sie ihre Flügel sinken.

1,26 Und oberhalb des festen Gewölbes, das über ihren Häuptern war, [befand sich] - wie das Aussehen eines Saphirsteines - etwas wie ein Thron und auf dem, was wie ein Thron [aussah], oben auf ihm eine Gestalt, dem Aussehen eines Menschen gleich. 1,27 Und ich sah: Wie der Anblick von glänzendem Metall, wie das Aussehen von Feuer, das ringsum ein Gehäuse hat, [war es] von dem Aussehen seiner Hüften an aufwärts; und von dem Aussehen seiner Hüften an abwärts sah ich [etwas] wie das Aussehen von Feuer; und ein Glanz war rings um ihn. 1,28 Wie das Aussehen des Bogens, der am Regentag in der Wolke ist, so war das Aussehen des Glanzes ringsum. Das war das Aussehen des Abbildes der Herrlichkeit des HERRN. - Und als ich es sah, fiel ich auf mein Gesicht nieder; und ich hörte die Stimme eines Redenden.

Hesekiels Berufung zum Propheten für Israel mit von Gott empfangenem Wort.

Kapitel 2

2,1 Und er sprach zu mir: Menschensohn, stelle dich auf deine Füße, und ich will mit dir reden! 2,2 Und als er zu mir redete, kam der Geist in mich und stellte mich auf meine Füße; und ich hörte den, der zu mir redete. 2,3 Und er sprach zu mir: Menschensohn, ich sende dich zu den empörerischen Söhnen Israel, [zu Nationen], die sich gegen mich empört haben; sie und ihre Väter haben mit mir gebrochen bis auf diesen heutigen Tag. 2,4 [Zu] den Söhnen mit frechem Gesicht und hartem Herzen, zu ihnen sende ich dich; und du sollst zu ihnen sagen: `So spricht der Herr, HERR! 2,5 Und sie, mögen sie hören oder es lassen - denn sie sind ein widerspenstiges Haus -, sie sollen doch erkennen, daß ein Prophet in ihrer Mitte gewesen ist. 2,6 Und du, Menschensohn, fürchte dich nicht vor ihnen, und fürchte dich nicht vor ihren Worten, wenn [auch] Dornen dich umgeben und du auf Skorpionen sitzt. Vor ihren Worten fürchte dich nicht, und erschrick nicht vor ihrem Angesicht! Denn ein widerspenstiges Haus sind sie. 2,7 Und du sollst meine Worte zu ihnen reden, mögen sie hören oder es lassen! Denn widerspenstig sind sie.

2,8 Und du, Menschensohn, höre, was ich zu dir rede! Sei nicht widerspenstig wie das widerspenstige Haus: Öffne deinen Mund und iß, was ich dir gebe! - 2,9 Und ich sah: und siehe, eine Hand war zu mir hin ausgestreckt; und siehe, in ihr [befand sich] eine Buchrolle. 2,10 Und er breitete sie vor mir aus, und sie war auf der Vorder- und auf der Rückseite beschrieben; und es waren darauf geschrieben Klagen und Seufzen und Wehgeschrei.

Kapitel 3

3,1 Und er sprach zu mir: Menschensohn, was du findest, iß! Iß diese Rolle, und geh hin, rede zum Haus Israel! 3,2 Und ich öffnete meinen Mund, und er gab mir diese Rolle zu essen. 3,3 Und er sprach zu mir: Menschensohn, deinem Bauch gib zu essen, und deinen Leib fülle mit dieser Rolle, die ich dir gebe! Und ich aß sie, und sie war in meinem Munde süß wie Honig. Hesekiels Ausrüstung für seine Aufgabe - Entrückung an seinen Dienstort und Einsetzung zum Wächter

3,4 Und er sprach zu mir: Menschensohn, auf, geh hin zum Haus Israel und rede mit meinen Worten zu ihnen! 3,5 Denn nicht zu einem Volk mit dunkler Sprache und schwieriger Rede bist du gesandt, [sondern] zum Haus Israel. 3,6 Nicht zu vielen Völkern mit dunkler Sprache und schwieriger Rede, deren Worte du nicht verstehst. Würde ich dich zu diesen senden, sie würden auf dich hören. 3,7 Aber das Haus Israel wird nicht auf dich hören wollen, denn sie wollen nicht auf mich hören. Denn das ganze Haus Israel hat eine harte Stirn und ein verstocktes Herz. 3,8 Siehe, ich habe dein Angesicht hart gemacht genau wie ihr Angesicht und deine Stirn hart genau wie ihre Stirn; 3,9 wie einen Diamanten, härter als einen Kieselstein, habe ich deine Stirn gemacht. Fürchte sie nicht und erschrick nicht vor ihrem Angesicht! Denn ein widerspenstiges Haus sind sie. - 3,10 Und er sprach zu mir: Menschensohn, alle meine Worte, die ich zu dir reden werde, nimm in dein Herz auf, und höre [sie] mit deinen Ohren! 3,11 Und [mache dich] auf, geh hin zu den Weggeführten, zu den Söhnen deines Volkes, rede zu ihnen und sage zu ihnen: `So spricht der Herr, HERR! Sie mögen hören oder es lassen.

3,12 Und der Geist hob mich empor; und ich hörte hinter mir den Schall eines starken Getöses, als sich die Herrlichkeit des HERRN von ihrer Stätte erhob, 3,13 und das Rauschen der Flügel der lebenden Wesen, die einer den anderen berührten, und das Sausen der Räder, die [sich] gleichzeitig mit ihnen [bewegten], und den Schall eines starken Getöses. 3,14 Und der Geist hob mich empor und nahm mich hinweg; und ich fuhr dahin, erbittert in der Erregung meines Geistes; und die Hand des HERRN war hart auf mir. 3,15 Und ich kam nach Tel-Abib zu den Weggeführten, die am Fluß Kebar wohnten; und ich blieb [bei denen], die dort wohnten; und ich saß dort sieben Tage betäubt in ihrer Mitte.

V. 16-21: Kap. 33,1-20.

3,16 Und es geschah am Ende von sieben Tagen, da geschah das Wort des HERRN zu mir so: 3,17 Menschensohn, ich habe dich für das Haus Israel zum Wächter gegeben. Und hörst du ein Wort aus meinem Mund, so sollst du sie von mir verwarnen! 3,18 Wenn ich zu dem Gottlosen spreche: `Du mußt sterben! und du hast ihn nicht gewarnt und hast nicht geredet, um den Gottlosen vor seinem gottlosen Weg zu warnen, um ihn am Leben zu erhalten, dann wird er, der Gottlose, um seiner Schuld willen sterben, aber sein Blut werde ich von deiner Hand fordern. 3,19 Du aber, wenn du den Gottlosen gewarnt hast und er ist von seiner Gottlosigkeit und von seinem gottlosen Weg nicht umgekehrt, dann wird er um seiner Schuld willen sterben, du aber hast deine Seele errettet. 3,20 Und wenn ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit umkehrt und Unrecht tut und ich einen Anstoß vor ihn lege, dann wird er sterben. Wenn du ihn nicht gewarnt hast, wird er um seiner Sünde willen sterben, und an seine gerechten Taten, die er getan hat, wird man nicht [mehr] denken; aber sein Blut werde ich von deiner Hand fordern. 3,21 Du aber, wenn du ihn, den Gerechten gewarnt hast, damit der Gerechte nicht sündige, und er hat nicht gesündigt, so wird er leben, weil er sich hat warnen lassen; du aber, du hast deine Seele errettet.

Vision Hesekiels: Die Herrlichkeit des HERRN - Vom HERRN auferlegte Beschränkung.

3,22 Und die Hand des HERRN kam dort über mich, und er sprach zu mir: Mache dich auf, geh hinaus in das Tal. Und dort will ich mit dir reden! 3,23 Da machte ich mich auf und ging hinaus in das Tal, und siehe, dort stand die Herrlichkeit des HERRN wie die Herrlichkeit, die ich am Fluß Kebar gesehen hatte; und ich fiel nieder auf mein Gesicht. 3,24 Da kam der Geist in mich hinein und stellte mich auf meine Füße. Und er redete mit mir und sprach zu mir: Geh, schließ dich in deinem Haus ein! 3,25 Und du, Menschensohn, siehe, man wird dir Stricke anlegen und dich damit binden, daß du nicht in ihre Mitte hinausgehen kannst. 3,26 Und ich werde deine Zunge an deinem Gaumen kleben lassen, damit du verstummst und für sie nicht mehr jemand bist, der zurechtweist; denn ein widerspenstiges Haus sind sie. 3,27 Wenn ich aber mit dir reden werde, will ich deinen Mund öffnen, und du sollst zu ihnen sagen: `So spricht der Herr, HERR! Wer hören will, der höre, und wer es läßt, der lasse es! Denn ein widerspenstiges Haus sind sie.

Von Gott befohlene Verhaltensweise Hesekiels als Zeichen für die Belagerung und Schuld Jerusalems.

Kapitel 4

4,1 Und du, Menschensohn, nimm dir einen Ziegelstein, und lege ihn vor dich hin, und zeichne darauf eine Stadt, [nämlich] Jerusalem! 4,2 Und verhänge eine Belagerung gegen sie, und baue Belagerungstürme gegen sie, und schütte gegen sie einen Belagerungswall auf, und stelle Heerlager gegen sie, und errichte Sturmböcke gegen sie ringsherum! 4,3 Und du, nimm dir eine eiserne Pfanne, und stelle sie als eine eiserne Wand zwischen dich und die Stadt! Und richte dein Gesicht gegen sie, daß sie in Belagerung sei und du sie belagerst! Das ist ein Wahrzeichen für das Haus Israel.

4,4 Und du, lege dich auf deine linke Seite, und lege die Schuld des Hauses Israel auf dich: nach der Anzahl der Tage, die du auf ihr liegst, [so lange] sollst du ihre Schuld tragen! 4,5 Und ich habe dir die Jahre ihrer Schuld zu einer Anzahl von Tagen gemacht: 390 Tage. [So lange] sollst du die Schuld des Hauses Israel tragen. 4,6 Und hast du diese [Zeit] vollendet, so lege dich zum zweiten Mal hin, [nun] auf deine rechte Seite, und trage die Schuld des Hauses Juda! Vierzig Tage lang, je einen Tag für ein Jahr, habe ich [sie] dir auferlegt. - 4,7 Und gegen die Belagerung Jerusalems richte dein Gesicht und deinen entblößten Arm, und du sollst gegen es weissagen! 4,8 Und siehe, ich lege dir Stricke an, daß du dich nicht von einer Seite auf die andere umdrehen kannst, bis du die Tage deiner Belagerung vollendet hast.

4,9 Und du, nimm dir Weizen und Gerste und Bohnen und Linsen und Hirse und Korn, und tu sie in ein [einziges] Gefäß! Und mache dir Brot daraus nach der Zahl der Tage, die du auf deiner Seite liegst: 390 Tage sollst du davon essen! 4,10 Und deine Nahrung, die du essen wirst, soll nach [genau abgemessenem] Gewicht sein: zwanzig Schekel für den Tag; von Zeit zu Zeit sollst du davon essen! 4,11 Und Wasser sollst du nach [genau festgesetztem] Maß trinken: ein sechstel Hin; von Zeit zu Zeit sollst du trinken! 4,12 Und wie Gerstenbrotfladen sollst du sie essen, und du sollst sie in Mistfladen aus Menschenkot vor ihren Augen backen! 4,13 Und der HERR sprach: So werden die Söhne Israel ihr Brot unrein essen unter den Nationen, wohin ich sie vertreiben werde. 4,14 Da sprach ich: Ach, Herr, HERR! Siehe, meine Seele ist nie unrein gemacht worden, und weder Aas noch Zerrissenes habe ich gegessen von meiner Jugend an bis jetzt, und nichts Unreines ist in meinen Mund gekommen. 4,15 Und er sprach zu mir: Siehe, ich habe dir Rindermist statt Menschenkot gestattet; und darauf magst du dein Brot bereiten. 4,16 Und er sprach zu mir: Menschensohn, siehe, ich zerbreche den Stab des Brotes in Jerusalem - und sie werden Brot essen nach [genau abgemessenem] Gewicht und in Angst und Wasser trinken nach [genau abgemessenem] Maß und in Entsetzen -, 4,17 damit sie an Brot und Wasser Mangel haben und miteinander verschmachten und in ihrer Schuld dahinschwinden.

V. 1-17: Jer 19,1-13.

Kapitel 5

5,1 Und du, Menschensohn, nimm dir ein scharfes Schwert: als Schermesser sollst du es dir nehmen und damit über deinen Kopf und über deinen Bart fahren; und nimmt dir Waagschalen und teile die Haare! 5,2 Ein Drittel sollst du mitten in der Stadt mit Feuer verbrennen, wenn die Tage der Belagerung erfüllt sind; und ein Drittel sollst du nehmen [und es] rings um sie her mit dem Schwert schlagen; und ein Drittel sollst du in den Wind streuen! Denn ich werde das Schwert ziehen hinter ihnen her. 5,3 Und du sollst davon etwas nehmen, wenig an Zahl, und in deine [Mantel]zipfel binden. 5,4 Und von diesen sollst du noch einmal nehmen und sie mitten ins Feuer werfen und sie mit Feuer verbrennen! Davon wird ein Feuer ausgehen gegen das ganze Haus Israel.

Deutung und Begründung der Gerichtszeichen.

5,5 So spricht der Herr, HERR: Das ist Jerusalem! Mitten unter die Nationen habe ich es gesetzt, und Länder rings um es her. 5,6 Und es war widerspenstig gegen meine Rechtsbestimmungen, gottloser als die Nationen, und gegen meine Ordnungen, mehr als die Länder, die rings um es her sind. Denn meine Rechtsbestimmungen haben sie verworfen, und in meinen Ordnungen haben sie nicht gelebt. 5,7 Darum, so spricht der Herr, HERR: Weil ihr getobt habt mehr als die Nationen, die rings um euch her sind, in meinen Ordnungen nicht gelebt und meine Rechtsbestimmungen nicht gehalten habt, ja, [selbst] nach den Rechtsbestimmungen der Nationen, die rings um euch her sind, nicht gehandelt habt, 5,8 darum, so spricht der Herr, HERR: Siehe [jetzt] will auch ich gegen dich sein, und will Strafgerichte in deiner Mitte üben vor den Augen der Nationen. 5,9 Und ich will an dir tun, was ich [noch] nie getan habe und desgleichen ich nicht wieder tun werde, um all deiner Greuel willen. 5,10 Darum werden Väter [ihre] Söhne essen in deiner Mitte, und Söhne werden ihre Väter essen. Und ich will Strafgerichte an dir üben und will deinen ganzen Überrest in alle Winde zerstreuen. 5,11 Darum, so wahr ich lebe, spricht der Herr, HERR: Fürwahr, weil du mein Heiligtum unrein gemacht hast mit all deinen Scheusalen und mit all deinen Greueln, so will auch ich [dich] scheren und [deinetwegen] nicht betrübt sein, und auch ich will kein Mitleid haben. 5,12 Ein Drittel von dir soll an der Pest sterben und in deiner Mitte durch Hunger umkommen; und ein Drittel soll durchs Schwert fallen rings um dich her; und ein Drittel werde ich in alle Winde zerstreuen, und ich werde das Schwert ziehen hinter ihnen her. 5,13 Und mein Zorn soll sich erfüllen, und meinen Grimm werde ich an ihnen stillen und Rache nehmen. Und sie werden erkennen, daß ich, der HERR, in meinem Eifer geredet habe, wenn ich meinen Grimm an ihnen erfülle. 5,14 Und ich werde dich zur Trümmerstätte machen und zum Hohn unter den Nationen, die rings um dich her sind, vor den Augen eines jeden, der vorübergeht. 5,15 Und du wirst [zum] Hohn und [zur] Spottrede sein, [zur] Warnung und [zum] Grausen für die Nationen, die rings um dich her sind, wenn ich Strafgerichte an dir übe im Zorn und im Grimm und mit grimmigen Züchtigungen - ich, der HERR, habe geredet -, 5,16 wenn ich die bösen Pfeile des Hungers gegen sie sende, die zur Vernichtung sind, die ich sende, um euch zu vernichten, und [wenn] ich den Hunger über euch häufe und euch den Stab des Brotes zerbreche 5,17 und [wenn] ich Hunger über euch sende und böse Tiere, daß sie dich kinderlos machen, und [wenn] Pest und Blut durch dich hindurchziehen und ich das Schwert über dich bringe. Ich, der HERR, habe geredet.

Gerichtsandrohung wegen Götzendienstes und heidnischer Greuel - Verschonung eines Überrestes.

Kapitel 6

6,1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 6,2 Menschensohn, richte dein Gesicht gegen die Berge Israels, und weissage gegen sie 6,3 und sprich: Berge Israels, hört das Wort des Herrn, HERRN! So spricht der Herr, HERR, zu den Bergen und zu den Hügeln, zu den Bachrinnen und zu den Tälern: Siehe, ich, ich bringe das Schwert über euch und werde eure Höhen zugrunde richten. 6,4 Und eure Altäre sollen verwüstet und eure Räucheraltäre zerbrochen werden. Und ich werde eure Erschlagenen hinfallen lassen vor euren Götzen; 6,5 und die Leichen der Söhne Israel werde ich vor ihre Götzen hinlegen und eure Gebeine rings um eure Altäre streuen. 6,6 An allen euren Wohnsitzen sollen die Städte in Trümmern und die Höhen verwüstet daliegen, damit eure Altäre in Trümmern und wüst daliegen und eure Götzen zerbrochen seien und verschwinden und eure Räucheraltäre umgehauen und eure Machwerke ausgelöscht seien. 6,7 Und Erschlagene sollen in eurer Mitte hinfallen. Und ihr werdet erkennen, daß ich der HERR bin.

6,8 Doch will ich einen Rest lassen: Wenn ihr solche habt, die dem Schwert entkommen sind unter den Nationen, wenn ihr in die Länder zerstreut sein werdet, 6,9 dann werden eure Entkommenen unter den Nationen, wohin sie gefangen weggeführt wurden, sich an mich erinnern, der ich ihr hurerisches Herz zerbrochen habe, das von mir abgewichen ist, und ihre Augen, die ihren Götzen nachhurten. Und sie werden über sich selbst Ekel empfinden wegen der bösen Taten, die sie begangen haben nach allen ihren Greueln. 6,10 Und sie werden erkennen, daß ich, der HERR, nicht umsonst geredet habe, ihnen dieses Unheil anzutun!

6,11 So spricht der Herr, HERR: Schlage in deine Hand, und stampfe mit deinem Fuß auf und sprich: Wehe über alle bösen Greuel des Hauses Israel! Denn durch das Schwert, durch den Hunger und durch die Pest müssen sie fallen. 6,12 Wer fern ist, wird an der Pest sterben, und wer nahe ist, wird durch das Schwert fallen, und wer übriggeblieben und bewahrt worden ist, wird vor Hunger sterben. Und ich vollende meinen Grimm an ihnen. 6,13 Und ihr werdet erkennen, daß ich der HERR bin, wenn sich ihre Erschlagenen mitten unter ihren Götzen befinden, rings um ihre Altäre her, auf jedem hohen Hügel, auf allen Berggipfeln und unter jedem grünen Baum und unter jeder dichtbelaubten Terebinthe, an dem Ort, wo sie allen ihren Götzen wohlgefälligen Geruch dargebracht haben, 6,14 und wenn ich meine Hand gegen sie ausstrecke und das Land zum Entsetzen und Grausen mache in all ihren Wohnsitzen von der Wüste [Juda] an bis nach Ribla. Und sie werden erkennen, daß ich der HERR bin.

Ankündigung des endgültigen Gerichts mit seinen Schrecken.

Kapitel 7

7,1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 7,2 Und du, Menschensohn, [sage]: So spricht der Herr, HERR, zum Land Israel: Ein Ende kommt, [es kommt] das Ende über die vier Ecken des Landes. 7,3 Jetzt [kommt] das Ende über dich, und ich lasse meinen Zorn gegen dich los und richte dich nach deinen Wegen; und alle deine Greuel bringe ich über dich. 7,4 Ich werde deinetwegen nicht betrübt sein und werde kein Mitleid haben; sondern deine Wege will ich über dich bringen, und deine Greuel sollen sich in deiner Mitte auswirken. Und ihr werdet erkennen, daß ich der HERR bin.

7,5 So spricht der Herr, HERR: Unheil über Unheil, siehe, es kommt! 7,6 Ein Ende kommt; es kommt das Ende, es erwacht gegen dich; siehe, es kommt! 7,7 Es kommt die Wende über dich, Bewohner des Landes. Es kommt die Zeit, nahe ist der Tag: Bestürzung und nicht Jauchzen auf den Bergen! 7,8 Jetzt werde ich bald meinen Grimm über dich ausgießen und vollende meinen Zorn an dir und richte dich nach deinen Wegen; und alle deine Greuel bringe ich über dich. 7,9 Und ich werde [deinetwegen] nicht betrübt sein und werde kein Mitleid haben. Nach deinen Wegen werde ich es über dich bringen, und deine Greuel sollen sich in deiner Mitte auswirken. Und ihr werdet erkennen, daß ich, der HERR, einer bin, der schlägt.

7,10 Siehe, der Tag! Siehe, er kommt! Die Wende kommt hervor. Es blüht die Rute, es sproßt der Übermut; 7,11 die Gewalttat erhebt sich zur Rute der Gottlosigkeit. Nichts von ihnen [wird bleiben], nichts von ihrem Prunk und nichts von ihrem Lärmen und nichts Herrliches an ihnen. 7,12 Die Zeit kommt, der Tag trifft ein. Der Käufer freue sich nicht, und der Verkäufer sei nicht traurig! Denn Zornglut [kommt] über seinen ganzen Prunk. 7,13 Denn der Verkäufer wird nicht zum Verkaufen zurückkehren, auch wenn es noch am Leben ist; denn die Zornglut gegen all ihren Prunk wird sich nicht wenden. Und wegen seiner Schuld wird niemand sein Leben festhalten können . 7,14 Man stößt ins Horn und macht alles bereit, aber niemand zieht in den Kampf; denn meine Zornglut [kommt] über seinen ganzen Prunk. 7,15 Das Schwert ist draußen und die Pest und der Hunger drinnen. Wer auf dem Feld ist, wird durchs Schwert sterben; und wer in der Stadt ist, den werden Hunger und Pest fressen. 7,16 Und wenn Entkommene von ihnen entkommen, dann werden sie auf den Bergen sein wie Tauben der Täler; sie alle stöhnen, jeder wegen seiner Schuld. 7,17 Alle Hände werden erschlaffen, und alle Knie werden von Wasser triefen. 7,18 Und sie werden sich Sacktuch umgürten, und Schauder wird sie bedecken; auf allen Gesichtern wird Beschämung sein und auf all ihren Häuptern Kahlheit. 7,19 Ihr Silber werden sie auf die Gassen werfen, und ihr Gold wird als Unflat gelten; ihr Silber und ihr Gold wird sie nicht erretten können am Tag des Grimms des HERRN. Ihre Gier werden sie [damit] nicht sättigen und ihren Bauch [davon] nicht füllen. Denn es ist ein Anstoß zu ihrer Schuld geworden. 7,20 Und die Zierde seines Schmuckes, zum Hochmut hat man sie gebraucht, und ihre Greuelbilder, ihre Scheusale, haben sie daraus verfertigt; darum habe ich es ihnen zum Unflat gemacht. 7,21 Und ich gebe es in die Hand der Fremden zur Plünderung hin und den Gottlosen der Erde zur Beute, daß sie es entweihen. 7,22 Und ich werde mein Angesicht von ihnen abwenden, daß sie mein Kleinod entweihen; und Räuber werden in es eindringen und es entweihen.

7,23 Verfertige die Kette! Denn das Land ist voller Blutschuld und die Stadt voller Gewalttat. 7,24 Und ich lasse die schlimmsten der Nationen kommen, daß sie ihre Häuser in Besitz nehmen. Und ich mache dem Hochmut ihrer Stärke ein Ende, daß ihre Heiligtümer entweiht werden. 7,25 Schrecken kommt; und sie suchen Frieden, doch da ist keiner. 7,26 Unheil über Unheil kommt, und Nachricht über Nachricht trifft ein. Und man sucht vom Propheten Gesichte; aber Weisung geht dem Priester verloren und Rat den Ältesten. 7,27 Der König wird trauern, und der Fürst wird sich in Entsetzen kleiden, und die Hände des Volkes des Landes werden zittern. Nach ihren Wegen will ich mit ihnen handeln, und mit ihren [eigenen] Rechtsbestimmungen will ich sie richten, und sie werden erkennen, daß ich der HERR bin.

Vision Hesekiels: Versetzung nach Jerusalem - Greuel des Götzendienstes im Tempel und im Land.

Kapitel 8

8,1 Und es geschah im sechsten Jahr, im sechsten [Monat], am Fünften des Monats: Ich saß in meinem Haus, und die Ältesten von Juda saßen vor mir, und dort fiel die Hand des Herrn, HERRN, auf mich. 8,2 Und ich sah: und siehe, eine Gestalt mit dem Aussehen eines Mannes: von seinen Hüften an abwärts Feuer; und von seinen Hüften an aufwärts wie das Aussehen eines Glanzes, wie der Anblick von glänzendem Metall. 8,3 Und er streckte etwas wie eine Hand aus und nahm mich beim Haarschopf meines Kopfes. Und der Geist hob mich zwischen Erde und Himmel empor und brachte mich in Gesichten Gottes nach Jerusalem, an den Eingang des Tores des inneren [Vorhofs], das nach Norden weist, wo der Standort des Götzenbildes der Eifersucht war, das zur Eifersucht reizt. 8,4 Und siehe, dort war die Herrlichkeit des Gottes Israels, wie die Erscheinung, die ich im Tal gesehen hatte. 8,5 Und er sprach zu mir: Menschensohn, erhebe doch deine Augen nach Norden! Da erhob ich meine Augen nach Norden, und siehe, nördlich vom Tor war ein Altar, das Götzenbild der Eifersucht selbst [stand] am Eingang. 8,6 Und er sprach zu mir: Menschensohn, siehst du, was sie tun? Große Greuel sind es, die das Haus Israel hier verübt, damit ich mich von meinem Heiligtum entferne. Aber du sollst noch größere Greuel sehen.

8,7 Und er brachte mich an den Eingang des Vorhofs; und ich sah: und siehe, ein Loch war in der Wand. 8,8 Und er sprach zu mir: Menschensohn, durchbrich doch die Wand! Da durchbrach ich die Wand; und siehe, da war eine Tür. 8,9 Und er sprach zu mir: Geh hinein und sieh die schlimmen Greuel, die sie hier verüben! 8,10 Und ich ging hinein und sah, und siehe, da waren allerlei Abbilder von Kriechtieren und Vieh: Abscheuliches und allerlei Götzen des Hauses Israel ringsherum auf der Wand als Ritzzeichnung [zu sehen]. 8,11 Und siebzig Männer von den Ältesten des Hauses Israel standen davor, und Jaasanja, der Sohn Schafans, stand mitten unter ihnen; und jeder hatte sein Räucherfaß in seiner Hand; und der Duft einer Weihrauchwolke stieg empor. 8,12 Und er sprach zu mir: Hast du gesehen, Menschensohn, was die Ältesten des Hauses Israel im Finstern tun, jeder in seinen Bilderkammern? Denn sie sagen: `Der HERR sieht uns nicht, der HERR hat das Land verlassen. 8,13 Und er sprach zu mir: Du sollst noch größere Greuel sehen, die sie verüben. - 8,14 Und er brachte mich an den Eingang des Tores am Haus des HERRN, das nach Norden [weist]; und siehe, dort saßen Frauen, die den Tammus beweinten. 8,15 Und er sprach zu mir: Hast du gesehen, Menschensohn? Du sollst noch mehr, [noch] größere Greuel sehen als diese. - 8,16 Und er brachte mich in den inneren Vorhof des Hauses des HERRN; und siehe, am Eingang des Tempels des HERRN, zwischen der Vorhalle und dem Altar, [standen] etwa 25 Männer, ihre Rücken gegen den Tempel des HERRN und ihre Gesichter nach Osten [gerichtet]; und sie warfen sich nach Osten hin anbetend vor der Sonne nieder. 8,17 Und er sprach zu mir: Hast du gesehen, Menschensohn? Ist es dem Haus Juda zu wenig, die Greuel zu verüben, die sie hier verüben - denn sie haben das Land mit Gewalttat erfüllt -, daß sie mich immer wieder reizen? Denn siehe, sie halten die Ranke an meine Nase. 8,18 So will auch ich handeln im Grimm, ich werde [ihretwegen] nicht betrübt sein und werde kein Mitleid haben. Und rufen sie auch vor meinen Ohren mit lauter Stimme, so werde ich sie doch nicht erhören.

Schonung der Frommen und Tötung der Gottlosen in Jerusalem - Hesekiels vergebliche Fürbitte.

Kapitel 9

9,1 Und er rief vor meinen Ohren mit lauter Stimme und sprach: Nahegekommen sind die Heimsuchungen der Stadt. Jeder habe sein Werkzeug der Zerstörung in seiner Hand! 9,2 Und siehe, sechs Männer kamen aus der Richtung vom oberen Tor, das nach Norden gewandt ist, jeder mit seinem Werkzeug zum Zerschlagen in seiner Hand; und ein Mann war in ihrer Mitte, mit Leinen bekleidet, mit dem Schreibzeug eines Schreibers an seiner Hüfte; und sie kamen und stellten sich neben den bronzenen Altar.

9,3 Und die Herrlichkeit des Gottes Israels erhob sich von dem Cherub, über dem sie war, zu der Schwelle des Hauses hin. Und er rief dem mit Leinen bekleideten Mann zu, der das Schreibzeug eines Schreibers an seiner Hüfte hatte, 9,4 und der HERR sprach zu ihm: Geh mitten durch die Stadt, mitten durch Jerusalem, und zeichne ein Kennzeichen an die Stirnen der Männer, die seufzen und stöhnen über all die Greuel, die in ihrer Mitte geschehen! 9,5 Und zu jenen sprach er vor meinen Ohren: Geht hinter ihm her durch die Stadt, und schlagt zu; ihr sollt [ihretwegen] nicht betrübt sein und sollt kein Mitleid haben! 9,6 Greise, junge Männer und Jungfrauen, Kinder und Frauen erschlagt [bis] zur [vollständigen] Vernichtung, aber niemandem, an dem das Kennzeichen ist, dürft ihr euch nähern! Bei meinem Heiligtum sollt ihr anfangen! Da fingen sie bei den Männern an, [nämlich bei] den Ältesten, die vor dem Haus waren. 9,7 Und er sprach zu ihnen: Macht das Haus unrein und füllt die Vorhöfe mit Erschlagenen; geht hinaus! Und sie gingen hinaus und erschlugen in der Stadt. 9,8 Und es geschah, als sie erschlugen und ich [allein] übrigblieb, da fiel ich nieder auf mein Gesicht und schrie und sagte: Ach, Herr, HERR! Willst du den ganzen Überrest Israels vernichten, indem du deinen Grimm über Jerusalem ausgießt? 9,9 Da sprach er zu mir: Die Schuld des Hauses Israel und Juda ist über die Massen groß, und das Land ist mit Gewalttat erfüllt, und die Stadt ist voller Beugung [des Rechts]. Denn sie sagen: Der HERR hat das Land verlassen, und der HERR sieht [uns] nicht. 9,10 So auch ich - ich werde nicht betrübt sein und werde kein Mitleid haben; ihren Weg bringe ich auf ihren Kopf. 9,11 Und siehe, der mit Leinen bekleidete Mann, der das Schreibzeug an seiner Hüfte hatte, brachte Antwort und sprach: Ich habe getan, wie du mir befohlen hast.

Vision Hesekiels: Befehl zum Verbrennen Jerusalems - Nochmalige Beschreibung der Herrlichkeit des HERRN, die den Tempel verläßt.

Kap. 1,1-28.

Kapitel 10

10,1 Und ich sah: Und siehe, auf dem festen Gewölbe, das über dem Haupt der Cherubim war, [befand sich] einem Saphirstein gleich etwas, das aussah wie ein Thron, der über ihnen sichtbar wurde. 10,2 Und er sprach zu dem mit Leinen bekleideten Mann, und er sagte: Geh hinein zu [der Stelle] zwischen dem Räderwerk, zu [der Stelle] unterhalb des Cherubs, und fülle deine Hände mit Feuerkohlen von [der Stelle] zwischen den Cherubim, und streue sie über die Stadt hin! Da ging er vor meinen Augen hinein. 10,3 Die Cherubim aber standen zur rechten Seite des Hauses, als der Mann hineinging; und die Wolke erfüllte den inneren Vorhof. 10,4 Da erhob sich die Herrlichkeit des HERRN von dem Cherub weg auf die Schwelle des Hauses; und das Haus wurde von der Wolke erfüllt, und der Vorhof war voll von dem Glanz der Herrlichkeit des HERRN. 10,5 Und das Rauschen der Flügel der Cherubim wurde bis zum äußeren Vorhof gehört wie die Stimme Gottes, des Allmächtigen, wenn er redet. 10,6 Und es geschah, als er dem mit Leinen bekleideten Mann befahl: Nimm Feuer von [der Stelle] zwischen dem Räderwerk, von [der Stelle] zwischen den Cherubim weg!, da ging er hinein und trat neben das Rad. 10,7 Und der Cherub streckte seine Hand aus zwischen den Cherubim hervor nach dem Feuer, das zwischen den Cherubim war, und hob es auf und gab es in die Hände dessen, der mit Leinen bekleidet war; der nahm es und ging hinaus. 10,8 Und es erschien an den Cherubim unter ihren Flügeln etwas wie eine Menschenhand. 10,9 Und ich sah: Und siehe, vier Räder waren neben den Cherubim, je ein Rad neben je einem Cherub. Und das Aussehen der Räder war wie der Anblick eines Türkis-Steines; 10,10 und ihr Aussehen: Die vier hatten ein und dieselbe Gestalt, wie wenn ein Rad mitten im [anderen] Rad wäre. 10,11 Wenn sie gingen, [dann] gingen sie nach ihren vier Seiten hin: sie wandten sich nicht um, wenn sie gingen; denn an den Ort, wohin das Vorderste sich wandte, folgten sie ihm; sie wandten sich nicht um, wenn sie gingen. 10,12 Und ihr ganzer Leib und ihr Rücken und ihre Hände und ihre Flügel und die Räder waren voller Augen ringsum bei [allen] vieren, [nämlich] ihren Rädern. 10,13 Die Räder, sie wurden vor meinen Ohren `Galgal genannt. 10,14 Vier Gesichter hatte jedes. Das Gesicht des ersten war das Gesicht eines Cherubs, und das Gesicht des zweiten war das Gesicht eines Menschen und des dritten das Gesicht eines Löwen und des vierten das Gesicht eines Adlers. 10,15 Und die Cherubim hoben sich empor. Das war das lebende Wesen, das ich am Fluß Kebar gesehen hatte. 10,16 Und wenn die Cherubim gingen, [dann] gingen die Räder neben ihnen; und wenn die Cherubim ihre Flügel erhoben, um sich von der Erde emporzuheben, so wandten sich auch sie, die Räder, nicht von ihrer Seite. 10,17 Wenn sie stehen blieben, blieben [auch] die Räder stehen; und wenn sie sich emporhoben, hoben sich die Räder mit ihnen empor. Denn der Geist des lebenden Wesens war in ihnen.

10,18 Und die Herrlichkeit des HERRN verließ die Schwelle des Hauses und stellte sich über die Cherubim. 10,19 Und die Cherubim erhoben ihre Flügel und hoben sich vor meinen Augen von der Erde empor, als sie hinauszogen; und die Räder [erhoben sich] gleichzeitig mit ihnen. Und sie stellte sich an den Eingang des östlichen Tores des Hauses des HERRN, und die Herrlichkeit des Gottes Israel war oben über ihnen. 10,20 Das war das lebende Wesen, das ich unter dem Gott Israels am Fluß Kebar gesehen hatte; und ich erkannte, daß es Cherubim waren. 10,21 Jeder hatte vier Gesichter, und jeder hatte vier Flügel, und etwas wie Menschenhände war unter ihren Flügeln. 10,22 Und die Gestalt ihrer Gesichter war die jener Gesichter, die ich am Fluß Kebar gesehen hatte, ihr Aussehen und sie selbst. Sie gingen ein jeder gerade vor sich hin.

Vision Hesekiels: Gericht über die Fürsten Judas - Heimkehr und Erneuerung des Volkes.

Kapitel 11

11,1 Und der Geist hob mich empor und brachte mich zum östlichen Tor des Hauses des HERRN, das nach Osten weist. Und siehe, am Eingang des Tores waren 25 Männer; und ich sah in ihrer Mitte Jaasanja, den Sohn Asurs, und Pelatja, den Sohn Benajas, die Obersten des Volkes. 11,2 Und er sprach zu mir: Menschensohn, das sind die Männer, die Unheil ersinnen und bösen Rat erteilen in dieser Stadt, 11,3 die sagen: `Es ist nicht an der Zeit, Häuser zu bauen; sie ist der Topf, und wir sind das Fleisch. 11,4 Darum weissage über sie! Weissage, Menschensohn! - 11,5 Und der Geist des HERRN fiel auf mich und sprach zu mir: Sage: So spricht der HERR: So redet ihr, Haus Israel; und was in eurem Geist aufsteigt, ich kenne es. 11,6 Ihr habt eure Erschlagenen zahlreich gemacht in dieser Stadt und ihre Straßen mit Erschlagenen gefüllt. 11,7 Darum, so spricht der Herr, HERR: Eure Erschlagenen, die ihr in ihrer Mitte hingestreckt habt, die sind das Fleisch, und sie ist der Topf; euch aber werde ich aus ihrer Mitte hinausführen. 11,8 Ihr fürchtet das Schwert! So werde ich das Schwert über euch bringen, spricht der Herr, HERR. 11,9 Und ich führe euch aus ihrer Mitte hinaus und gebe euch in die Hand von Fremden und übe Strafgerichte an euch. 11,10 Durch das Schwert sollt ihr fallen; an der Grenze Israels werde ich euch richten. Und ihr werdet erkennen, daß ich der HERR bin. 11,11 Sie wird euch nicht zum Topf werden, so daß ihr in ihrer Mitte zum Fleisch würdet; [sondern] an der Grenze Israels werde ich euch richten. 11,12 Und ihr werdet erkennen, daß ich der HERR bin, ich, in dessen Ordnungen ihr nicht gelebt und dessen Rechtsbestimmungen ihr nicht befolgt habt; sondern ihr habt nach den Rechtsbestimmungen der Nationen gehandelt, die rings um euch her sind. - 11,13 Und es geschah, als ich weissagte, da starb Pelatja, der Sohn Benajas. Und ich fiel nieder auf mein Gesicht und schrie mit lauter Stimme und sprach: Ach, Herr, HERR, willst du mit dem Überrest Israels ein Ende machen?

11,14 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 11,15 Menschensohn, deine Brüder, deine Brüder, die Männer deiner Verwandtschaft, [sind es] und das ganze Haus Israel insgesamt, zu denen die Bewohner von Jerusalem sagen: Sie sind fern von dem HERRN; uns ist dieses Land zum Besitz gegeben! 11,16 Darum sage: So spricht der Herr, HERR: Ja, ich habe sie fern unter den Nationen sein lassen, ja, ich habe sie in die Länder zerstreut und bin ihnen [nur] wenig zum Heiligtum geworden in den Ländern, wohin sie gekommen sind. 11,17 Darum sage: So spricht der Herr, HERR: Ich werde euch aus den Völkern sammeln und euch aus den Ländern zusammenbringen, in die ihr zerstreut worden seid, und werde euch das Land Israel geben. 11,18 Und sie werden dorthin kommen und alle seine Scheusale und alle seine Greuel daraus entfernen. 11,19 Und ich werde ihnen ein Herz geben und werde einen neuen Geist in ihr Inneres geben, und ich werde das steinerne Herz aus ihrem Fleisch entfernen und ihnen ein fleischernes Herz geben, 11,20 damit sie in meinen Ordnungen leben und meine Rechtsbestimmungen bewahren und sie befolgen. Und sie werden mir zum Volk, und ich werde ihnen zum Gott sein. 11,21 Jene aber - ihr Herz folgt ihren Scheusalen und ihren Greueln nach -, ihren Weg bringe ich auf ihren Kopf, spricht der Herr, HERR.

11,22 Und die Cherubim erhoben ihre Flügel, und die Räder [bewegten sich] gleichzeitig mit ihnen; und die Herrlichkeit des Gottes Israels war oben über ihnen. 11,23 Und die Herrlichkeit des HERRN stieg auf, mitten aus der Stadt hinweg, und stellte sich auf den Berg, der im Osten der Stadt ist. 11,24 Und der Geist hob mich empor und brachte mich im Gesicht durch den Geist Gottes zu den Weggeführten nach Chaldäa; und das Gesicht, das ich gesehen hatte, hob sich von mir weg. 11,25 Und ich redete zu den Weggeführten alle Worte des HERRN, die er mich hatte sehen lassen.

Ankündigung der Wegführung - Sinnbildliche Handlungen Hesekiels als Symbol für Gefangenschaft und Belagerungsnot.

Kapitel 12

12,1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 12,2 Menschensohn, du wohnst mitten in dem widerspenstigen Haus, [bei solchen], die Augen haben zu sehen und [doch] nicht sehen, die Ohren haben zu hören und [doch] nicht hören; denn ein widerspenstiges Haus sind sie. 12,3 Und du, Menschensohn, mach dir Gepäck zur Verbannung [zurecht] und zieh bei Tage vor ihren Augen in die Verbannung aus! Und du sollst vor ihren Augen von deinem Ort zu einem anderen Ort in die Verbannung ausziehen! Vielleicht sehen sie es; denn ein widerspenstiges Haus sind sie. 12,4 Und trage dein Gepäck wie Gepäck zur Verbannung bei Tage vor ihren Augen hinaus! Und du, ziehe am Abend vor ihren Augen aus, wie man auszieht, um in die Verbannung zu gehen! 12,5 Vor ihren Augen durchbrich dir die Mauer, und trage [dein Gepäck] dadurch hinaus! 12,6 Vor ihren Augen nimm es auf die Schulter, in Finsternis trage es hinaus! Du sollst dein Gesicht verhüllen, damit du das Land nicht siehst! Denn zu einem Wahrzeichen habe ich dich für das Haus Israel gemacht. - 12,7 Da tat ich so, wie mir befohlen war. Mein Gepäck trug ich wie Gepäck zur Verbannung bei Tage hinaus, und am Abend durchbrach ich mir die Mauer mit der Hand. In Finsternis trug ich es hinaus, ich nahm es vor ihren Augen auf die Schulter. - 12,8 Und das Wort des HERRN geschah zu mir am Morgen: 12,9 Menschensohn, hat nicht das Haus Israel, das widerspenstige Haus, zu dir gesagt: Was tust du? 12,10 Sprich zu ihnen: So spricht der Herr, HERR: Den Fürsten in Jerusalem [betrifft] dieser Ausspruch und das ganze Haus Israel, in dessen Mitte sie sind. 12,11 Sprich: Ich bin ein Wahrzeichen für euch. Wie ich getan habe, so soll ihnen getan werden: in die Verbannung, in die Gefangenschaft werden sie gehen. 12,12 Und der Fürst, der in ihrer Mitte ist, wird [sein Gepäck] in der Finsternis auf die Schulter nehmen und ausziehen. Sie werden die Mauer durchbrechen, um es durch sie hinauszutragen. Er wird sein Gesicht verhüllen, weil er selbst mit [seinen] Augen das Land nicht sehen will. 12,13 Und ich spanne mein Fangnetz über ihn aus, und in meinem Jagdnetz wird er gefangen; und ich bringe ihn nach Babel, ins Land der Chaldäer, aber sehen wird er es nicht; und er wird dort sterben. 12,14 Und alle die um ihn her sind, seine Helfer und alle seine Scharen, will ich in alle Winde zerstreuen; und hinter ihnen her werde ich das Schwert ziehen. 12,15 Und sie werden erkennen, daß ich der HERR bin, wenn ich sie unter die Nationen versprenge und sie in die Länder zerstreue. 12,16 Und ich werde von ihnen einige Leute übriglassen vom Schwert, vom Hunger und von der Pest, damit sie alle ihre Greuel erzählen unter den Nationen, zu denen sie kommen. Dann werden sie erkennen, daß ich der HERR bin.

12,17 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 12,18 Menschensohn, dein Brot sollst du mit Beben essen, und dein Wasser mit Zittern und in Angst trinken! 12,19 Und du sollst zum Volk des Landes sagen: So spricht der Herr, HERR, von den Bewohnern Jerusalems im Land Israel: Ihr Brot werden sie in Angst essen und ihr Wasser mit Entsetzen trinken, weil ihr Land öde daliegt, ohne seine Fülle, wegen der Gewalttat all derer, die in ihm wohnen. 12,20 Und die bewohnten Städte werden in Trümmern liegen und das Land wird eine Einöde werden. Dann werdet ihr erkennen, daß ich der HERR bin.

Drohworte an die Verächter von Weissagungen.

V. 21-25: Jer 23,33-40.

12,21 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 12,22 Menschensohn, was ist das für ein Sprichwort, das ihr im Land Israel habt, indem ihr sagt: `Die Tage ziehen sich in die Länge, und jedes Gesicht geht verloren? 12,23 Darum sage zu ihnen: So spricht der Herr, HERR: Ich will diesem Sprichwort ein Ende machen, und man soll es nicht mehr als Sprichwort gebrauchen in Israel. Sondern rede zu ihnen: Nahe herbeigekommen sind die Tage und das Wort eines jeden Gesichts. 12,24 Denn es wird nicht länger irgendein nichtiges Gesicht oder irgendeine schmeichlerische Wahrsagung geben inmitten des Hauses Israel. 12,25 Denn ich, der HERR, ich rede; das Wort, das ich rede, wird auch geschehen, es wird sich nicht länger hinziehen. Denn in euren Tagen, widerspenstiges Haus, rede ich ein Wort und tue es auch, spricht der Herr, HERR.

12,26 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 12,27 Menschensohn, siehe, das Haus Israel sagt: Das Gesicht, das der schaut, [geht] auf viel [spätere] Tage [hinaus]; und auf ferne Zeiten hin weissagt er. 12,28 Darum sage zu ihnen: So spricht der Herr, HERR: Es wird sich nicht länger irgendeines meiner Worte hinziehen; das Wort, das ich rede, wird auch geschehen, spricht der Herr, HERR.

Strafreden gegen falsche Propheten und Prophetinnen.

Kapitel 13

13,1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 13,2 Menschensohn, weissage über die Propheten Israels, die da weissagen, und sage zu denen, [die] aus ihrem [eigenen] Herzen [weissagen]: Hört das Wort des HERRN!

V. 3-16: Jer 23,9-32.

13,3 So spricht der Herr, HERR: Wehe den törichten Propheten, die ihrem [eigenen] Geist nachgehen und dem, was sie nicht gesehen haben! 13,4 Wie Füchse in den Trümmerstätten sind deine Propheten geworden, Israel. 13,5 In die Risse seid ihr nicht getreten, und die Mauer habt ihr nicht vermauert um das Haus Israel her, um standzuhalten im Kampf am Tag des HERRN. 13,6 Sie schauen Nichtiges und Lügenwahrsagung, die da sagen: `Ausspruch des HERRN, obwohl der HERR sie nicht gesandt hat; und [dabei] erwarten sie, daß er [ihr] Wort eintreffen läßt. 13,7 Habt ihr [da] nicht ein nichtiges Gesicht geschaut, und habt ihr nicht Lügenwahrsagung gesprochen, als ihr sagtet: `Ausspruch des HERRN, wo ich doch nicht geredet habe? 13,8 Darum, so spricht der Herr, HERR: Weil ihr Nichtiges redet und Lüge schaut, darum, siehe, will ich an euch, ist der Ausspruch des Herrn, HERRN. 13,9 Und ich werde meine Hand gegen die Propheten ausstrecken, die Nichtiges schauen und Lüge wahrsagen. Im Kreis meines Volkes sollen sie nicht sein, und im Verzeichnis des Hauses Israel werden sie nicht aufgeschrieben sein, und in das Land Israel werden sie nicht kommen. Und ihr werdet erkennen, daß ich der Herr, HERR, bin.

13,10 Deshalb, ja deshalb, weil sie mein Volk irreführen und sagen: Friede! obwohl kein Friede da ist - und baut es eine Wand, siehe, sie bestreichen sie mit Tünche -, 13,11 sage zu den Tünchestreichern: Sie soll fallen! Es kommt ein überschwemmender Regen. Und ihr Hagelsteine, ihr werdet fallen, und ein Sturmwind wird [sie] spalten; 13,12 und siehe, die Mauer fällt. Wird man euch nicht sagen: Wo ist das Getünchte, das ihr getüncht habt? - 13,13 Darum, so spricht der Herr, HERR: So lasse ich einen Sturmwind losbrechen in meinem Grimm, und ein überschwemmender Regen wird durch meinen Zorn kommen und Hagelsteine durch [meinen] Grimm zur Vernichtung. 13,14 Und ich breche die Mauer ab, die ihr mit Tünche bestrichen habt, und lasse sie zu Boden stürzen, daß ihr Grund bloßgelegt wird; und sie soll fallen, und ihr werdet in ihrer Mitte umkommen. Und ihr werdet erkennen, daß ich der HERR bin. 13,15 Und so werde ich meinen Grimm vollenden an der Mauer und an denen, die sie mit Tünche bestreichen. Und ich werde zu euch sagen: Die Mauer gibt es nicht [mehr], und die, die sie tünchten, gibt es nicht [mehr], 13,16 die Propheten Israels, die über Jerusalem weissagen und für es Gesichte des Friedens schauen, obwohl kein Friede da ist, spricht der Herr, HERR.

13,17 Und du, Menschensohn, richte dein Gesicht gegen die Töchter deines Volkes, die aus ihrem [eigenen] Herzen weissagen. Und weissage gegen sie 13,18 und sage: So spricht der Herr, HERR: Wehe denen, die Binden zusammennähen für alle Handgelenke und Kopfhüllen machen für Köpfe jedes Wuchses, um Seelen zu fangen! Seelen wollt ihr fangen bei meinem Volk und [andere] Seelen für euch [selbst] am Leben erhalten? 13,19 Und ihr entweiht mich bei meinem Volk für [einige] Hände voll Gerste und für [einige] Bissen Brot, indem ihr Seelen tötet, die nicht sterben sollten, und Seelen am Leben erhaltet, die nicht leben sollten; indem ihr mein Volk anlügt, das auf Lügen hört! - 13,20 Darum, so spricht der Herr, HERR: Siehe, ich will an eure Binden, in denen ihr die Seelen wie Vögel fangt, und will sie von euren Armen wegreißen. Und ich lasse die Seelen los, die ihr fangt, die Seelen, daß sie wegfliegen. 13,21 Und ich reiße eure Kopfhüllen weg und rette mein Volk aus eurer Hand, damit sie in eurer Hand nicht mehr zur Jagdbeute werden. Und ihr werdet erkennen, daß ich der HERR bin. 13,22 Weil ihr das Herz des Gerechten [mit] Lüge verzagt macht, obwohl ich ihm doch keinen Schmerz zugefügt habe, und weil ihr die Hände des Gottlosen stärkt, damit er nicht von seinem bösen Weg umkehrt, sich am Leben zu erhalten, 13,23 darum sollt ihr nicht [mehr] Nichtiges schauen und nicht länger Wahrsagerei treiben. Und ich werde mein Volk aus eurer Hand erretten, und ihr werdet erkennen, daß ich der HERR bin.

Keine Antwort Gottes auf Fragen der Götzendiener.

Kapitel 14

14,1 Und es kamen Männer von den Ältesten Israels zu mir, und sie setzten sich vor mir nieder. 14,2 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 14,3 Menschensohn, diese Männer haben ihre Götzen in ihrem Herzen aufkommen lassen und den Anstoß zu ihrer Schuld vor ihr Gesicht gestellt. Sollte ich mich da etwa von ihnen befragen lassen? 14,4 Darum rede mit ihnen und sage zu ihnen: So spricht der Herr, HERR: Jedermann vom Haus Israel, der seine Götzen in seinem Herzen aufkommen läßt und den Anstoß zu seiner Schuld vor seinem Gesicht aufrichtet und [dann] zum Propheten kommt - ich, der HERR, ich selbst, lasse mich für ihn zu einer Antwort bewegen, gemäß der Menge seiner Götzen, 14,5 damit ich das Haus Israel an seinem Herzen fasse, weil sie sich allesamt um ihrer Götzen willen von mir abgewandt haben. - 14,6 Darum sage zum Haus Israel: So spricht der Herr, HERR: Kehrt um, und wendet euch ab von euren Götzen, und von allen euren Greueln wendet euer Gesicht ab! 14,7 Denn jedermann vom Haus Israel und von den Fremden, die sich in Israel aufhalten, der sich von mir trennt und seine Götzen in seinem Herzen aufkommen läßt und den Anstoß zu seiner Schuld vor seinem Gesicht aufrichtet und [dann] zum Propheten kommt, um mich für sich zu befragen - ich, der HERR, ich selbst, lasse mich für ihn zu einer Antwort bewegen. 14,8 Und ich richte mein Angesicht gegen einen solchen Mann und mache ihn zu einem Denkzeichen und zu Sprichwörtern und rotte ihn aus der Mitte meines Volkes aus. Und ihr werdet erkennen, daß ich der HERR bin. - 14,9 Wenn aber der Prophet sich verleiten läßt und ein Wort redet, dann verleite ich, der HERR, diesen Propheten; und ich werde meine Hand gegen ihn ausstrecken und ihn aus der Mitte meines Volkes Israel austilgen. 14,10 So sollen sie [beide] ihre Schuld tragen; wie die Schuld des Fragenden, so wird die Schuld des Propheten sein, 14,11 damit das Haus Israel nicht mehr von mir abirre und sie sich nicht mehr mit all ihren Vergehen unrein machen. Und sie werden mir zum Volk, und ich selbst werde ihnen zum Gott sein, spricht der Herr, HERR.

Begründung für die Schonung eines Teiles des gottlosen Volkes.

14,12 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 14,13 Menschensohn, wenn ein Land gegen mich sündigt, indem es Untreue begeht, und ich meine Hand gegen es ausstrecke und ihm den Stab des Brotes zerbreche und Hunger hinein sende und aus ihm Menschen und Vieh ausrotte - 14,14 und diese drei Männer wären in seiner Mitte: Noah, Daniel und Hiob -, es würde um ihrer Gerechtigkeit willen [nur] ihre eigene Seele gerettet werden, spricht der Herr, HERR. 14,15 Oder [wenn] ich böse Tiere das Land durchstreifen lasse, so daß sie es entvölkern und es eine Öde wird, weil wegen der Tiere niemand hindurchzieht - 14,16 [wären] diese drei Männer in seiner Mitte, so wahr ich lebe, spricht der Herr, HERR, sie würden weder Söhne noch Töchter retten; sie allein würden gerettet, das Land aber würde eine Öde werden. 14,17 Oder [wenn] ich das Schwert über jenes Land kommen lasse und spreche: Schwert, fahre durch das Land! und aus ihm Menschen und Vieh ausrotte - 14,18 und diese drei Männer wären in seiner Mitte -, so wahr ich lebe, spricht der Herr, HERR, sie würden weder Söhne noch Töchter retten; sondern sie allein würden gerettet werden. 14,19 Oder [wenn] ich die Pest in jenes Land sende und meinen Grimm in Blut über es ausgieße, um Menschen und Vieh darin auszurotten - 14,20 und Noah, Daniel und Hiob wären in seiner Mitte -, so wahr ich lebe, spricht der Herr, HERR, sie würden weder Sohn noch Tochter retten; sie würden um ihrer Gerechtigkeit willen [nur] ihre [eigene] Seele retten.

14,21 Denn so spricht der Herr, HERR: Ja, wenn ich nun meine vier bösen Gerichte, Schwert und Hunger und böse Tiere und die Pest, gegen Jerusalem entsende, um aus ihm Menschen und Vieh auszurotten! 14,22 Doch siehe, Entkommene werden darin übrigbleiben, die herausgeführt werden, Söhne und Töchter. Siehe, sie werden zu euch hinausziehen, und ihr werdet ihren Weg und ihre Taten sehen; und ihr werdet euch trösten über das Unheil, das ich über Jerusalem habe kommen lassen, alles was ich über es habe kommen lassen. 14,23 Und sie werden euch trösten, wenn ihr ihren Weg und ihre Taten seht, und ihr werdet erkennen, daß ich nicht ohne Ursache all das getan habe, was ich an ihm getan, spricht der Herr, HERR.

Gleichnis: Jerusalem, das unnütze Holz der Weinrebe.

Kap. 21,1-5.

Kapitel 15

15,1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 15,2 Menschensohn, was hat [denn] das Holz des Weinstocks allem [anderen] Holz voraus, die Ranke, die unter den Bäumen des Waldes ist? 15,3 Wird von ihm Holz genommen, um es zu einer Arbeit zu verwenden? Oder nimmt man von ihm einen Pflock, um irgendein Gerät daran aufzuhängen? 15,4 Siehe, dem Feuer ist es zum Fraß gegeben. Seine beiden Enden hat das Feuer gefressen, und seine Mitte ist versengt. Wird es [noch] zu einer Arbeit tauglich sein? 15,5 Siehe, [selbst] wenn es unversehrt ist, wird es zu keiner Arbeit verwendet. Wieviel weniger, wenn das Feuer es gefressen hat und es versengt ist, kann es noch zu einer Arbeit verwendet werden! - 15,6 Darum, so spricht der Herr, HERR: Wie das Holz des Weinstocks unter den Bäumen des Waldes, das ich dem Feuer zum Fraß gebe, so gebe ich die Bewohner von Jerusalem dahin. 15,7 Und ich richte mein Angesicht gegen sie: Aus dem Feuer sind sie herausgekommen, doch Feuer wird sie fressen. Und ihr werdet erkennen, daß ich der HERR bin, wenn ich mein Angesicht gegen sie richte. 15,8 Und ich werde das Land zur Einöde machen, weil sie Untreue begangen haben, spricht der Herr, HERR.

Gleichnis: Jerusalem, die trotz aller Liebesbeweise untreu gewordene Ehefrau.

V. 1-63: Kap. 23.

Kapitel 16

16,1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 16,2 Menschensohn, laß [die Stadt] Jerusalem ihre Greuel erkennen, 16,3 und sage: So spricht der Herr, HERR, zu Jerusalem: Deine Herkunft und deine Abstammung sind aus dem Land der Kanaaniter; dein Vater war ein Amoriter und deine Mutter eine Hetiterin. 16,4 Und [was] deine Geburt [betrifft]: an dem Tag, als du geboren wurdest, wurde deine Nabelschnur nicht abgeschnitten, und du wurdest nicht mit Wasser abgewaschen zur Reinigung und nicht mit Salz abgerieben und nicht in Windeln gewickelt. 16,5 Niemand blickte mitleidig auf dich, um dir eines dieser Dinge aus Mitleid mit dir zu tun, sondern du wurdest auf die Fläche des Feldes geworfen, aus Abscheu vor deinem Leben, an dem Tag, als du geboren wurdest. - 16,6 Da ging ich an dir vorüber und sah dich in deinem Blut zappeln; und zu dir in deinem Blut sprach ich: Bleibe leben! Ja, zu dir in deinem Blut sprach ich: Bleibe leben, 16,7 und wachse wie das Gewächs des Feldes! Und du wuchsest heran und wurdest groß, und du gelangtest zu höchster Anmut; die Brüste rundeten sich, und dein Haar wuchs reichlich; aber du warst nackt und bloß. 16,8 Und ich ging [wieder] an dir vorüber und sah dich, und siehe, deine Zeit war da, die Zeit der Liebe; und ich breitete meinen Zipfel über dich aus und bedeckte deine Blöße. Und ich schwor dir und trat in einen Bund mit dir, spricht der Herr, HERR, und du wurdest mein. 16,9 Und ich wusch dich mit Wasser und spülte dein Blut von dir ab und salbte dich mit Öl. 16,10 Und ich bekleidete dich mit Buntwirkerei und beschuhte dich mit Delphinhäuten, ich umwand dich mit Byssus und bedeckte dich mit Seide. 16,11 Und ich schmückte dich mit Schmuck: ich legte Spangen um deine Handgelenke und eine Kette um deinen Hals, 16,12 und ich legte einen Reif an deine Nase und Ringe an deine Ohren und [setzte] eine prachtvolle Krone auf deinen Kopf. 16,13 So legtest du goldenen und silbernen Schmuck an, und deine Kleidung [bestand aus] Byssus, Seide und Buntwirkerei. Du aßest Weizengrieß und Honig und Öl. Und du warst sehr, sehr schön und warst des Königtums würdig. 16,14 Und dein Ruf ging aus unter die Nationen wegen deiner Schönheit; denn sie war vollkommen durch meinen Glanz, den ich auf dich gelegt hatte, spricht der Herr, HERR.

16,15 Aber du vertrautest auf deine Schönheit, und du hurtest auf deinen Ruf hin und gossest deine Hurereien aus über jeden, der vorbeikam: Ihm wurde sie [zuteil]. 16,16 Und du nahmst von deinen Kleidern und machtest dir bunte Höhen, und du hurtest auf ihnen, [Dinge, die] nie vorgekommen sind und was nie [wieder] geschehen wird. 16,17 Und du nahmst deine prächtigen Geschmeide von meinem Gold und von meinem Silber, das ich dir gegeben hatte, und machtest dir Abbilder von Männern und hurtest mit ihnen. 16,18 Und du nahmst deine buntgewirkten Kleider und bedecktest sie [damit]; und mein Öl und mein Räucherwerk setztest du ihnen vor; 16,19 und mein Brot, das ich dir gegeben habe - mit Weizengrieß und Öl und Honig habe ich dich gespeist -, das setztest du ihnen vor zum wohlgefälligen Geruch; ja, so war es, spricht der Herr, HERR. - 16,20 Und du nahmst deine Söhne und deine Töchter, die du mir geboren, und opfertest sie ihnen zum Fraß. War es zu wenig mit deiner Hurerei, 16,21 daß du meine Söhne schlachtetest und sie hingabst, indem du sie für sie durch [das Feuer] gehen ließest? 16,22 Und bei allen deinen Greueln und deinen Hurereien dachtest du nicht an die Tage deiner Jugend, als du nackt und bloß warst, zappelnd in deinem Blut lagst. -

16,23 Und es geschah, nach all deiner Bosheit - wehe, wehe dir! spricht der Herr, HERR - 16,24 bautest du dir einen Hurenaltar und machtest dir [dein] Hochlager auf jedem freien Platz; 16,25 an jeder Straßenecke bautest du dein Hochlager. Und du machtest deine Schönheit zu einem Greuel und spreiztest deine Beine für jeden, der vorbeikam, und machtest deine Hurerei groß. 16,26 Du hurtest mit den Söhnen Ägyptens, deinen Nachbarn, mit dem großen Fleisch; und du machtest deine Hurerei groß, um mich zu reizen. 16,27 Und siehe, ich streckte meine Hand gegen dich aus und kürzte deinen Anteil [,der dir bestimmt war]. Und ich gab dich der Gier derer hin, die dich hassen, der Töchter der Philister, die sich vor deinem unzüchtigen Weg schämen. 16,28 Und du hurtest mit den Söhnen Assurs, weil du [noch] nicht satt warst; und du hurtest mit ihnen und wurdest auch nicht satt. 16,29 Und du vermehrtest deine Hurerei zum Händlerland Chaldäa hin; aber selbst davon wurdest du nicht satt. 16,30 Wie fieberheiß ist dein Herz, spricht der Herr, HERR, wenn du dies alles tust - das Tun eines selbstherrlichen Hurenweibes -, 16,31 wenn du deinen Hurenaltar an jeder Straßenecke baust und dein Hochlager auf jedem freien Platz machst! Dabei warst du nicht [einmal] wie eine [gewöhnliche] Hure, [denn] du verschmähtest [sogar] den Lohn. 16,32 Die ehebrecherische Frau nimmt statt ihres Mannes fremde [Männer]! 16,33 Allen Huren gibt man Geschenke; du aber gabst deine Liebesgeschenke all deinen Liebhabern, und du beschenktest sie, damit sie von ringsumher zu dir kämen wegen deiner Hurereien. 16,34 So geschah bei dir das Gegenteil von [dem, was sonst üblich ist unter] den Frauen, daß du [nämlich] Hurerei triebst, während man dir nicht nachhurte, daß du Lohn gabst, während dir kein Lohn gegeben wurde. So wurdest du das Gegenteil.

16,35 Darum, Hure, höre das Wort des HERRN! 16,36 So spricht der Herr, HERR: Weil du deine Scham entblößt und deine Blöße aufgedeckt hast bei deinen Hurereien mit deinen Liebhabern und mit all deinen greulichen Götzen und wegen des Blutes deiner Söhne, die du ihnen hingegeben hast: 16,37 darum, siehe, werde ich alle deine Liebhaber sammeln, denen du gefielst, und alle, die du geliebt, mit allen, die du gehaßt hast. Ich sammle sie von allen Seiten gegen dich und decke deine Blöße vor ihnen auf, so daß sie deine ganze Blöße sehen. 16,38 Und ich richte dich nach den Rechtsbestimmungen für Ehebrecherinnen und Blutvergießerinnen und bringe [meinen] Zorn und Eifer über dich. 16,39 Und ich gebe dich in ihre Hand, und sie werden deinen Hurenaltar zerstören und deine Höhen niederreißen und dir deine Kleider ausziehen und deine prächtigen Geschmeide nehmen und dich nackt und bloß liegen lassen. 16,40 Und sie werden eine Versammlung gegen dich heraufkommen lassen und dich steinigen und werden dich mit ihren Schwertern niedermetzeln. 16,41 Und sie werden deine Häuser mit Feuer verbrennen und Strafgerichte an dir üben vor den Augen vieler Frauen. Und so werde ich dich aufhören lassen, Hure zu sein, und [auch] Lohn wirst du nicht mehr geben. 16,42 Und ich werde meinen Zorn an dir stillen, und mein Eifer wird sich von dir abwenden; und ich werde ruhig sein und nicht mehr zürnen. - 16,43 Weil du nicht an die Tage deiner Jugend gedacht hast und mich durch das alles erregt hast, siehe, so habe auch ich deinen Weg auf deinen Kopf gebracht, spricht der Herr, HERR. Hast du diese Schandtat nicht zu all deinen [anderen] Greueln hinzu begangen?

16,44 Siehe, jeder, der einen Spottvers über dich macht, wird diesen Spottvers sagen: Wie die Mutter, so ihre Tochter! 16,45 Eine [echte] Tochter deiner Mutter bist du, die ihren Mann und ihre Söhne verabscheut hat; und eine [echte] Schwester deiner Schwestern bist du, die ihre Männer und ihre Kinder verabscheut haben. Eure Mutter war eine Hetiterin und euer Vater ein Amoriter. 16,46 Und deine größere Schwester ist Samaria, sie und ihre Töchter, die zu deiner Linken wohnt; und deine Schwester, die kleiner ist als du [und] die zu deiner Rechten wohnt, ist Sodom und ihre Töchter. 16,47 Aber du bist nicht [nur] auf ihren Wegen gegangen und hast [nicht nur] nach ihren Greueln getan, [sondern] es fehlte nur wenig, und du hättest verdorbener als sie gehandelt auf all deinen Wegen. 16,48 So wahr ich lebe, spricht der Herr, HERR, wenn deine Schwester Sodom, sie und ihre Töchter, [jemals] getan haben, wie du getan hast, du und deine Töchter! 16,49 Siehe, das war die Schuld deiner Schwester Sodom: Hoffart, Fülle von Brot und sorglose Ruhe hatte sie mit ihren Töchtern, aber die Hand des Elenden und des Armen stärkte sie nicht; 16,50 und sie wurden hochmütig und verübten Greuel vor meinem Angesicht. Und ich tat sie hinweg, sobald ich es sah. 16,51 Und Samaria hat nicht halb so viel Sünden begangen wie du; und du hast deine Greuel zahlreicher werden lassen als sie und hast deine Schwestern als gerecht erscheinen lassen durch all deine Greuel, die du verübt hast. 16,52 So trage auch du deine Schmach, die du für deine Schwestern eingetreten bist durch deine Sünden, die du greulicher begangen hast als sie! [So] sind sie gerechter als du. Und so schäme auch du dich, und trage deine Schmach, weil du deine Schwestern als gerecht hast erscheinen lassen!

Verheißung der Wiederannahme Jerusalems.

16,53 Und ich wende ihr Geschick, das Geschick Sodoms und ihrer Töchter und das Geschick Samarias und ihrer Töchter, und ich wende dein Geschick in ihrer Mitte: 16,54 damit du deine Schmach trägst und dich all dessen schämst, was du getan hast, wodurch du sie tröstest. 16,55 Und deine Schwestern, Sodom und ihre Töchter, werden in ihren früheren Zustand zurückkehren, und Samaria und ihre Töchter werden in ihren früheren Zustand zurückkehren, und auch du und deine Töchter, ihr werdet in euren früheren Zustand zurückkehren. 16,56 Hat nicht deine Schwester Sodom zu einer [abschreckenden] Kunde in deinem Mund gedient am Tag deines Hochmutes, 16,57 bevor deine [eigene] Bosheit aufgedeckt wurde, so wie jetzt das Höhnen der Töchter Edoms - und all derer, die rings um sie her [wohnen], der Töchter der Philister, die dich verachteten - von allen Seiten [über dich ertönt]? 16,58 Deine Schandtat und deine Greuel, die mußt du [jetzt] tragen, spricht der HERR. 16,59 Denn so spricht der Herr, HERR: Ja, ich will dir tun, wie du getan, die du den Eid verachtet, indem du den Bund gebrochen hast. 16,60 Ich aber, ich will an meinen Bund denken, [den ich] mit dir in den Tagen deiner Jugend [geschlossen habe], und will dir einen ewigen Bund aufrichten. 16,61 Und du wirst an deine Wege denken und dich schämen, wenn du deine Schwestern [zu dir] nimmst, die größer sind als du, samt denen, die kleiner sind als du, und ich sie dir zu Töchtern gebe, aber nicht wegen deines Bundes[verhaltens]. 16,62 Und ich selbst werde meinen Bund mit dir aufrichten, und du wirst erkennen, daß ich der HERR bin: 16,63 damit du daran denkst und dich schämst und den Mund nicht mehr öffnest wegen deiner Schmach, wenn ich dir alles vergebe, was du getan hast, spricht der Herr, HERR.

Gleichnis von Adler und Zeder: Treubruch des Königs von Juda gegen den König von Babel.

Kapitel 17

17,1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 17,2 Menschensohn, gib ein Rätsel auf und rede ein Gleichnis zum Haus Israel, 17,3 und sprich: So spricht der Herr, HERR: Der große Adler mit großen Flügeln, langen Schwingen, vollem Gefieder, der bunte [Federn] hatte, kam zum Libanon und nahm den Wipfel der Zeder. 17,4 Den obersten ihrer Triebe brach er ab und brachte ihn ins Land der Händler, in die Stadt der Kaufleute setzte er ihn. 17,5 Und er nahm von dem Samen des Landes und setzte ihn in ein Saatfeld, als Weide an reichlich [strömendes] Wasser, als Ufergewächs setzte er ihn, 17,6 damit er wachse und zu einem wuchernden Weinstock werde von niedrigem Wuchs, damit seine Ranken sich zu ihm hin wendeten und seine Wurzeln unter ihm wären. Und er wurde zu einem Weinstock und bildete Triebe und streckte [seine] Äste aus. - 17,7 Und da war ein Adler, ein anderer, großer, mit großen Flügeln und viel Gefieder. Und siehe, dieser Weinstock drehte seine Wurzeln zu ihm hin und streckte seine Ranken nach ihm aus, damit er ihn tränke, weg von dem Beet, in das er gepflanzt war. 17,8 In ein gutes Feld, an reichlich [strömende] Wasser war er gepflanzt, um Zweige zu treiben und Frucht zu tragen, um zu einem herrlichen Weinstock zu werden. 17,9 Sage: So spricht der Herr, HERR: Wird er gedeihen? Wird man nicht seine Wurzeln ausreißen und seine Frucht abschneiden, so daß alle frischen [Blätter] seines Sprosses verdorren? [Ja], er wird [ganz] verdorren! [Es wird] nicht [nötig sein,] mit starkem Arm und zahlreichem Volk ihn aus seinen Wurzeln loszureißen. 17,10 Und siehe, ist er [auch] gepflanzt, wird er gedeihen? Wird er nicht, sobald der Ostwind ihn berührt, ganz verdorren? Auf dem Beet, auf dem er sprosste, wird er verdorren.

17,11 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 17,12 Sprich doch zu dem widerspenstigen Haus: Erkennt ihr nicht, was das ist? Sage: Siehe, der König von Babel ist nach Jerusalem gekommen und hat seinen König und seine Obersten weggenommen und hat sie zu sich nach Babel weggeführt. 17,13 Und er nahm [einen] von den königlichen Nachkommen und schloß mit ihm einen Bund und ließ ihn einen Eid eingehen. Die Mächtigen des Landes aber nahm er [gefangen], 17,14 damit das Königtum niedrig bleibe [und] damit es sich nicht erhebe [und] damit es seinen Bund halte, daß es bestehen bleibe. 17,15 Aber er empörte sich gegen ihn, indem er seine Boten nach Ägypten sandte, damit es ihm Pferde und viel [Kriegs-]Volk gebe. Wird es Gedeihen haben? Wird er, der das getan hat, entkommen? Da er den Bund gebrochen hat, sollte er entkommen? 17,16 So wahr ich lebe, spricht der Herr, HERR, wenn er an dem Ort des Königs, der ihn zum König gemacht hat, dessen Eid er verachtet und dessen Bund er gebrochen hat, [wenn er] bei ihm in Babel nicht sterben wird! 17,17 Und der Pharao wird ihm nicht mit einem großen Heer und mit einer zahlreichen Schar im Krieg beistehen, wenn man einen Belagerungswall aufschüttet und Belagerungstürme baut, um viele Seelen auszurotten. 17,18 Hat er doch den Eid verachtet und den Bund gebrochen! Siehe, er hatte ja seine Hand darauf gegeben und tat [dennoch] all dieses. Er wird nicht entkommen. 17,19 Darum spricht der Herr, HERR: So wahr ich lebe, wenn ich meinen Eid, den er verachtet, und meinen Bund, den er gebrochen hat, ihm nicht auf seinen Kopf bringe! 17,20 Und ich spanne mein Fangnetz über ihn aus, und in meinem Jagdnetz wird er gefangen; und ich bringe ihn nach Babel, und dort gehe ich mit ihm ins Gericht wegen seiner Untreue, die er gegen mich begangen hat, 17,21 [mit ihm] und mit all seinen ausgewählten Truppen. Unter all seinen Scharen werden sie durchs Schwert fallen, und die Übriggebliebenen werden in alle Winde zerstreut. Und ihr werdet erkennen, daß ich, der HERR, geredet habe.

Zukünftige Wiederherstellung des Königtums Davids.

17,22 So spricht der Herr, HERR: Und ich selbst werde von dem Wipfel der hohen Zeder [einen Trieb] nehmen und [ihn] einsetzen; von dem obersten ihrer Triebe werde ich einen zarten abbrechen und werde ihn selber einpflanzen auf einem hohen und aufragenden Berg. 17,23 Auf den hohen Berg Israels werde ich ihn pflanzen; und er wird Zweige treiben und Frucht tragen und zu einer herrlichen Zeder werden. Und unter ihr werden alle Vögel wohnen, alles, was Flügel hat; im Schatten ihrer Zweige werden sie wohnen. 17,24 Und alle Bäume des Feldes werden erkennen, daß ich, der HERR, den hohen Baum erniedrige, den niedrigen Baum erhöhe, daß ich den grünen Baum vertrocknen lasse und den dürren Baum zum Blühen bringe. Ich, der HERR, habe geredet und werde es tun.

Gottes Vergeltung und persönliche Verantwortung - Möglichkeit der Umkehr.

Kapitel 18

18,1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 18,2 Was habt ihr, daß ihr dieses Sprichwort im Land Israel gebraucht und sprecht: Die Väter essen unreife Trauben, und die Zähne der Söhne werden stumpf? 18,3 So wahr ich lebe, spricht der Herr, HERR, wenn ihr diesen Spruch in Israel noch gebraucht! 18,4 Siehe, alle Seelen gehören mir; wie die Seele des Vaters, so auch die Seele des Sohnes. Sie gehören mir. Die Seele, die sündigt, sie [allein] soll sterben.

18,5 Und wenn jemand gerecht ist und Recht und Gerechtigkeit übt, 18,6 auf den Bergen nicht ißt und seine Augen nicht erhebt zu den Götzen des Hauses Israel und die Frau seines Nächsten nicht unrein macht und einer Frau [zur Zeit ihrer] Unreinheit nicht naht 18,7 und niemanden unterdrückt, das Pfand des Schuldners zurückgibt, keinen Raub begeht, sein Brot dem Hungernden gibt und den Nackten mit Kleidung bedeckt, 18,8 auf Zins nicht gibt und Aufschlag nicht nimmt, seine Hand vom Unrecht zurückhält, rechtes Gericht übt zwischen Mann und Mann, 18,9 in meinen Ordnungen lebt und meine Rechtsbestimmungen hält, um [sie] getreu zu befolgen: gerecht ist er. Leben soll er, spricht der Herr, HERR. - 18,10 Zeugt er aber einen gewalttätigen Sohn, der Blut vergießt und eines von diesen [Dingen] tut - 18,11 er selbst aber hat alles das nicht getan -, wenn [der] sogar auf den Bergen ißt und die Frau seines Nächsten unrein macht, 18,12 den Elenden und den Armen unterdrückt, Raub an sich reißt, das Pfand nicht zurückgibt und seine Augen zu den Götzen erhebt, Greuel verübt, 18,13 auf Zins gibt und Aufschlag nimmt: sollte er leben? Er soll nicht leben! All diese Greuel hat er verübt: er muß getötet werden, sein Blut wird auf ihm sein. 18,14 Und siehe, der zeugt einen Sohn, und dieser sieht alle Sünden seines Vaters, die der tut; er sieht [sie] und tut nicht desgleichen: 18,15 Er ißt nicht auf den Bergen und erhebt seine Augen nicht zu den Götzen des Hauses Israel, er macht nicht die Frau seines Nächsten unrein, 18,16 und er unterdrückt niemanden, pfändet kein Pfand und begeht keinen Raub, er gibt dem Hungernden sein Brot und bedeckt den Nackten mit Kleidung, 18,17 er hält seine Hand vom Unrecht zurück, nimmt weder Zins noch Aufschlag, er befolgt meine Rechtsbestimmungen, lebt in meinen Ordnungen: der wird nicht wegen der Schuld seines Vaters sterben. Leben soll er! 18,18 Sein Vater, weil er Erpressung verübt, am Bruder Raub begangen und das, was nicht gut war, inmitten seines Volkes getan hat: siehe, er [allein] soll um seiner Schuld willen sterben.

V. 19-32: Kap. 33,7-20.

18,19 Ihr aber sagt: `Warum trägt der Sohn nicht an der Schuld des Vaters [mit]? Dabei hat der Sohn [doch] Recht und Gerechtigkeit geübt, hat alle meine Ordnungen bewahrt und sie getan: Leben soll er! 18,20 Die Seele, die sündigt, sie soll sterben. Ein Sohn soll nicht an der Schuld des Vaters [mit-]tragen, und ein Vater soll nicht an der Schuld des Sohnes [mit-]tragen. Die Gerechtigkeit des Gerechten soll auf ihm sein, und die Gottlosigkeit des Gottlosen soll auf ihm sein.

18,21 Wenn aber der Gottlose umkehrt von all seinen Sünden, die er getan hat, und alle meine Ordnungen bewahrt und Recht und Gerechtigkeit übt: leben soll er [und] nicht sterben. 18,22 All seine Vergehen, die er begangen hat, sollen ihm nicht angerechnet werden; um seiner Gerechtigkeit willen, die er geübt hat, soll er leben. 18,23 Sollte ich wirklich Gefallen haben am Tod des Gottlosen, spricht der Herr, HERR, nicht [vielmehr] daran, daß er von seinen Wegen umkehrt und lebt? 18,24 Wenn aber ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit umkehrt und Unrecht tut nach all den Greueln, die der Gottlose verübt hat - tut er es, sollte er leben? -: An all seine gerechten Taten, die er getan hat, soll nicht gedacht werden. Wegen seiner Untreue, die er begangen, und wegen seiner Sünde, die er getan hat, ihretwegen soll er sterben.

18,25 Aber ihr sagt: `Der Weg des Herrn ist nicht recht. Hört doch, Haus Israel: Ist mein Weg nicht recht? Sind nicht [vielmehr] eure Wege nicht recht? 18,26 Wenn ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit umkehrt und Unrecht tut und um dieser [Sünden] willen stirbt, so stirbt er wegen seines Unrechts, das er getan hat. 18,27 Wenn aber ein Gottloser von seiner Gottlosigkeit, die er begangen hat, umkehrt und Recht und Gerechtigkeit übt: er wird seine Seele am Leben erhalten. 18,28 Sieht er es ein und kehrt er um von all seinen Vergehen, die er begangen hat: leben soll er [und] nicht sterben. - 18,29 Aber das Haus Israel sagt: `Der Weg des Herrn ist nicht recht. Sind meine Wege nicht recht, Haus Israel? Sind nicht [vielmehr] eure Wege nicht recht? 18,30 Darum werde ich euch richten, Haus Israel, jeden nach seinen Wegen, spricht der Herr, HERR. Kehrt um und wendet euch ab von allen euren Vergehen, daß es euch nicht ein Anstoß zur Schuld wird! 18,31 Werft von euch alle eure Vergehen, mit denen ihr euch vergangen habt, und schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist! Ja, wozu wollt ihr sterben, Haus Israel? 18,32 Denn ich habe kein Gefallen am Tod dessen, der sterben muß, spricht der Herr, HERR. So kehrt um, damit ihr lebt!

Klagelied über das Königshaus von Juda.

Kapitel 19

19,1 Und du, erhebe ein Klagelied über die Fürsten Israels, 19,2 und sage: Was war [doch] deine Mutter für eine Löwin unter Löwen! Sie lagerte unter Junglöwen, zog ihre Jungen groß. 19,3 Und sie zog eins von ihren Jungen auf, es wurde ein Junglöwe; und er lernte Raub rauben, er fraß Menschen. 19,4 Da bot man Nationen gegen ihn auf, in ihrer Grube wurde er gefangen; und sie brachten ihn mit Haken in das Land Ägypten. 19,5 Und als sie sah, daß ihre Hoffnung dahin, verloren war, da nahm sie ein anderes von ihren Jungen und machte es zu einem Junglöwen. 19,6 Und es lebte unter Löwen, wurde ein Junglöwe; und er lernte Raub rauben, er fraß Menschen. 19,7 Und er zerbrach ihre Paläste, ihre Städte legte er in Trümmer; und das Land und seine Fülle entsetzte sich vor der Stimme seines Gebrülls. 19,8 Da setzte man gegen ihn die Nationen ringsum aus den Provinzen ein; und sie spannten ihr Fangnetz über ihn aus, in ihrer Grube wurde er gefangen. 19,9 Und sie setzten ihn mit Haken in den Käfig und brachten ihn zum König von Babel, [und] er brachte ihn in Gewahrsam, damit seine Stimme nicht mehr gehört würde auf den Bergen Israels.

19,10 Deine Mutter ist einem Weinstock gleichgeworden, an Wassern gepflanzt; er wurde fruchtbar und voller Ranken vom vielen Wasser. 19,11 Und er bekam starke Zweige, [geeignet] für Herrscher-Zepter, und sein Wuchs erhob sich empor zwischen das dichte Laub [der Bäume]; und er wurde sichtbar durch seine Höhe, durch die Menge seiner Ranken. 19,12 Aber er wurde ausgerissen im Zorn, zu Boden geworfen, und der Ostwind ließ seine Frucht verdorren; sie wurden abgerissen und vertrockneten; sein starker Zweig - Feuer verzehrte ihn. 19,13 Und nun ist er in die Wüste gepflanzt, in ein dürres und durstiges Land. 19,14 Und ein Feuer ging vom Gezweig seiner Triebe aus [und] hat seine Frucht verzehrt; und kein starker Zweig war [mehr] an ihm, kein Zepter zum Herrschen.

Ein Klagelied ist es, und zum Klagelied wurde es.

Israels Sünden - Gottes Gerichts- und Heilshandeln.

Kapitel 20

20,1 Und es geschah im siebten Jahr, im fünften [Monat], am Zehnten des Monats, da kamen Männer von den Ältesten Israels, um den HERRN zu befragen; und sie setzten sich vor mir nieder. 20,2 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 20,3 Menschensohn, rede zu den Ältesten Israels, und sage zu ihnen: So spricht der Herr, HERR: Um mich zu befragen, seid ihr gekommen? So wahr ich lebe, wenn ich mich von euch befragen lasse! spricht der Herr, HERR. 20,4 Willst du sie [nicht vielmehr] richten? Willst du richten, Menschensohn? Die Greuel ihrer Väter laß sie erkennen, 20,5 und sage zu ihnen: So spricht der Herr, HERR: An dem Tag, als ich Israel erwählte, da erhob ich meine Hand der Nachkommenschaft des Hauses Jakob [zum Schwur] und gab mich ihnen im Land Ägypten kund und erhob meine Hand ihnen [zum Schwur] und sprach: Ich bin der HERR, euer Gott! 20,6 An jenem Tag erhob ich für sie meine Hand [zum Schwur], daß ich sie aus dem Land Ägypten herausführen würde in ein Land, das ich für sie ausgekundschaftet hatte, das von Milch und Honig überfließt; die Zierde ist es unter allen Ländern. 20,7 Und ich sprach zu ihnen: Werft die Scheusale weg, an denen eure Augen hängen, und macht euch nicht mit den Götzen Ägyptens unrein! Ich bin der HERR, euer Gott.

20,8 Aber sie waren widerspenstig gegen mich und wollten nicht auf mich hören; keiner warf die Scheusale weg, an denen seine Augen hingen, und die Götzen Ägyptens verließen sie nicht. Da gedachte ich, meinen Grimm über sie auszugießen, meinen Zorn an ihnen zu vollenden mitten im Land Ägypten. 20,9 Aber ich handelte [gnädig] um meines Namens willen, damit er nicht entweiht würde vor den Augen der Nationen, in deren Mitte sie waren und vor deren Augen ich mich ihnen kundgegeben hatte, [indem ich schwor], sie aus dem Land Ägypten herauszuführen. 20,10 Und ich führte sie aus dem Land Ägypten und brachte sie in die Wüste. 20,11 Und ich gab ihnen meine Ordnungen, und meine Rechtsbestimmungen ließ ich sie wissen, durch die der Mensch, wenn er sie tut, lebt. 20,12 Und auch meine Sabbate gab ich ihnen, daß sie zum [Bundes-] Zeichen seien zwischen mir und ihnen, damit man erkenne, daß ich, der HERR, es bin, der sie heiligt. - 20,13 Aber das Haus Israel war widerspenstig gegen mich in der Wüste; sie lebten nicht in meinen Ordnungen und verwarfen meine Rechtsbestimmungen, durch die der Mensch, wenn er sie tut, lebt; und meine Sabbate entweihten sie sehr. Da gedachte ich, meinen Grimm in der Wüste über sie auszugießen, um sie zu vernichten. 20,14 Aber ich handelte [gnädig] um meines Namens willen, damit er nicht entweiht würde vor den Augen der Nationen, vor deren Augen ich sie herausgeführt hatte. 20,15 Doch auch erhob ich ihnen meine Hand in der Wüste [zum Schwur], daß ich sie nicht in das Land bringen würde, das ich [ihnen] gegeben hatte, das von Milch und Honig überfließt - die Zierde ist es unter allen Ländern -, 20,16 weil sie meine Rechtsbestimmungen verwarfen und in meinen Ordnungen nicht lebten und meine Sabbate entweihten; denn ihr Herz lief ihren Götzen nach. 20,17 Aber ich war ihretwegen betrübt, so daß ich sie nicht vernichtete, und ich machte mit ihnen kein Ende in der Wüste.

20,18 Und ich sprach zu ihren Söhnen in der Wüste: Lebt nicht in den Ordnungen eurer Väter, und ihre Rechtsbestimmungen bewahrt nicht, und mit ihren Götzen macht euch nicht unrein! 20,19 Ich bin der HERR, euer Gott: Lebt in meinen Ordnungen, und bewahrt meine Rechtsbestimmungen und tut sie! 20,20 Und heiligt meine Sabbate, damit sie zum [Bundes-]Zeichen seien zwischen mir und euch, damit ihr erkennt, daß ich der HERR, euer Gott bin. - 20,21 Aber [auch] die Söhne waren widerspenstig gegen mich; in meinen Ordnungen lebten sie nicht, und meine Rechtsbestimmungen bewahrten sie nicht, sie zu tun, durch die [doch] der Mensch, wenn er sie tut, lebt. Und meine Sabbate entweihten sie. Da gedachte ich, meinen Grimm über sie auszugießen, meinen Zorn an ihnen zu vollenden in der Wüste. 20,22 Aber ich wandte meine Hand zurück und handelte [gnädig] um meines Namens willen, damit er nicht entweiht würde vor den Augen der Nationen, vor deren Augen ich sie herausgeführt hatte. 20,23 [Doch] auch erhob ich ihnen meine Hand in der Wüste [zum Schwur], daß ich sie unter die Nationen versprengen und sie in die Länder zerstreuen würde, 20,24 weil sie meine Rechtsbestimmungen nicht taten und meine Ordnungen verwarfen und meine Sabbate entweihten und ihre Augen hinter den Götzen ihrer Väter her waren. 20,25 Und auch ich gab ihnen Ordnungen, die nicht gut waren, und Rechtsbestimmungen, durch die sie nicht leben konnten. 20,26 Und ich machte sie durch ihre Gaben unrein, indem sie alle Erstgeburt des Mutterleibes durch [das Feuer] gehen ließen: damit ich ihnen Entsetzen einflößte, damit sie erkannten, daß ich der HERR bin.

20,27 Darum, Menschensohn, rede zum Haus Israel und sage zu ihnen: So spricht der Herr, HERR: [Auch] noch dadurch haben eure Väter mich gelästert, daß sie Untreue gegen mich begingen: 20,28 Als ich sie in das Land gebracht, das ihnen zu geben ich meine Hand [zum Schwur] erhoben hatte, ersahen sie [sich] jeden hohen Hügel und jeden dichtbelaubten Baum und opferten dort ihre Schlachtopfer und gaben dort ihre widerwärtigen Opfergaben und brachten dort ihren wohlgefälligen Geruch dar und spendeten ihre Trankopfer. 20,29 Und ich sprach zu ihnen: Was ist das für eine Höhe, wohin ihr geht? So wurde ihr Name Bama genannt, bis auf diesen Tag.

20,30 Darum sage zum Haus Israel: So spricht der Herr, HERR: Wollt ihr euch auf die Weise eurer Väter unrein machen und ihren Scheusalen nachhuren? 20,31 Ja, indem ihr eure Gaben darbringt und eure Söhne durchs Feuer gehen laßt, macht ihr euch unrein bis heute an all euren Götzen! Da sollte ich mich von euch befragen lassen, Haus Israel? So wahr ich lebe, spricht der Herr, HERR, wenn ich mich von euch befragen lasse! 20,32 Und was in eurem Geist aufgestiegen ist, soll niemals geschehen, daß ihr [nämlich] sagt: Wir wollen sein wie die Nationen und wie die Geschlechter der Länder, um im Dienst von Holz und Stein zu stehen. 20,33 So wahr ich lebe, spricht der Herr, HERR, wenn ich nicht mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm und mit ausgegossenem Grimm als König über euch herrschen werde! 20,24 Und ich werde euch aus den Völkern herausführen und euch aus den Ländern, in die ihr zerstreut worden seid, mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm und mit ausgegossenem Grimm sammeln. 20,35 Und ich werde euch in die Wüste der Völker bringen und dort mit euch ins Gericht gehen von Angesicht zu Angesicht; 20,36 wie ich mit euren Vätern ins Gericht gegangen bin in der Wüste des Landes Ägypten, ebenso werde ich mit euch ins Gericht gehen, spricht der Herr, HERR. 20,37 Und ich werde euch unter dem [Hirten]stab hindurchziehen lassen und euch abgezählt hineinbringen. 20,38 Und ich werde von euch ausscheiden, die sich empörten und mit mir brachen; ich werde sie aus dem Land ihrer Fremdlingschaft herausführen, aber in das Land Israel sollen sie nicht kommen. Und ihr werdet erkennen, daß ich der HERR bin.

20,39 Ihr aber, Haus Israel, so spricht der Herr, HERR: Geht [doch] hin, dient ein jeder seinen Götzen! Aber nachher - solltet ihr wirklich nicht auf mich hören? - dann werdet ihr meinen heiligen Namen nicht mehr entweihen mit euren Gaben und mit euren Götzen. 20,40 Denn auf meinem heiligen Berg, auf dem hohen Berg Israels, spricht der Herr, HERR, dort wird mir das ganze Haus Israel insgesamt dienen im Land. Dort werde ich sie wohlgefällig annehmen, und dort werde ich eure Hebopfer einfordern und die Erstlinge eurer Geschenke, all eure heiligen Gaben. 20,41 Beim wohlgefälligen Geruch [eurer Opfer] werde ich euch wohlgefällig annehmen, wenn ich euch aus den Völkern herausführe und euch aus den Ländern sammle, in die ihr zerstreut worden seid, und ich mich an euch als heilig erweise vor den Augen der Nationen. 20,42 Und ihr werdet erkennen, daß ich der HERR bin, wenn ich euch in das Land Israel bringe, in das Land, [über] das ich meine Hand [zum Schwur] erhoben habe, es euren Vätern zu geben. 20,43 Und ihr werdet dort an eure Wege und all eure Taten denken, mit denen ihr euch unrein gemacht habt; und ihr werdet an euch selbst Ekel empfinden wegen all eurer bösen Taten, die ihr begangen habt. 20,44 Und ihr werdet erkennen, daß ich der HERR bin, wenn ich mit euch handle um meines Namens willen [und] nicht nach euren bösen Wegen und nach euren verderbenbringenden Taten, Haus Israel, spricht der Herr, HERR.

Gottes Gerichtswort über Jerusalem und Ammon.

V. 1-5: Kap. 15.

Kapitel 21

21,1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 21,2 Menschensohn, richte dein Gesicht nach Süden, und rede zum Mittag hin und weissage gegen den Wald des Gefildes im Südland! 21,3 Und sage zum Wald des Südlandes: Höre das Wort des HERRN! So spricht der Herr, HERR: Siehe, ich will in dir ein Feuer anzünden; das wird jeden grünen Baum und jeden dürren Baum in dir verzehren. Die lodernde Flamme wird nicht verlöschen, und vom Süden bis zum Norden werden alle Gesichter durch sie versengt. 21,4 Und alles Fleisch soll sehen, daß ich, der HERR, es angezündet habe. Es wird nicht erlöschen. 21,5 Und ich sprach: Ach, Herr, HERR! Sie sagen von mir: Redet er nicht in Gleichnissen?

21,6 Und das Wort des HERRN geschah zu mir: 21,7 Menschensohn, richte dein Gesicht nach Jerusalem, und rede gegen die Heiligtümer und weissage gegen das Land Israel! 21,8 Und sprich zu dem Land Israel: So spricht der HERR: Siehe, ich will an dich und werde mein Schwert aus seiner Scheide ziehen; und ich werde aus dir den Gerechten und den Ungerechten ausrotten! 21,9 Weil ich aus dir den Gerechten und den Ungerechten ausrotten will, darum soll mein Schwert aus seiner Scheide fahren gegen alles Fleisch vom Süden bis zum Norden. 21,10 Und alles Fleisch wird erkennen, daß ich, der HERR, mein Schwert aus seiner Scheide gezogen habe; es soll nicht wieder [dahin] zurückkehren. 21,11 Und du, Menschensohn, stöhne! Mit brechenden Hüften und mit bitterem [Schmerz] sollst du vor ihren Augen stöhnen! 21,12 Und es soll geschehen, wenn sie zu dir sagen: `Weswegen stöhnst du?, dann sollst du sagen: `Wegen der kommenden Nachricht. Und jedes Herz wird zerschmelzen, und alle Hände werden erschlaffen, und jeder Geist wird verzagen, und alle Knie werden von Wasser triefen. Siehe, es kommt und geschieht, spricht der Herr, HERR.

21,13 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 21,14 Menschensohn, weissage! Und du sollst sagen: So spricht der Herr: Sage: Ein Schwert, ein Schwert, geschärft und auch geschliffen! 21,15 Damit es ein Schlachten anrichtet, ist es geschärft; damit es blitzt, ist es geschliffen. - Oder sollen wir uns freuen [und sagen]: Das Zepter meines Sohnes verwirft alles Holz? - 21,16 Und man hat es zum Schleifen gegeben, um es mit der Faust zu packen. Geschärft ist es, das Schwert, es ist geschliffen, damit man es in die Hand eines Mörders gebe. 21,17 Schreie um Hilfe und heule, Menschensohn! Denn es richtet sich gegen mein Volk, es [richtet sich] gegen alle Fürsten Israels: Sie sind dem Schwert verfallen samt meinem Volk. Darum schlag dir auf die Hüften! 21,18 Denn die Probe ist gemacht. Und warum sollte es, wenn du sogar das Zepter verwirfst, nicht geschehen? spricht der Herr, HERR. - 21,19 Und du, Menschensohn, weissage und schlag die Hände zusammen! Da verdoppelt sich das Schwert, [ja] verdreifacht sich, ein Schwert der Erschlagenen ist es, ein gewaltiges Schwert der Erschlagenen, das tief in sie eindringt. 21,20 Damit das Herz verzage und viele zum Stürzen gebracht werden, bringe ich an all ihre Tore das Schlachten des Schwertes! Wehe! Zum Blitzen ist es gemacht, zum Schlachten geschärft. 21,21 Erweise deine Schärfe, [und] wende dich nach rechts, wende dich nach links, wohin deine Schneide [gerade] gerichtet ist! 21,22 Und auch ich will meine Hände zusammenschlagen und meinen Grimm stillen. Ich, der HERR, habe geredet.

21,23 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 21,24 Und du, Menschensohn, mache dir zwei Wege, auf denen das Schwert des Königs von Babel kommt! Von einem Land sollen sie beide ausgehen. Und setze einen Wegweiser, an den Anfang des Weges zur Stadt setze [ihn]! 21,25 Du sollst einen Weg machen, damit das Schwert komme nach Rabba der Söhne Ammon und nach Juda, das [nur noch] in Jerusalem befestigt ist. 21,26 Denn der König von Babel bleibt am Kreuzweg stehen, am Anfang der beiden Wege, um das Losorakel zu befragen; er schüttelt die Pfeile, befragt die Teraphim, beschaut die Leber. 21,27 In seiner Rechten ist das Losorakel `Jerusalem, daß er Sturmböcke aufstelle, den Mund öffne mit Geschrei, die Stimme erhebe mit Kriegsgeschrei, Sturmböcke gegen die Tore aufstelle, Belagerungswälle aufschütte und Belagerungstürme baue. - 21,28 In ihren Augen aber ist es ihnen wie ein falsches Orakel - sie haben ja die heiligsten Eide -; er aber bringt [ihre] Schuld in Erinnerung, damit sie gefaßt werden.

21,29 Darum, so spricht der Herr, HERR: Weil ihr eure Schuld in Erinnerung bringt, indem eure Verbrechen offenbar werden, so daß eure Sünden in allen euren Taten gesehen werden, weil ihr angezeigt worden seid, werdet ihr mit [harter] Hand gefaßt werden. 21,30 Und du, erschlagener Gottloser, Fürst Israels, dessen Tag gekommen ist zur Zeit der endgültigen Strafe! 21,31 So spricht der Herr, HERR: Weg mit dem Kopfbund, und fort mit der Krone! Nichts bleibt, wie es ist. Das Niedrige soll erhöht und das Hohe erniedrigt werden! 21,32 Zu Trümmern, Trümmern, Trümmern mache ich es. Auch das bleibt nicht - bis der kommt, dem das Recht gehört; dem gebe ich es.

V. 33-37: Kap. 25,1-7; Jer 49,1-6; Am 1,13-15; Zeph 2,8-11.

21,33 Und du, Menschensohn, weissage und sprich: So spricht der Herr, HERR, über die Söhne Ammon und über ihr Höhnen. Und sprich: Schwert, Schwert, zum Schlachten gezückt, zum Fressen geschliffen, damit es als Blitz dreinfahre, 21,34 um dich, während man dir Nichtiges schaut, während man dir Lüge wahrsagt, an die Hälse der [tödlich] verwundeten Gottlosen zu legen, deren Tag gekommen ist zur Zeit der endgültigen Strafe! 21,35 Stecke es wieder in seine Scheide! An dem Ort, wo du geschaffen bist, in dem Land deiner Herkunft, werde ich dich richten. 21,36 Und ich werde meinen Zorn über dich ausgießen, das Feuer meines Grimms gegen dich anfachen; und ich werde dich in die Hand roher Männer geben, die Verderben schmieden. 21,37 Du wirst dem Feuer zum Fraß [gegeben] werden, dein Blut wird mitten im Land sein; an dich wird nicht mehr gedacht werden. Denn ich, der HERR, habe geredet.

Schuld und Bestrafung von Jerusalem und Juda.

Kapitel 22

22,1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 22,2 Und du, Menschensohn, willst du richten, willst du richten die Stadt der Blutschuld? So laß sie alle ihre Greuel erkennen, 22,3 und sage: So spricht der Herr, HERR: [Du] Stadt, die in ihrer Mitte Blut vergießt, damit ihre [Gerichts]zeit komme, und die sich Götzen macht, so daß sie sich unrein mache! 22,4 Durch dein Blut, das du vergossen hast, bist du schuldig geworden; und durch deine Götzen, die du gemacht, hast du dich unrein gemacht; und du hast deine [Gerichts]tage herbeigeführt und bist zu deinen Jahren gekommen. Darum habe ich dich zum Hohn für die Nationen gemacht und zum Gespött für alle Länder. 22,5 Die [dir] nahe und die von dir entfernt [wohnen], verspotten dich, deren Ruf befleckt, deren Bestürzung gewaltig ist. - 22,6 Siehe, die Fürsten Israels waren in dir - jeder [pochte] auf seine Macht -, um Blut zu vergießen. 22,7 Vater und Mutter verachtet man in dir, dem Fremden tut man Gewalt an in deiner Mitte, Waise und Witwe unterdrückt man in dir. 22,8 Meine heiligen Dinge verachtest du, und meine Sabbate entweihst du. 22,9 Verleumder sind in dir, um Blut zu vergießen. Und auf den Bergen ißt man in dir, Schandtaten verübt man in deiner Mitte. 22,10 Die Blöße des Vaters deckt man auf in dir, die in ihrer Absonderung Unreine schwächt man in dir. 22,11 Der eine verübt Greuel mit der Frau seines Nächsten, der andere macht seine Schwiegertochter durch Schandtat unrein, und ein anderer schwächt in dir seine Schwester, die Tochter seines Vaters. 22,12 Bestechungsgeschenke nimmt man in dir, um Blut zu vergießen; Zins und Aufschlag nimmst du und übervorteilst deinen Nächsten mit Gewalt. Mich aber vergißt du, spricht der Herr, HERR.

22,13 Und siehe, ich schlage in meine Hand wegen deines unrechten Gewinns, den du gemacht hast, und über deine Blutschuld, die in deiner Mitte ist. 22,14 Wird dein Herz fest bleiben, oder werden deine Hände stark sein in den Tagen, da ich mit dir handeln werde? Ich, der HERR, habe geredet und werde handeln. 22,15 Und ich werde dich versprengen unter die Nationen und dich zerstreuen in die Länder und deine Unreinheit ganz aus dir wegschaffen. 22,16 Und du wirst durch dich selbst entweiht werden vor den Augen der Nationen; und du wirst erkennen, daß ich der HERR bin.

22,17 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 22,18 Menschensohn, das Haus Israel ist für mich zu Schlacken geworden; sie alle sind Kupfer und Zinn und Eisen und Blei im Schmelzofen; Silberschlacken sind sie geworden. 22,19 Darum, so spricht der Herr, HERR: Weil ihr alle zu Schlacken geworden seid, darum, siehe, werde ich euch in Jerusalem zusammentun. 22,20 [Wie] man Silber und Kupfer und Eisen und Blei und Zinn in einen Schmelzofen zusammentut, um Feuer darunter anzublasen, um es zu schmelzen, so werde ich euch in meinem Zorn und in meinem Grimm zusammentun und euch hineinlegen und schmelzen. 22,21 Und ich werde euch sammeln und das Feuer meines Grimms gegen euch anblasen, daß ihr darin geschmolzen werdet. 22,22 Wie Silber im Ofen geschmolzen wird, so werdet ihr mitten in ihm geschmolzen werden. Und ihr werdet erkennen, daß ich, der HERR, meinen Grimm über euch ausgegossen habe.

22,23 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 22,24 Menschensohn, sprich zu ihm: Du bist ein Land, das nicht benetzt, nicht beregnet ist am Tag des Zorns, 22,25 dessen Obere in seiner Mitte sind wie ein brüllender Löwe, der Beute reißt. Seelen fressen sie, Reichtum und Kostbarkeiten nehmen sie, seine Witwen lassen sie zahlreich werden in seiner Mitte. 22,26 Seine Priester tun meinem Gesetz Gewalt an und entweihen meine heiligen Dinge; zwischen heilig und nicht heilig unterscheiden sie nicht, und [den Unterschied] zwischen unrein und rein lassen sie nicht erkennen; und vor meinen Sabbaten verhüllen sie ihre Augen. So werde ich in ihrer Mitte entweiht. 22,27 Seine Obersten sind in seiner Mitte wie Wölfe, die Beute reißen, um Blut zu vergießen, Seelen zugrunde zu richten, damit sie unrechten Gewinn erlangen. 22,28 Und seine Propheten streichen ihnen Tünche [darüber], indem sie Nichtiges schauen und ihnen Lügen wahrsagen und sprechen: So spricht der Herr, HERR! Und doch hat der HERR nicht geredet. 22,29 Das Volk des Landes verübt Erpressung und begeht Raub; und den Elenden und Armen unterdrücken sie, und am Fremden handeln sie gegen [jedes] Recht. 22,30 Und ich suchte einen Mann unter ihnen, der die Mauer zumauern und vor mir für das Land in den Riß treten könnte, damit ich es nicht verheeren müßte; aber ich fand keinen. 22,31 So gieße ich meinen Zorn über sie aus, im Feuer meines Grimms vernichte ich sie, ihren Weg bringe ich auf ihren Kopf, spricht der Herr, HERR.

Die beiden unzüchtigen Schwestern Ohola und Oholiba.

Kap. 16.

Kapitel 23

23,1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 23,2 Menschensohn, [da gab es] zwei Frauen, Töchter einer Mutter waren sie. 23,3 Die hurten in Ägypten, [bereits] in ihrer Jugend hurten sie; dort wurden ihre Brüste gedrückt, und dort betastete man ihren jungfräulichen Busen. 23,4 Die ältere hieß Ohola und ihre Schwester Oholiba. Und sie wurden mein und gebaren Söhne und Töchter. Und [was] ihre Namen [betrifft]: Samaria ist Ohola, und Jerusalem ist Oholiba.

23,5 Und Ohola hurte von mir weg. Und sie hatte Verlangen nach ihren Liebhabern, den kampftüchtigen Assyrern, 23,6 gekleidet in violetten Purpur, den Statthaltern und Befehlshabern, anmutige junge Männer waren sie alle, Reiter, auf Pferden reitend. 23,7 Und sie richtete ihre Hurereien auf sie. Die Auslese der Söhne Assur waren sie alle; und mit allen, nach denen sie Verlangen hatte, [und] mit all deren Götzen machte sie sich unrein. 23,8 Auch ihre von Ägypten her [gewohnten] Hurereien ließ sie nicht; denn [schon] in ihrer Jugend hatten sie bei ihr gelegen und hatten ihren jungfräulichen Busen betastet und ihre Hurerei über sie ausgegossen. 23,9 Darum habe ich sie in die Hand ihrer Liebhaber gegeben, in die Hand der Söhne Assur, nach denen sie Verlangen hatte. 23,10 Die haben ihre Blöße aufgedeckt, ihre Söhne und ihre Töchter weggenommen, und sie selbst haben sie mit dem Schwert erschlagen, so daß sie zum Gerede bei den Frauen wurde, und haben Strafgerichte an ihr geübt.

23,11 Und ihre Schwester Oholiba sah es, und sie trieb es mit ihrem Verlangen verderblicher als sie und mit ihren Hurereien [schlimmer] als ihre Schwester mit [ihren] Hurereien. 23,12 Sie bekam Verlangen nach den Söhnen Assur, Statthaltern und Befehlshabern, Kämpfern, prächtig gekleidet, Reitern, auf Pferden reitend; anmutige junge Männer waren sie alle. 23,13 Und ich sah, daß sie sich unrein gemacht hatte: Dieselbe Art hatten sie beide. 23,14 Aber sie trieb ihre Hurereien [noch] weiter: Denn sie sah Männer in Zeichnung an der Wand, Bilder von Chaldäern, mit roter Farbe eingezeichnet, 23,15 gegürtet mit einem Gurt an ihren Hüften, herabhängenden Turbanen auf ihren Köpfen, sie alle vom Aussehen hervorragender Kämpfer, ein Abbild der Söhne Babels, deren Geburtsland Chaldäa ist. 23,16 Und als ihre Augen sie sahen, bekam sie Verlangen nach ihnen, und sie sandte Boten zu ihnen nach Chaldäa. 23,17 Da kamen die Söhne Babels zu ihr zum Liebeslager und machten sie durch ihre Hurerei unrein. Doch als sie sich an ihnen unrein gemacht hatte, wandte sich ihre Seele jäh von ihnen ab. 23,18 Und als sie [so] ihre Hurereien aufgedeckt hatte und ihre Blöße aufgedeckt hatte, da wandte sich meine Seele jäh von ihr ab, ebenso wie meine Seele sich von ihrer Schwester jäh abgewandt hatte. 23,19 Sie aber vermehrte [noch] ihre Hurereien, indem sie an die Tage ihrer Jugend dachte, als sie im Land Ägypten gehurt hatte. 23,20 Und sie bekam Verlangen nach ihren Liebhabern, deren Fleisch wie das Fleisch der Esel und deren Erguß wie der Erguß der Pferde ist. 23,21 Und du sehntest dich nach der Schandtat deiner Jugend, als man in Ägypten deinen Busen betastete um deiner jugendlichen Brüste willen. - 23,22 Darum, Oholiba, so spricht der Herr, HERR: Siehe, ich erwecke gegen dich deine Liebhaber, von denen deine Seele sich jäh abgewandt hat, und lasse sie von allen Seiten über dich kommen: 23,23 die Söhne Babels und alle Chaldäer, Pekod und Schoa und Koa, alle Söhne Assur mit ihnen, anmutige junge Männer, Statthalter und Befehlshaber sind sie alle, hervorragende Kämpfer und Räte, sie alle auf Pferden reitend. 23,24 Die kommen über dich von Norden, [mit] Wagen und Rädern und Scharen von Völkern; Langschild und Kleinschild und Helm richten sie ringsum gegen dich. Und ich übergebe ihnen das Gericht, und sie werden dich nach ihren Rechtssätzen richten. 23,25 Und ich bringe meinen Eifer über dich, und sie werden im Grimm mit dir verfahren: deine Nase und deine Ohren werden sie abschneiden, und was nach dir [übrigbleibt], wird durch das Schwert fallen; deine Söhne und deine Töchter werden sie wegnehmen, und was nach dir [übrigbleibt], wird durch das Feuer verzehrt werden. 23,26 Und sie werden dir deine Kleider ausziehen und deine prächtigen Geschmeide nehmen. 23,27 Und ich will ein Ende machen deiner Schandtat von dir und deiner Hurerei vom Land Ägypten her, so daß du deine Augen nicht mehr zu ihnen erheben und nicht mehr denken wirst an Ägypten.

23,28 Denn so spricht der Herr, HERR: Siehe, ich gebe dich in die Hand derer, die du haßt, in die Hand derer, von denen deine Seele sich jäh abgewandt hat. 23,29 Und sie werden voller Haß mit dir verfahren und all dein Erworbenes wegnehmen und dich nackt und bloß zurücklassen. Da sollen deine hurerische Blöße und deine Schandtat und deine Hurereien aufgedeckt werden. 23,30 Das wird dir geschehen, weil du den Nationen nachgehurt, weil du dich mit ihren Götzen unrein gemacht hast. 23,31 Auf dem Weg deiner Schwester bist du gegangen, so gebe ich ihren Becher in deine Hand. 23,32 So spricht der Herr, HERR: Du wirst den Becher deiner Schwester trinken, den tiefen und weiten - zum Gelächter und zum Spott wird sie -, der so viel faßt. 23,33 Von Trunkenheit und Kummer wirst du voll werden; ein Becher des Entsetzens und der Verödung ist der Becher deiner Schwester Samaria. 23,34 Und du wirst ihn trinken und ausschlürfen und wirst seine Scherben benagen und deine Brüste zerreißen; denn ich habe geredet, spricht der Herr, HERR. - 23,35 Darum, so spricht der Herr, HERR: Weil du mich vergessen und mich hinter deinen Rücken geworfen hast, so trage du auch deine Schandtat und deine Hurereien!

23,36 Und der HERR sprach zu mir: Menschensohn, willst du die Ohola und die Oholiba richten? Dann halte ihnen ihre Greuel vor! 23,37 Denn sie haben Ehebruch getrieben, und Blut ist an ihren Händen, und mit ihren Götzen haben sie Ehebruch getrieben; und sogar ihre Kinder, die sie mir geboren hatten, haben sie ihnen zum Fraß durch [das Feuer] gehen lassen. 23,38 Und dies haben sie mir noch [dazu] angetan: Sie haben am selben Tag mein Heiligtum unrein gemacht und meine Sabbate entweiht. 23,39 Denn wenn sie ihre Söhne für ihre Götzen schlachteten, dann kamen sie am selben Tag in mein Heiligtum, es zu entweihen; und siehe, so haben sie es mitten in meinem Haus getrieben. 23,40 Ja, sie haben sogar [Boten] zu Männern gesandt, die von fernher kommen sollten - zu denen ein Bote gesandt worden war; und siehe, sie kamen! -, für die du dich gebadet, deine Augen geschminkt und [dir] Schmuck angelegt hast 23,41 und dich auf ein prunkvolles Polster gesetzt hast, vor dem ein Tisch bereitet war; und darauf hast du mein Räucherwerk und mein Öl gestellt. 23,42 Und mit lärmender Stimme sang man den Männern zu wegen der Menge der Menschen, die aus der Wüste gekommen waren; und sie legten Armringe an ihre Hände und [setzten] prachtvolle Kronen auf ihre Köpfe.

23,43 Da sprach ich: [Noch immer] Ehebruch für die Verbrauchte? Jetzt treibt man ihre Hurereien, und sie [freut sich darüber]. 23,44 Und man ging zu ihr ein, wie man zu einer Hure eingeht; so gingen sie ein zu Ohola und zu Oholiba, den unzüchtigen Frauen. 23,45 Aber gerechte Männer, die werden sie richten nach dem Recht für Ehebrecherinnen und nach dem Recht für solche, die Blut vergießen; denn sie sind Ehebrecherinnen, und Blut ist an ihren Händen. - 23,46 Denn so spricht der Herr, HERR: Man führe eine Versammlung gegen sie herauf, und gebe sie der Mißhandlung und der Plünderung preis! 23,47 Und die Versammlung soll sie steinigen und sie mit ihren Schwertern zerhauen; ihre Söhne und ihre Töchter soll man erschlagen und ihre Häuser mit Feuer vernichten! 23,48 Und so werde ich die Schandtat aus dem Land wegschaffen, damit alle Frauen sich warnen lassen und nicht nach eurer Schandtat handeln. 23,49 Und sie werden eure Schandtat auf euch bringen, und die Sünden [,die ihr mit] euren Götzen [begangen habt,] werdet ihr tragen. Und ihr werdet erkennen, daß ich der Herr, HERR, bin.

Der Kochtopf als Bild für die Zerstörung Jerusalems - Keine Klage Hesekiels über den Tod seiner Frau als Zeichenhandlung für das unbeklagte Jerusalem.

Kapitel 24

24,1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir im neunten Jahr, im zehnten Monat, am Zehnten des Monats: 24,2 Menschensohn, schreibe dir den Namen des Tages auf, ebendieses Tages! An ebendiesem Tag wirft sich der König von Babel [mit seinem Heer] auf Jerusalem.

24,3 Und rede ein Gleichnis zu dem widerspenstigen Haus, und sage zu ihnen: So spricht der Herr, HERR: Setze den Topf auf, setze [ihn] auf, und gieße auch Wasser hinein! 24,4 Lege seine [Fleisch]stücke zusammen hinein, lauter gute Stücke, Lende und Schulter; auserlesene Knochen fülle ein! 24,5 Nimm auserlesene Schafe, und schichte auch ringsherum die Holzstücke darunter; laß seine [Fleisch]stücke sieden; auch seine Knochen sollen darin kochen! - 24,6 Darum, so spricht der Herr, HERR: Wehe, Stadt der Blutschuld! Topf, an dem sein Rost ist und dessen Rost nicht von ihm abgeht! Stück für Stück leere ihn aus, ohne daß darüber das Los gefallen ist. 24,7 Denn ihr Blut ist in ihrer Mitte: sie hat es auf den kahlen Felsen getan, sie hat es nicht auf die Erde gegossen, daß man es mit Staub bedecken könnte. 24,8 Um Zorn heraufzuführen, um Rache zu üben, habe ich ihr Blut auf den kahlen Felsen getan, damit es nicht bedeckt wird. - 24,9 Darum, so spricht der Herr, HERR: Wehe, Stadt der Blutschuld! Auch ich werde den Holzstoß groß machen. 24,10 Häufe das Holz, zünde das Feuer an, koche das Fleisch gar, und schütte die Brühe weg, und die Knochen sollen angebrannt werden! 24,11 Und stelle ihn leer auf seine Kohlen, damit seine Bronze heiß wird und glüht und seine Unreinheit in ihm schmilzt, sein Rost abgeht! 24,12 Vergebliche Mühe! Sein vieler Rost geht nicht von ihm ab. Ins Feuer mit seinem Rost! - 24,13 Wegen deiner schändlichen Unreinheit, weil ich dich reinigte, du aber nicht rein wurdest, so wirst du [nun] von deiner Unreinheit nicht mehr rein werden, bis ich meinen Grimm an dir gestillt habe. 24,14 Ich, der HERR, habe geredet. Es kommt, und ich tue es; ich lasse nicht nach; ich bin [deinetwegen] nicht betrübt und lasse es mich nicht gereuen. Nach deinen Wegen und nach deinen Taten richte ich dich, spricht der Herr, HERR.

24,15 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 24,16 Menschensohn, siehe, ich nehme die in deinen Augen Begehrenswerte von dir weg durch plötzlichen Tod. Du aber sollst nicht klagen und nicht weinen, und keine Träne soll dir kommen. 24,17 Stöhne bewegungslos, Totenklage stell nicht an; binde dir deinen Kopfbund um, und zieh deine Schuhe an deine Füße! Deinen Bart sollst du nicht verhüllen und Brot der Trauer nicht essen!

24,18 Und ich redete zum Volk am Morgen, und am Abend starb meine Frau. Und ich tat am Morgen, wie mir befohlen war. 24,19 Da sprach das Volk zu mir: Willst du uns nicht mitteilen, was uns das bedeuten soll, daß du [so] handelst? 24,20 Da sagte ich zu ihnen: Das Wort des HERRN geschah zu mir so: 24,21 Sage zum Haus Israel: So spricht der Herr, HERR: Siehe, ich entweihe mein Heiligtum, den Stolz eurer Macht, das in euren Augen Begehrenswerte und das Verlangen eurer Seele. Und eure Söhne und eure Töchter, die ihr zurückgelassen habt, werden durchs Schwert fallen. 24,22 Dann werdet ihr tun, wie ich getan habe: den Bart werdet ihr nicht verhüllen und Brot der Trauer nicht essen, 24,23 und eure Kopfbunde werden auf euren Köpfen [bleiben] und eure Schuhe an euren Füßen. Ihr werdet nicht klagen und nicht weinen, sondern werdet dahinschwinden in euren Sünden und seufzen einer zum andern hin. 24,24 So wird Hesekiel für euch zum Wahrzeichen werden; nach allem, was er getan hat, werdet ihr tun. Wenn es kommt, dann werdet ihr erkennen, daß ich der Herr, HERR, bin.

24,25 Und du, Menschensohn, siehe, an dem Tag, da ich ihre Zuflucht wegnehme von ihnen, die Freude ihrer Pracht, das in ihren Augen Begehrenswerte und die Sehnsucht ihrer Seelen, ihre Söhne und ihre Töchter; 24,26 an jenem Tag wird ein Entkommener zu dir kommen, um es deine Ohren vernehmen zu lassen. 24,27 An jenem Tag wird dein Mund geöffnet werden vor dem Entkommenen, und du wirst reden und nicht mehr stumm sein. So sollst du ihnen zu einem Wahrzeichen werden; und sie werden erkennen, daß ich der HERR bin.

Drohreden gegen Ammon, Moab, Edom und die Philister.

V. 1-7: Kap. 21,33-37; Jer 49,1-6; Am 1,13-15; Zeph 2,8-11.

Kapitel 25

25,1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 25,2 Menschensohn, richte dein Gesicht gegen die Söhne Ammon, und weissage über sie 25,3 und sage zu den Söhnen Ammon: Hört das Wort des Herrn, HERRN! So spricht der Herr, HERR: Da du `Haha! sagst über mein Heiligtum, weil es entweiht ist, und über das Land Israel, weil es verwüstet ist, und über das Haus Juda, weil sie in die Gefangenschaft gegangen sind: 25,4 darum, siehe, werde ich dich den Söhnen des Ostens zum Besitz geben, und sie werden ihre Zeltlager in dir aufschlagen und ihre Wohnungen in dir errichten; sie werden deine Früchte essen, und sie werden deine Milch trinken. 25,5 Und ich werde Rabba zum Weideplatz der Kamele machen und die Söhne Ammon zur Lagerstätte der Schafe. Und ihr werdet erkennen, daß ich der HERR bin. - 25,6 Denn so spricht der Herr, HERR: Weil du in die Hände geklatscht und mit dem Fuß gestampft hast und dich von Herzen mit all deiner Verachtung über das Land Israel gefreut hast: 25,7 siehe, darum strecke ich meine Hand gegen dich aus und gebe dich den Nationen zur Beute, und ich rotte dich aus den Völkern aus und tilge dich aus den Ländern aus. Ich werde dich vernichten, und du wirst erkennen, daß ich der HERR bin.

V. 8-11: Jes 15; 16; Jer 48; Am 2,1-3; Zeph 2,8-11.

25,8 So spricht der Herr, HERR: Weil Moab und Seir sagen: `Siehe, das Haus Juda ist wie alle Nationen: 25,9 darum, siehe, werde ich die Berghänge Moabs entblößen von den Städten, von seinen Städten ohne Ausnahme, der Zierde des Landes, Bet-Jeschimot, Baal-Meon und bis nach Kirjatajim hin, 25,10 und ich gebe es den Söhnen des Ostens zum Besitz zu den Söhnen Ammon hinzu, damit an die Söhne Ammon nicht mehr gedacht wird unter den Nationen. 25,11 So werde ich an Moab Strafgerichte üben; und sie werden erkennen, daß ich der HERR bin.

V. 12-14: Kap. 35; (Jes 21,11.12); Jes 34,5-17; Jer 49,7-22; Am 1,11.12; Ob.

25,12 So spricht der Herr, HERR: Weil Edom mit Rachsucht gegen das Haus Juda gehandelt und sie sich sehr schuldig gemacht haben, als sie sich an ihnen rächten: 25,13 darum, so spricht der Herr, HERR, werde ich meine Hand gegen Edom ausstrecken und Menschen und Vieh aus ihm ausrotten; und ich werde es von Teman an zur Trümmerstätte machen, und bis nach Dedan hin werden sie durchs Schwert fallen. 25,14 Und ich werde meine Rache an Edom in die Hand meines Volkes Israel legen, und sie werden an Edom handeln nach meinem Zorn und nach meinem Grimm. Und sie werden meine Rache erkennen, spricht der Herr, HERR.

V. 15-17: Jes 14,28-32; Jer 47; Am 1,6-8; Zeph 2,4-7; Sach 9,5-7.

25,15 So spricht der Herr, HERR: Weil die Philister mit Rachsucht gehandelt und sich rachsüchtig gerächt haben mit Verachtung aus [vollem] Herzen zur Zerstörung in ewiger Feindschaft: 25,16 darum, so spricht der Herr, HERR: Siehe, ich strecke meine Hand gegen die Philister aus und rotte die Kreter aus und tilge den Überrest an der Küste des Meeres aus. 25,17 Und ich werde mit grimmigen Züchtigungen große Rache an ihnen üben. Und sie werden erkennen, daß ich der HERR bin, wenn ich meine Rache über sie bringe.

Drohrede gegen Tyrus.

Kap. 27; 28,1-19; Jes 23; Am 1,9.10; Sach 9,2-4.

Kapitel 26

26,1 Und es geschah im elften Jahr, am Ersten des Monats, da geschah das Wort des HERRN zu mir so: 26,2 Menschensohn, weil Tyrus über Jerusalem sagt: `Haha! Zerbrochen ist das Tor der Völker; es fällt mir zu; ich werde erfüllt, sie ist verwüstet!: 26,3 darum, so spricht der Herr, HERR: Siehe, ich will an dich, Tyrus! Und ich werde viele Nationen gegen dich heraufführen, wie das Meer seine Wellen heraufführt. 26,4 Und sie werden die Mauern von Tyrus zerstören und seine Türme abbrechen; und ich werde seine Erde von ihm wegfegen und es zum kahlen Felsen machen. 26,5 Ein Trockenplatz für Netze soll es werden mitten im Meer, denn ich habe geredet, spricht der Herr, HERR, und es wird den Nationen zur Beute werden. 26,6 Und seine Töchter, die auf dem Feld sind, sollen mit dem Schwert erschlagen werden. Und sie werden erkennen, daß ich der HERR bin.

26,7 Denn so spricht der Herr, HERR: Siehe, ich lasse Nebukadnezar, den König von Babel, den König der Könige, von Norden her über Tyrus kommen, mit Pferden und Wagen und Reitern und einem Aufgebot und mit viel Volk. 26,8 Deine Töchter wird er auf dem Feld mit dem Schwert erschlagen. Und er wird Belagerungstürme gegen dich aufstellen und einen Belagerungswall gegen dich aufschütten und Langschilde gegen dich aufrichten 26,9 und den Stoß seines Mauerbrechers gegen deine Mauern richten und deine Türme mit seinen Brecheisen niederreißen. 26,10 Von der Menge seiner Pferde wird dich ihr Staub bedecken; vor dem Lärm der Reiter und Räder und Wagen werden deine Mauern erbeben, wenn er in deine Tore einzieht, wie man in eine Stadt voller Breschen einzieht. 26,11 Mit den Hufen seiner Pferde wird er alle deine Straßen zerstampfen; dein Volk wird er mit dem Schwert erschlagen, und die Gedenksteine deiner Macht werden zu Boden sinken. 26,12 Und sie werden dein Vermögen rauben und deinen Handelsgewinn plündern und deine Mauern abbrechen und deine prächtigen Häuser niederreißen; und deine Steine und dein Holz und deinen Schutt werden sie mitten ins Wasser schütten. 26,13 Und ich werde das Getön deiner Lieder zum Schweigen bringen, und der Klang deiner Zithern wird nicht mehr gehört werden. 26,14 Und ich werde dich zum kahlen Felsen machen; ein Trockenplatz für Netze sollst du werden, du wirst nicht wieder aufgebaut werden. Denn ich, der HERR, habe geredet, spricht der Herr, HERR.

26,15 So spricht der Herr, HERR, zu Tyrus: Werden nicht vom Gedröhn deines Sturzes, wenn der Durchbohrte stöhnt, wenn in deiner Mitte gemordet wird, die Inseln erbeben? 26,16 Und alle Fürsten des Meeres werden von ihren Thronen herabsteigen und ihre Mäntel ablegen und ihre buntgewirkten Kleider ausziehen. In Schrecken werden sie sich kleiden, werden auf der Erde sitzen, immer wieder erzittern und sich über dich entsetzen. 26,17 Und sie werden ein Klagelied über dich erheben und zu dir sagen: Wie bist du verloren gegangen, vom Meer verschwunden, du berühmte Stadt, die mächtig auf dem Meer war, sie und ihre Bewohner, die allen, die dort wohnten, ihren Schrecken einflößte. 26,18 Nun erzittern die Inseln am Tag deines Sturzes; und entsetzt sind die Inseln im Meer wegen deines Endes.

26,19 Denn so spricht der Herr, HERR: Wenn ich dich zu einer verwüsteten Stadt mache, den Städten gleich, die nicht [mehr] bewohnt werden; wenn ich die Flut über dich heraufsteigen lasse und dich die gewaltigen Wasser bedecken, 26,20 dann lasse ich dich hinabfahren mit denen, die in die Grube hinabfahren zum Volk der Urzeit, und lasse dich in den Tiefen [unter] der Erde wohnen, in den Trümmerstätten von der Vorzeit her, mit denen, die in die Grube hinabgefahren sind, damit du nicht [mehr] bewohnt wirst und erstehst im Land der Lebenden. 26,21 [Tödlichen] Schrecknissen gebe ich dich preis; und du wirst nicht mehr sein, und du wirst gesucht, aber nicht wiedergefunden werden für ewig, spricht der Herr, HERR.

Klagelied über den Untergang der Stadt Tyrus.

Kap. 26; 28,1-19; Jes 23; Am 1,9.10; Sach 9,2-4.

Kapitel 27

27,1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: 27,2 Und du, Menschensohn, erhebe ein Klagelied über Tyrus, 27,3 und sage zu Tyrus, das an den Zugängen zum Meer wohnt und Handel treibt mit den Völkern nach vielen Inseln hin: So spricht der Herr, HERR: Tyrus, du sagst: Ich bin von vollkommener Schönheit! 27,4 Dein Gebiet ist im Herzen der Meere; deine Bauleute haben deine Schönheit vollkommen gemacht. 27,5 Aus Wacholder vom Senir bauten sie dir [auf beiden Seiten] alle Planken; sie nahmen Zedern vom Libanon, um auf dir einen Mast zu machen; 27,6 aus Eichen von Baschan machten sie deine Ruder; dein Deck machten sie aus Elfenbein, [eingefaßt] in Zypressen von den Inseln der Kittäer. 27,7 Byssus in Buntwirkerei aus Ägypten war dein Segel, um dir als Flagge zu dienen; violetter und roter Purpur von den Inseln Elischas war dein Kajütendach. 27,8 Die Bewohner von Sidon und Arwad waren deine Ruderer; deine Weisen, Tyrus, waren in dir, sie waren deine Matrosen; 27,9 die Ältesten von Gebal und seine Weisen waren in dir als Ausbesserer deiner Lecks.

Alle Schiffe des Meeres und ihre Seeleute waren in dir, um deine Tauschwaren einzutauschen. 27,10 [Söldner aus] Paras und Lud und Put waren in deinem Heer als deine Kriegsleute; Schild und Helm hängten sie in dir auf, die verliehen dir Glanz. 27,11 Die Söhne Arwads waren mit deinem Heer auf deinen Mauern ringsum, und die Gammaditer waren auf deinen Türmen; ihre Schilde hängten sie ringsum an deinen Mauern auf. Die machten deine Schönheit vollkommen. 27,12 Tarsis war dein Aufkäufer wegen der Fülle an allem Besitz; für Silber, Eisen, Zinn und Blei gaben sie deine Waren. 27,13 Jawan, Tubal u