1,2 Hört, ihr Himmel, und horch auf, du Erde! Denn der HERR
hat geredet: Ich habe Kinder großgezogen und auferzogen, sie aber
haben mit mir gebrochen. 1,3 Ein Rind kennt seinen Besitzer und
ein Esel die Krippe seines Herrn. Israel [aber] hat keine Erkenntnis, mein
Volk hat keine Einsicht. 1,4 Wehe, sündige Nation, schuldbeladenes
Volk, Geschlecht von Übeltätern, verderbenbringende Kinder! Sie
haben den HERRN verlassen, haben den Heiligen Israels verworfen, sie haben
sich nach hinten abgewandt. - 1,5 Wohin wollt ihr noch geschlagen
werden, die ihr [eure] Widerspenstigkeit [nur] vermehrt? Das ganze Haupt
ist krank, und das ganze Herz ist siech. 1,6 Von der Fußsohle
bis zum Haupt ist keine heile Stelle an ihm: Wunden und Striemen und frische
Schläge; sie sind nicht ausgedrückt und nicht verbunden, noch
mit Öl gelindert. 1,7 Euer Land ist eine Öde, eure Städte
sind mit Feuer verbrannt; euer Ackerland - Fremde verzehren [seine Frucht]
vor euren Augen; eine Öde ist es wie bei einer Umkehrung durch Fremde.
1,8
Und die Tochter Zion ist übriggeblieben wie eine Laubhütte im
Weinberg, wie eine Nachthütte im Gurkenfeld, wie eine belagerte Stadt.
1,9 Hätte der HERR der Heerscharen uns nicht einen ganz kleinen
Überrest gelassen, wie Sodom wären wir, Gomorra wären wir
gleich.
1,21 Wie ist zur Hure geworden die treue Stadt! Sie war voller Recht; Gerechtigkeit wohnte darin, und jetzt Mörder! 1,22 Dein Silber ist zu Schlacke geworden, dein edler Wein mit Wasser gepanscht. 1,23 Deine Obersten sind Widerspenstige und Diebesgesellen, jeder von ihnen liebt Bestechungen und jagt Geschenken nach. Der Waise verschaffen sie nicht Recht, und der Rechtsstreit der Witwe kommt nicht vor sie.
1,24 Darum spricht der Herr, der HERR der Heerscharen, der Mächtige
Israels: Wehe! Ich werde mich weiden an meinen Gegnern und Rache nehmen
an meinen Feinden. 1,25 Und ich werde meine Hand gegen dich wenden
und werde deine Schlacken ausschmelzen wie mit Pottasche und all deine
Schlacke beseitigen. 1,26 Ich will deine Richter wiederherstellen
wie in der ersten [Zeit] und deine Ratgeber wie im Anfang. Danach wird
man dich nennen: Stadt der Gerechtigkeit, treue Stadt. 1,27 Zion
wird erlöst werden durch Recht und die, die in ihm umkehren, durch
Gerechtigkeit.
1,28 Aber Zerbruch [trifft die] Abtrünnigen
und Sünder alle miteinander; und die den HERRN verlassen, werden umkommen.
1,29
Denn sie werden beschämt werden wegen der Terebinthen, die ihr begehrt,
und ihr werdet schamrot werden wegen der Gärten, die ihr erwählt
habt. 1,30 Denn ihr werdet sein wie eine Terebinthe, deren Laub
verwelkt ist, und wie ein Garten, der kein Wasser hat. 1,31 Und
der Starke wird zu Werg werden und sein Tun zum Funken; und beide miteinander
werden sie brennen, und niemand wird löschen.
2,2 Und es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses des HERRN feststehen als Haupt der Berge und erhaben sein über die Hügel; und alle Nationen werden zu ihm strömen. 2,3 Und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, laßt uns hinaufziehen zum Berg des HERRN, zum Haus des Gottes Jakobs, daß er uns auf Grund seiner Wege belehre und wir auf seinen Pfaden gehen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und das Wort des HERRN von Jerusalem. 2,4 Und er wird richten zwischen den Nationen und für viele Völker Recht sprechen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Speere zu Winzermessern. Nicht [mehr] wird Nation gegen Nation das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr lernen.
2,5 Haus Jakob, kommt, laßt uns im Licht des HERRN leben! Gericht am Tag des HERRN
2,6 Ja, du hast dein Volk, das Haus Jakob, aufgegeben. Denn sie sind voll [von Wahrsagern] aus dem Osten und sind Zauberer wie die Philister, und mit den Kindern der Fremden schlagen sie in die Hände. 2,7 Sein Land wurde voll von Silber und Gold, und seine Schätze haben kein Ende. Sein Land wurde voll von Pferden, und seine Wagen haben kein Ende. 2,8 Sein Land wurde voll von Götzen. Man wirft sich nieder vor dem Werk seiner Hände, vor dem, was seine Finger gemacht haben. 2,9 Da wird der Mensch gebeugt und der Mann erniedrigt. Und du mögest ihnen nicht vergeben! 2,10 Verkriech dich in den Fels und halte dich im Staub versteckt vor dem Schrecken des HERRN und vor der Pracht seiner Majestät! 2,11 Die stolzen Augen des Menschen werden erniedrigt, und der Hochmut des Mannes wird gebeugt werden. Aber der HERR wird hoch erhaben sein, er allein, an jenem Tag.
2,12 Denn der HERR der Heerscharen hat [sich] einen Tag [vorbehalten]
über alles Hoffärtige und Hohe und über alles Erhabene,
daß es erniedrigt werde; 2,13 über alle Zedern des Libanon,
die hohen und erhabenen, und über alle Eichen Basans; 2,14
über alle hohen Berge und über alle erhabenen Hügel; 2,15
über jeden hohen Turm und über jede steile Mauer; 2,16
über alle Tarsis-Schiffe und über alle kostbaren Boote. 2,17
Und der Stolz des Menschen wird gebeugt und der Hochmut des Mannes erniedrigt
werden. Und der HERR wird hoch erhaben sein, er allein, an jenem Tag. 2,18
Und die Götzen - [mit ihnen] ist es völlig aus. 2,19 Da
wird man sich in Felsenhöhlen und in Erdlöchern verkriechen vor
dem Schrecken des HERRN und vor der Pracht seiner Majestät, wenn er
sich aufmacht, die Erde zu schrecken. 2,20 An jenem Tag wird der
Mensch seine silbernen Götzen und seine goldenen Götzen, die
man ihm zum Anbeten gemacht hat, den Spitzmäusen und den Fledermäusen
hinwerfen, 2,21 um sich in die Felsspalten und Steinklüfte
zu verkriechen vor dem Schrecken des HERRN und vor der Pracht seiner Majestät,
wenn er sich aufmacht, die Erde zu schrecken. 2,22 Laßt ab
vom Menschen, in dessen Nase [nur] ein Hauch ist! Denn wofür ist er
zu achten?
3,13 Der HERR steht da zum Rechtsstreit, und er tritt auf, um die Völker zu richten. 3,14 Der HERR wird ins Gericht gehen mit den Ältesten seines Volkes und dessen Obersten: Ihr, ihr habt den Weinberg abgeweidet, das dem Elenden Geraubte ist in euren Häusern. 3,15 Was [fällt] euch [ein]? Mein Volk zertretet ihr, und das Gesicht der Elenden zermalmt ihr! spricht der Herr, der HERR der Heerscharen.
3,16 Und der HERR sprach: Weil die Töchter Zions hochmütig
sind und mit hochgerecktem Hals dahergehen und verführerische Blicke
werfen, [weil sie] trippelnd einherstolzieren und mit ihren Fußspangen
klirren: 3,17 deshalb wird der Herr den Scheitel der Töchter
Zions grindig machen, und der HERR wird ihre Stirn entblößen.
3,18
An jenem Tag wird der Herr wegnehmen den Schmuck der Fußspangen und
Stirnbänder und Halbmonde; 3,19 die Ohrgehänge und Armketten
und Schleier; 3,20 die Kopfbunde und Schrittkettchen und Gürtel
und Riechfläschchen und Amulette; 3,21 die Fingerringe und
Nasenringe; 3,22 die Prachtkleider und Mäntel und Umschlagtücher
und Beutel; 3,23 die Handspiegel und Hemden und Turbane und Überwürfe.
3,24
Und es wird geschehen, statt des Wohlgeruchs wird Moder sein und statt
des Gürtels ein Strick, statt des Lockenwerks eine Glatze und statt
des Prunkgewandes ein umgürteter Sack, ein Brandmal statt Schönheit.
3,25 Deine Männer werden durchs Schwert fallen und deine Helden
im Krieg. 3,26 Da werden ihre Tore klagen und trauern, und vereinsamt
sitzt sie am Boden.
5,3 Und nun, Bewohner von Jerusalem und Männer von Juda,
richtet doch zwischen mir und meinem Weinberg! 5,4 Was war an meinem
Weinberg noch zu tun, und ich hätte es nicht an ihm getan? Warum habe
ich erwartet, daß er Trauben bringe, und er brachte schlechte Beeren?
5,5
Nun, so will ich euch denn mitteilen, was ich mit meinem Weinberg tun werde:
Seinen Zaun [will ich] entfernen, daß er abgeweidet wird, seine Mauer
niederreißen, daß er zertreten wird. 5,6 Ich werde ihn
zur Wüstenei machen. Er soll nicht beschnitten und nicht behackt werden,
in Dornen und Disteln soll er aufgehen. Und ich will den Wolken befehlen,
daß sie keinen Regen auf ihn regnen lassen. 5,7 Denn der Weinberg
des HERRN der Heerscharen ist das Haus Israel, und die Männer von
Juda sind die Pflanzung seiner Lust. Und er wartete auf Rechtsspruch, und
siehe da: Rechtsbruch; auf Gerechtigkeit, und siehe da: Geschrei über
Schlechtigkeit.
5,13 Darum wird mein Volk gefangen wegziehen aus Mangel an Erkenntnis. Seine Vornehmen sind Hungerleider, und seine lärmende Menge ist ausgedörrt vor Durst. 5,14 Darum sperrt der Scheol seinen Schlund weit auf und reißt seinen Rachen auf ohne Maß. Und hinabfährt seine Pracht und sein Getümmel und sein Lärm und wer darin frohlockt. 5,15 Da wird der Mensch gebeugt und der Mann erniedrigt, und die Augen der Hochmütigen werden erniedrigt. 5,16 Und der HERR der Heerscharen wird im Gericht erhaben sein, und Gott, der Heilige, sich heilig erweisen in Gerechtigkeit. - 5,17 Und Lämmer werden [dort] weiden wie auf ihrer Trift, und Ziegen nähren sich in den Trümmerstätten der Vertriebenen.
5,18 Wehe denen, die die Schuld herbeiziehen mit Stricken des Nichts, und die Sünde wie mit Wagenseilen! 5,19 Die da sagen: Es eile, es komme rasch sein Werk, damit wir es sehen! Und der Ratschluß des Heiligen Israels nahe heran und komme, damit wir ihn erkennen! 5,20 Wehe denen, die das Böse gut nennen und das Gute böse; die Finsternis zu Licht machen und Licht zu Finsternis; die Bitteres zu Süßem machen und Süßes zu Bitterem! 5,21 Wehe denen, die in ihren eigenen Augen weise sind und sich selbst für verständig halten! 5,22 Wehe denen, die Helden sind im Weintrinken und tapfere Männer im Mischen von Rauschtrank; 5,23 die den Ungerechten wegen eines Bestechungsgeschenkes gerecht sprechen, den Gerechten aber ihre Gerechtigkeit absprechen!
5,24 Darum, wie des Feuers Zunge die Stoppeln verzehrt und dürres Gras in der Flamme zusammensinkt, so wird ihre Wurzel wie Moder werden und ihre Blüte auffliegen wie Staub. Denn sie haben das Gesetz des HERRN der Heerscharen verworfen und das Wort des Heiligen Israels verschmäht. 5,25 Darum ist der Zorn des HERRN gegen sein Volk entbrannt, und er hat seine Hand gegen sie ausgestreckt und sie geschlagen. Und die Berge erbebten, und ihre Leichen lagen wie Kehricht mitten auf den Straßen. Bei alledem hat sein Zorn sich nicht gewandt, und noch ist seine Hand ausgestreckt.
5,26 Und er wird ein Feldzeichen aufrichten für die Nation
in der Ferne, und er wird sie herbeipfeifen vom Ende der Erde; und siehe,
eilends, schnell wird sie kommen. 5,27 Kein Erschöpfter und
kein Stürzender ist bei ihr; nicht schlummert noch schläft sie;
keinem löst sich der Gürtel von seinen Lenden, [und] keinem zerreißt
der Riemen seiner Schuhe. 5,28 Ihre Pfeile sind geschärft und
all ihre Bogen gespannt, die Hufe ihrer Pferde sind Kieselsteinen gleich
und ihre Räder gleich dem Wirbelwind. 5,29 Ihr Gebrüll
ist wie das einer Löwin, sie brüllt wie die Junglöwen. Und
sie knurrt und packt die Beute und bringt sie in Sicherheit, und kein Retter
ist da. 5,30 Und sie knurrt über ihr an jenem Tag wie das Tosen
des Meeres. Dann blickt man zur Erde, und siehe, angstvolle Finsternis;
und das Licht ist verfinstert durch ihr Gewölk.
6,8 Und ich hörte die Stimme des Herrn, der sprach: Wen
soll ich senden, und wer wird für uns gehen? Da sprach ich: Hier bin
ich, sende mich! 6,9 Und er sprach: Geh hin und sprich zu diesem
Volk: Hören, ja, hören sollt ihr und nicht verstehen! Sehen,
ja, sehen sollt ihr und nicht erkennen!
6,10 Mache das Herz dieses
Volkes fett, mache seine Ohren schwer[hörig], und verklebe seine Augen:
damit es mit seinen Augen [nicht] sieht und mit seinen Ohren [nicht] hört
und sein Herz [nicht] einsichtig wird und es [nicht] umkehrt und Heilung
für sich findet! 6,11 Da sagte ich: Wie lange, Herr? Und er
sprach: Bis die Städte verwüstet sind, ohne Bewohner, und die
Häuser ohne Menschen und das Land zur Öde verwüstet ist.
6,12
Der HERR wird die Menschen weit fortschicken, und die Verlassenheit mitten
im Land wird groß sein. 6,13 Und ist noch ein Zehntel darin,
so wird es wieder dem Niederbrennen anheimfallen wie die Terebinthe und
wie die Eiche, an denen beim Fällen ein Stumpf [bleibt] - ein heiliger
Same ist sein Stumpf.
7,10 Und der HERR fuhr fort, zu Ahas zu reden, und sprach: 7,11 Fordere dir ein Zeichen vom HERRN, deinem Gott! In der Tiefe fordere es oder oben in der Höhe! 7,12 Ahas aber sagte: Ich will nicht fordern und will den HERRN nicht prüfen. 7,13 Da sprach er: Hört doch, Haus David! Ist es euch zu wenig, Menschen zu ermüden, daß ihr auch meinen Gott ermüdet? 7,14 Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird seinen Namen Immanuel nennen. 7,15 Rahm und Honig wird er essen, bis er weiß, das Böse zu verwerfen und das Gute zu wählen. 7,16 Denn ehe der Junge weiß, das Böse zu verwerfen und das Gute zu wählen, wird das Land verlassen sein, vor dessen beiden Königen dir graut. 7,17 Der HERR wird über dich, über dein Volk und über das Haus deines Vaters Tage kommen lassen, wie sie nicht gekommen sind seit dem Tag, an dem Ephraim sich von Juda getrennt hat: den König von Assur.
7,18 Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird der HERR die
Fliege, die am Ende der Ströme Ägyptens, und die Biene, die im
Land Assur ist, herbeipfeifen. 7,19 Dann werden sie kommen und sich
alle niederlassen in den Tälern der Schluchten und in den Spalten
der Felsen, in allen Dornsträuchern und an allen Tränkplätzen.
7,20 An jenem Tag wird der Herr durch das Schermesser, das auf der
anderen Seite des Stromes gedungen wurde, [nämlich] durch den König
von Assur, das Haupt scheren und das Haar der Beine, ja, auch den Bart
wird es wegnehmen.
7,21 An jenem Tag wird es geschehen, da wird
einer eine junge Kuh und zwei Schafe am Leben erhalten.
7,22 Und
es wird geschehen, wegen der Menge der Milch, die sie geben, wird er Rahm
essen, ja, Rahm und Honig wird jeder essen, der im Land übriggeblieben
ist. 7,23 Und es wird an jenem Tag geschehen, daß jeder Ort,
wo tausend Weinstöcke [im Wert] von tausend Silber[schekeln] stehen,
den Dornen und Disteln gehört.
7,24 [Nur] mit Pfeilen und Bogen
wird man dorthin kommen, denn zu Dornen und Disteln wird das ganze Land
werden. 7,25 Und [auf] alle Berge, die mit der Hacke behackt werden,
dahin wirst du nicht kommen aus Furcht vor Dornen und Disteln. Und sie
werden ein Ort sein, an den man Rinder treibt und der von Schafen zertreten
wird.
8,5 Und der HERR fuhr fort, weiter zu mir zu reden: 8,6 Weil dieses Volk die Wasser von Siloah verworfen, die still dahinfließen, und Freude hat an Rezin und dem Sohn des Remalja: 8,7 darum, siehe, läßt der Herr die mächtigen und großen Wasser des Stromes über sie heraufsteigen - den König von Assur und all seine Herrlichkeit. Er wird heraufsteigen über all seine Betten und über all seine Ufer gehen. 8,8 Und er wird über Juda dahinfahren, [alles] überschwemmen und überfluten; bis an den Hals wird er reichen. Und die Spanne seiner Flügel wird die Weite deines Landes füllen, Immanuel!
8,9 Tobt, ihr Völker, und erschreckt! Und horcht auf, all ihr fernen [Bewohner] der Erde! Gürtet euch und erschreckt, gürtet euch und erschreckt! 8,10 Schmiedet einen Plan, er geht in die Brüche! Beredet die Sache, sie wird nicht zustande kommen! Denn Gott ist mit uns. 8,11 Denn so hat der HERR zu mir gesprochen, als [seine] Hand [mich] packte und er mich davor warnte, auf dem Weg dieses Volkes zu gehen: 8,12 Ihr sollt nicht alles Verschwörung nennen, was dieses Volk Verschwörung nennt. Das, was sie fürchten, sollt ihr nicht fürchten und nicht [davor] erschrecken. 8,13 Den HERRN der Heerscharen, den sollt ihr heiligen! Er sei eure Furcht, und er sei euer Schrecken! 8,14 Und er wird zum Heiligtum sein und zum Stein des Anstoßes und zum Fels des Strauchelns für die beiden Häuser Israel, zum Klappnetz und zur Falle für die Bewohner Jerusalems. 8,15 Und viele unter ihnen werden stürzen, werden fallen und zerbrechen, verstrickt und gefangen werden. - 8,16 Binde die Offenbarung zusammen, versiegele die Weisung unter meinen Jüngern! - 8,17 Und ich will auf den HERRN harren, der sein Angesicht vor dem Haus Jakob verbirgt, und will auf ihn hoffen.
8,18 Siehe, ich und die Kinder, die der HERR mir gegeben hat, wir sind zu Zeichen und zu Wundern in Israel [geworden] vom HERRN der Heerscharen, der auf dem Berg Zion wohnt. 8,19 Und wenn sie zu euch sagen: Befragt die Totengeister und die Wahrsagegeister, die da flüstern und murmeln! [, so antwortet:] Soll nicht ein Volk seinen Gott befragen? [Soll es etwa] für die Lebenden die Toten [befragen]? 8,20 Hin zur Weisung und zur Offenbarung! Wenn sie nicht nach diesem Wort sprechen, dann gibt es für sie keine Morgenröte.
8,21 Man wird darin umherziehen, bedrückt und hungrig. Und
es wird geschehen, wenn man Hunger leidet, dann wird man von Wut übermannt
werden und seinen König und seinen Gott verfluchen. Und man wird sich
nach oben wenden 8,22 und wird zur Erde blicken: und siehe, [da
ist] Not und Finsternis, bedrängendes Dunkel, und in dichte Finsternis
ist man hineingestoßen.
9,12 Aber das Volk kehrt nicht um zu dem, der es schlägt, und den HERRN der Heerscharen suchen sie nicht. 9,13 Da haut der HERR von Israel Kopf und Schwanz ab, Palmzweig und Binse an einem Tag. 9,14 Der Älteste und Angesehene, er ist der Kopf; und der Prophet, der Lüge lehrt, er ist der Schwanz. 9,15 Denn die Führer dieses Volkes werden zu Verführern und die von ihnen Geführten zu Verwirrten. 9,16 Darum wird sich der Herr über dessen junge Männer nicht freuen, und über seine Waisen und Witwen wird er sich nicht erbarmen. Denn sie alle sind Gottlose und Übeltäter, und jeder Mund redet Torheit. - Bei alledem wendet sich sein Zorn nicht ab, und noch ist seine Hand ausgestreckt.
9,17 Denn die Gottlosigkeit brennt wie Feuer: Dornen und Disteln
verzehrt sie und zündet in den Dickichten des Waldes, daß sie
emporwirbeln als hoch aufsteigender Rauch. 9,28 Durch den Grimm
des HERRN der Heerscharen ist das Land verbrannt, und das Volk ist wie
ein Fraß des Feuers geworden; keiner hat Mitleid mit dem andern.
9,19
Und man verschlingt zur Rechten und hungert, und man frißt zur Linken
und wird nicht satt. Jeder frißt das Fleisch seines Nächsten:
9,20
Manasse den Ephraim, und Ephraim den Manasse; diese miteinander zusammen
[aber fallen] über Juda her. - Bei alledem wendet sich sein Zorn nicht
ab, und noch ist seine Hand ausgestreckt.
10,5 Wehe, Assur, Rute meines Zorns! Und der Stock meines Zorns - in ihrer Hand ist er. 10,6 Gegen eine gottlose Nation sende ich ihn, und gegen das Volk meines Grimmes entbiete ich ihn, Raub zu rauben und Beute zu erbeuten und es zertreten zu lassen wie Straßenkot. 10,7 Er aber meint es nicht so, und sein Herz denkt nicht so, sondern zu verheeren hat er im Sinn und nicht wenige Nationen auszurotten. 10,8 Denn er sagt: Sind meine Oberste nicht allesamt Könige? 10,9 Ist Kalne nicht wie Karkemisch, Hamat nicht wie Arpad, Samaria nicht wie Damaskus? 10,10 Wie meine Hand die Königreiche der Götzen erreicht hat - und ihre geschnitzten Bilder waren mehr als die von Jerusalem und von Samaria -, 10,11 werde ich nicht, wie ich Samaria und seinen Götzen getan habe, ebenso Jerusalem und seinen Götzenbildern tun?
10,12 Aber es wird geschehen, wenn der Herr sein ganzes Werk
am Berg Zion und an Jerusalem vollendet hat, wird er die Frucht des überheblichen
Herzens des Königs von Assur heimsuchen und den hochmütigen Stolz
seiner Augen. 10,13 Denn er hat gesagt: Durch die Kraft meiner Hand
habe ich es getan und durch meine Weisheit, denn ich bin verständig.
Und ich beseitige die Grenzen der Völker und plündere ihre Schätze
und stoße die Bewohner hinab wie ein Starker. 10,14 Meine
Hand hat den Reichtum der Völker erreicht wie ein Nest. Und wie man
verlassene Eier zusammenrafft, so habe ich die ganze Erde zusammengerafft:
da war keiner, der mit dem Flügel schlug oder den Schnabel aufriß
und piepste. - 10,15 Rühmt sich die Axt gegen den, der damit
haut? Oder brüstet sich die Säge gegen den, der sie zieht? Als
schwänge ein Stock den, der ihn hochhebt, als ob ein Stab den hochhöbe,
der kein Holz ist! 10,16 Darum wird der Herr, der HERR der Heerscharen,
Schwindsucht senden unter seine Fetten, und unter seiner Herrlichkeit wird
ein Brand auflodern wie ein Feuerbrand.
10,17 Und das Licht Israels
wird zum Feuer werden und sein Heiliger zur Flamme; die wird seine Dornen
und seine Disteln in Brand setzen und verzehren an einem Tag. 10,18
Und man wird die Herrlichkeit seines Waldes und seines Fruchtgartens von
der Seele bis zum Fleisch vernichten, und es wird sein, wie wenn ein Kranker
dahinsiecht. 10,19 Dann wird der Rest der Bäume seines Waldes
zu zählen sein: ein Junge könnte sie aufschreiben.
10,24 Darum, so spricht der Herr, der HERR der Heerscharen: Fürchte dich nicht, mein Volk, das in Zion wohnt, vor Assur, der dich mit dem Stock schlägt und seinen Stab gegen dich erhebt in der Art Ägyptens! 10,25 Denn nur noch eine ganz kurze Weile, dann wird der Grimm zu Ende sein, und mein Zorn [richtet sich] auf ihre Vernichtung. 10,26 Und der HERR der Heerscharen wird über ihn die Geißel schwingen wie bei der Niederlage Midians am Felsen Oreb und seinen Stab über das Meer, und er wird ihn erheben in der Art Ägyptens. 10,27 An jenem Tag wird es geschehen, da weicht seine Last von deiner Schulter, und sein Joch wird von deinem Hals weggerissen, und vernichtet wird das Joch vor dem Fett.
10,28 Er kommt auf Ajat zu, zieht durch Migron; in Michmas läßt
er seinen Troß. 10,29 Sie ziehen durch die Schlucht, `Geba
sei unser Nachtquartier! Rama bebt, Gibea Sauls flieht. 10,30 Schreie
gellend, Tochter Gallims! Horche auf, Lajescha! Elendes Anatot! 10,31
Madmena eilt davon, die Bewohner von Gebim bringen [sich] in Sicherheit.
10,32
Noch heute macht er Halt in Nob. - Er schwingt seine Hand gegen den Berg
der Tochter Zion, den Hügel Jerusalems. - 10,33 Siehe, der
Herr, der HERR der Heerscharen, haut mit Schreckensgewalt die Äste
herunter. Und die Hochgewachsenen werden gefällt, und die Emporragenden
werden niedersinken. 10,34 Und er schlägt das Dickicht des
Waldes mit dem Eisen nieder, und der Libanon fällt durch einen Mächtigen.
11,11 Und an jenem Tag wird es geschehen, da wird der Herr noch
einmal seine Hand erheben, um den Überrest seines Volkes, der übrigbleibt,
loszukaufen aus Assur und Ägypten, aus Patros und Kusch, aus Elam,
Schinar und Hamat und von den Inseln des Meeres. 11,12 Und er wird
den Nationen ein Feldzeichen aufrichten und die Vertriebenen Israels zusammenbringen,
und die Verstreuten Judas wird er sammeln von den vier Enden der Erde.
11,13
Dann wird die Eifersucht Ephraims weichen, und die Bedränger Judas
werden ausgerottet werden. Ephraim wird auf Juda nicht eifersüchtig
sein, und Juda wird Ephraim nicht bedrängen. 11,14 Und sie
werden nach Westen auf die Berglehne der Philister fliegen. Miteinander
werden sie die Söhne des Ostens ausplündern. Edom und Moab werden
ihre Hand greifen, und die Söhne Ammons werden ihnen hörig sein.
11,15
Dann wird der HERR die Meereszunge Ägyptens spalten. Und er wird seine
Hand über den Strom schwingen mit der Gewalt seines Hauches und ihn
in sieben Bäche zerschlagen, so daß man mit Schuhen hindurchgehen
kann. 11,16 So wird es eine Straße geben für den Überrest
seines Volkes, der aus Assur übrigbleibt, wie es eine [Straße]
für Israel gab an dem Tag, als es aus dem Land Ägypten heraufzog.
Kap. 21,1-10; 47,1-15; Jer 50; 51.
13,2 Auf kahlem Berg richtet ein Feldzeichen auf, mit lauter Stimme ruft ihnen zu, winkt mit der Hand, daß sie einziehen durch die Tore der Edlen! 13,3 Ich habe meine Geheiligten entboten, auch meine Helden zu meinem Zorn[gericht] gerufen, die über meine Hoheit frohlocken. 13,4 Horch! Getümmel auf den Bergen wie von einem großen Volk! Horch! Getöse von Königreichen, von versammelten Nationen! Der HERR der Heerscharen mustert ein Kriegsheer. 13,5 Aus fernem Land kommen sie, vom Ende des Himmels - der HERR mit den Werkzeugen seiner Verwünschung, um das ganze Land zugrunde zu richten. 13,6 Heult, denn nahe ist der Tag des HERRN! Er kommt wie eine Verwüstung vom Allmächtigen. 13,7 Darum werden alle Hände erschlaffen, und jedes Menschenherz wird zerschmelzen. 13,8 Und sie werden bestürzt sein. Krämpfe und Wehen werden sie packen, sie werden sich winden wie eine Gebärende. Einer starrt den andern an, ihre Gesichter glühen wie Flammen.
13,9 Siehe, der Tag des HERRN kommt, grausam mit Grimm und Zornglut, um die Erde zur Wüste zu machen; und ihre Sünder wird er von ihr austilgen. 13,10 Denn die Sterne des Himmels und seine Sternbilder werden ihr Licht nicht leuchten lassen. Die Sonne wird finster sein bei ihrem Aufgang, und der Mond wird sein Licht nicht scheinen lassen. 13,11 Und ich werde am Erdkreis die Bosheit heimsuchen und an den Gottlosen ihre Schuld. Ich werde der Anmaßung der Stolzen ein Ende machen und den Hochmut der Gewalttätigen erniedrigen. 13,12 Ich will den Sterblichen seltener machen als gediegenes Gold und den Menschen [seltener] als Ofirgold. 13,13 Darum werde ich die Himmel erzittern lassen, und die Erde wird aufbeben von ihrer Stelle beim Grimm des HERRN der Heerscharen und am Tage seiner Zornglut. 13,14 Und es wird wie mit einer verscheuchten Gazelle sein und wie mit einer Herde, die niemand sammelt: jeder wird sich zu seinem Volk wenden und jeder in sein Land fliehen. 13,15 Wer irgend gefunden wird, soll durchbohrt werden; und wer irgend ergriffen wird, soll durchs Schwert fallen. 13,16 Ihre Kinder werden vor ihren Augen zerschmettert, ihre Häuser geplündert und ihre Frauen geschändet werden.
13,17 Siehe, ich erwecke gegen sie die Meder, die Silber nicht
achten und an Gold kein Gefallen haben. 13,18 [Ihre] Bogen werden
junge Männer niederstrecken, und über die Leibesfrucht werden
sie sich nicht erbarmen, und der Kinder wegen werden sie nicht betrübt
sein. 13,19 So wird es Babel, der Zierde der Königreiche, der
stolzen Pracht der Chaldäer, ergehen wie [nach] der Umkehrung von
Sodom und Gomorra durch Gott.
13,20 Nie mehr wird es bewohnt sein,
und [es bleibt] unbesiedelt von Generation zu Generation. Und der Araber
wird dort nicht zelten, und Hirten werden [ihre Herden] dort nicht lagern
lassen. 13,21 Aber Wüstentiere werden dort lagern, und voller
Eulen werden ihre Häuser sein. Strauße werden dort wohnen und
Bocks-Dämonen dort tanzen. 13,22 Wilde Hunde werden heulen
in seinen Palästen und Schakale in den Lustschlössern. Und seine
Zeit steht nahe bevor, und seine Tage werden nicht verlängert werden.
14,3 Und es wird geschehen, an dem Tag, an dem der HERR dir Ruhe verschafft von deiner Mühsal und deiner Unruhe und von dem harten Dienst, den man dir auferlegt hat, 14,4 da wirst du dieses Spottlied anstimmen über den König von Babel und sagen: Wie hat aufgehört der Unterdrücker, aufgehört das Anstürmen! 14,5 Zerbrochen hat der HERR den Stab der Gottlosen, den Herrscherstab, 14,6 der Völker schlug im Grimm mit Schlägen ohne Unterlaß, Nationen unterjochte im Zorn mit Verfolgung ohne Schonung. 14,7 Es ruht, es rastet die ganze Erde. Man bricht in Jubel aus. 14,8 Auch die Wacholderbäume freuen sich über dich, die Zedern des Libanon: `Seitdem du daliegst, kommt der Holzfäller nicht mehr zu uns herauf. 14,9 Der Scheol drunten ist in Bewegung um deinetwillen, in Erwartung deiner Ankunft. Er stört deinetwegen die Schatten auf, alle Mächtigen der Erde, er läßt von ihren Thronen alle Könige der Nationen aufstehen. 14,10 Sie alle beginnen und sagen zu dir: `Auch du bist kraftlos geworden wie wir, bist uns gleich! 14,11 In den Scheol hinabgestürzt ist deine Pracht und der Klang deiner Harfen. Maden sind unter dir zum Lager ausgebreitet, und Würmer sind deine Decke. 14,12 Wie bist du vom Himmel gefallen, du Glanzstern, Sohn der Morgenröte! [Wie bist du] zu Boden geschmettert, Überwältiger der Nationen! 14,13 Und du, du sagtest in deinem Herzen: `Zum Himmel will ich hinaufsteigen, hoch über den Sternen Gottes meinen Thron aufrichten und mich niedersetzen auf den Versammlungsberg im äußersten Norden. 14,14 Ich will hinaufsteigen auf Wolkenhöhen, dem Höchsten mich gleich machen. - 14,15 Doch in den Scheol wirst du hinabgestürzt, in die tiefste Grube. 14,16 Die dich sehen, betrachten dich, sehen dich genau an: `Ist das der Mann, der die Erde erbeben ließ, Königreiche erschütterte? 14,17 Er machte den Erdkreis der Wüste gleich und riß ihre Städte nieder. Seine Gefangenen entließ er nicht nach Hause. 14,18 Alle Könige der Nationen, sie alle ruhen in Ehren, jeder in seinem Haus. 14,19 Du aber bist hingeworfen fern von deiner Grabstätte wie ein verabscheuter Schößling, bedeckt mit Erschlagenen, vom Schwert Durchbohrten wie ein zertretenes Aas. 14,20 [Mit denen,] die zu den Steinen der Grube hinabgefahren sind, mit ihnen wirst du nicht vereint werden im Grab. Denn du hast dein Land zugrunde gerichtet, dein Volk erschlagen. Das Geschlecht von Übeltätern wird in Ewigkeit nicht [mehr] genannt werden.
14,21 Bereitet für seine Söhne die Schlachtbank zu
um der Schuld ihrer Väter willen! Sie sollen sich nicht [mehr] erheben
und die Erde in Besitz nehmen und die Fläche des Erdkreises mit Städten
füllen. 14,22 Und ich werde mich gegen sie erheben, spricht
der HERR der Heerscharen, und werde von Babel ausrotten Namen und Überrest
und Sproß und Nachkommen, spricht der HERR. 14,23 Ich werde
es zum Besitz der Igel machen und zu Wassersümpfen. Und ich werde
es ausfegen mit dem Besen der Vertilgung, spricht der HERR der Heerscharen.
Hes 25,15-17; Sach 9,5-7.
14,28 Im Todesjahr des Königs Ahas geschah dieser Ausspruch:
14,29
Freue dich nicht, ganz Philistäa, daß der Stock zerbrochen ist,
der dich schlug! Denn aus der Wurzel der Schlange wird eine Otter hervorkommen,
und ihre Frucht wird eine fliegende feurige Schlange sein. 14,30
Da werden die Erstgeborenen der Geringen weiden und die Armen sich in Sicherheit
lagern. Aber deine Wurzel werde ich durch Hunger töten, und deinen
Überrest werde ich erschlagen. 14,31 Heule, Tor! Schrei um
Hilfe, Stadt! Verzage, ganz Philistäa! Denn von Norden her kommt Rauch,
und keiner sondert sich ab von seinen Scharen.
14,32 Und was antwortet
man den Boten der Nation? Ja, der HERR hat die Grundmauern Zions gelegt,
und darin finden die Elenden seines Volkes Zuflucht.
Ja, über Nacht ist Ar-Moab verwüstet, vernichtet; ja, über
Nacht ist Kir-Moab verwüstet, vernichtet. 15,2 Man steigt zum
[Götzen]tempel hinauf und nach Dibon auf die Höhen, um zu weinen;
auf Nebo und auf Medeba jammert Moab. Auf allen seinen Köpfen ist
eine Glatze, jeder Bart ist abgeschoren.
15,3 Auf seinen Gassen
gürten sie sich Sacktuch um; auf seinen Dächern und auf seinen
[Markt]plätzen jammert alles, in Tränen zerfließend. 15,4
Heschbon und Elale schreien um Hilfe; bis Jahaz hört man ihre Stimme.
Darum erheben die Gerüsteten Moabs das Kriegsgeschrei, es zittert
um sein Leben. 15,5 Mein Herz schreit um Hilfe für Moab, -
seine Flüchtlinge [fliehen] bis nach Zoar, nach Eglat-Schelischija.
Ja, die Anhöhe von Luhit steigt man mit Weinen hinauf; ja, auf dem
Weg nach Horonajim erhebt man Geschrei über den Zusammenbruch. 15,6
Ja, die Wasser von Nimrim sollen zu Wüsten werden. Ja, verdorrt ist
das Gras, verwelkt das Kraut; das Grün ist nicht mehr da. 15,7
Darum trägt man über den Pappelbach, was man erübrigt und
was man aufbewahrt hat. 15,8 Ja, das Wehgeschrei umkreist das Gebiet
von Moab: bis nach Eglajim [dringt] sein Jammern und nach Beer-Elim sein
Jammern. 15,9 Ja, die Wasser von Dimon sind voller Blut. Denn ich verhänge
noch mehr [Unheil] über Dimon: einen Löwen über die Entkommenen
Moabs und über den Überrest des Landes.
Kap. 15,1-9.
16,6 Wir haben gehört von dem Hochmut Moabs, dem sehr hochfahrenden,
von seinem Stolz, seinem Hochmut und seiner Überheblichkeit, von seinem
eitlen Prahlen. 16,7 Darum wird Moab heulen über Moab; alles
wird heulen. Um die Traubenkuchen von Kir-Hareset werdet ihr seufzen, ganz
zerschlagen. 16,8 Denn Heschbons Terrassen[gärten] sind verwelkt,
die Weinstöcke von Sibma, deren edle Trauben die Herren der Nationen
[mit Trunkenheit] bezwangen. Bis nach Jaser reichten sie, verloren sich
in die Wüste. Seine Ranken breiteten sich aus, gingen über das
Meer. 16,9 Darum beweine ich, wie Jaser weint, den Weinstock von
Sibma, mit meinen Tränen tränke ich dich satt, Heschbon und Elale.
Denn über dein Sommerobst und über deinen Ernteertrag ist das
Jauchzen [der Feinde] gefallen. 16,10 Da sind Freude und Jubel aus
den Fruchtgärten abgeerntet, und in den Weinbergen wird nicht gejubelt,
nicht gejauchzt. In den Kelterkufen tritt kein Kelterer den Wein; dem Jauchzen
habe ich ein Ende gemacht.
16,11 Darum klagen meine Eingeweide über
Moab wie eine Zither und mein Inneres über Kir-Heres. 16,12
Und es wird geschehen, wenn Moab erscheint, sich abmüht auf der Opferhöhe
und in sein Heiligtum eintritt, um zu beten, dann wird es nichts ausrichten.
16,13
Das ist das Wort, das der HERR einst über Moab geredet hat. 16,14
Jetzt aber redet der HERR und spricht: In drei Jahren, wie die Jahre eines
Tagelöhners, wird die Herrlichkeit Moabs verächtlich sein samt
all der großen Menge. Und der Überrest wird winzig klein, [gar]
nicht groß sein.
Siehe, Damaskus hört auf, eine Stadt zu sein, und wird ein Trümmerhaufen. 17,2 Verlassen sind die Städte von Aroer, sie werden den Herden preisgegeben; die lagern [dort] und niemand schreckt sie auf. 17,3 Und verschwinden wird die feste Stadt aus Ephraim und das Königtum aus Damaskus. Und dem Überrest von Aram ergeht es wie der Herrlichkeit der Söhne Israel, spricht der HERR der Heerscharen.
17,4 Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird die Herrlichkeit Jakobs armselig sein und das Fett seines Fleisches mager werden. 17,5 Es wird sein, wie wenn einer bei der Ernte Getreidehalme zusammenfaßt und sein Arm Ähren abmäht. Es wird sein, wie wenn einer Ähren sammelt in der Talebene Refaim. 17,6 - Doch wird eine Nachlese an ihm übrigbleiben wie beim Abschlagen der Oliven: zwei, drei reife Oliven oben im Geäst, vier, fünf an den Zweigen des Fruchtbaums, spricht der HERR, der Gott Israels. - 17,7 An jenem Tag wird der Mensch auf den hinschauen, der ihn gemacht hat, und seine Augen werden auf den Heiligen Israels sehen. 17,8 Und er wird nicht schauen auf die Altäre, das Werk seiner Hände. Und was seine Finger gemacht haben, wird er nicht ansehen, weder die Ascherim noch die Räucheraltäre. - 17,9 An jenem Tag werden seine Festungsstädte sein wie die verlassenen Orte des Waldes und des Berggipfels, die man vor den Söhnen Israel verließ; und es wird eine Öde sein. - 17,10 Ja, du hast vergessen den Gott deines Heils und nicht gedacht an den Felsen deiner Zuflucht. Deshalb pflanze nur Pflanzungen des `Lieblichen und besäe sie [nur] mit ausländischen Weinranken! 17,11 Am Tag, da du gepflanzt, ziehst du [sie] groß, und am Morgen, da du gesät, bringst du [sie] zum Blühen: hin ist die Ernte am Tag des Siechtums und des unheilbaren Schmerzes.
17,12 Wehe, ein Getöse vieler Völker: wie das Tosen
der Meere tosen sie; und ein Rauschen von Völkerschaften: wie das
Rauschen gewaltiger Wasser rauschen sie. 17,13 Völkerschaften
rauschen wie das Rauschen vieler Wasser. Doch er bedroht sie, und sie fliehen
in die Ferne. Und sie werden gejagt wie Spreu auf den Bergen vor dem Wind
und wie die Raddistel vor dem Sturm. 17,14 Zur Abendzeit, siehe
da, [jähes] Erschrecken. Ehe es Morgen wird, gibt es sie nicht mehr.
Das ist das Geschick derer, die uns plündern, und das Los derer, die
uns berauben.
18,4 Denn so hat der HERR zu mir gesprochen: Ich will mich ruhig verhalten und will zuschauen an meiner Stätte, wie flimmernde Glut bei Sonnenschein, wie Taugewölk in der Ernteglut. 18,5 Denn vor der Ernte, wenn die Blüte vorbei ist und die Blume zur reifenden Traube wird, wird er die Reben abschneiden mit Winzermessern und die Ranken entfernen [und] abreißen. 18,6 Sie werden allesamt den Raubvögeln der Berge und den Tieren der Erde überlassen werden. Und die Raubvögel werden den Sommer darauf zubringen, und alle Tiere der Erde werden darauf überwintern.
18,7 In jener Zeit wird dem HERRN der Heerscharen ein Geschenk
dargebracht werden: von einem Volk, das hochgewachsen und blank ist, und
von einem Volk, das weit und breit gefürchtet ist, von einer Nation,
die mit gespannter Kraft alles zertritt, deren Land Ströme durchschneiden
- zur Stätte des Namens des HERRN der Heerscharen, zum Berg Zion.
Siehe, der HERR fährt auf einer schnellen Wolke und kommt nach
Ägypten. Da beben die Götzen Ägyptens vor ihm, und das Herz
Ägyptens zerschmilzt in seinem Innern.
19,2 Und ich will Ägypten
gegen Ägypten aufstacheln, daß sie kämpfen werden, jeder
gegen seinen Bruder und jeder gegen seinen Nächsten, Stadt gegen Stadt,
Königreich gegen Königreich. 19,3 Dann wird der Geist
Ägyptens in seinem Innern verstört werden, und seinen Ratschlag
will ich verwirren: da werden sie die Götzen und die Totenbeschwörer,
die Totengeister und die Wahrsager befragen. 19,4 Und ich will Ägypten
ausliefern in die Hand eines harten Herrn. Und ein grausamer König
wird über sie herrschen, spricht der Herr, der HERR der Heerscharen.
- 19,5 Und die Wasser werden im Meer versiegen, und der Strom wird
verdunsten und austrocknen,
19,6 und die Ströme werden stinkend
werden. Die Kanäle Mazors werden armselig werden und vertrocknen,
Rohr und Schilf werden schwarz werden. 19,7 Die Binsen am Nil, an
der Mündung des Nil, und jedes Saatfeld am Nil verdorrt, wird verweht
und besteht nicht mehr. 19,8 Da klagen die Fischer, und es trauern
alle, die die Angel in den Nil auswerfen. Und die auf der Wasserfläche
das Netz ausbreiten, werden hinfällig.
19,9 Und zuschanden
werden die, die Flachsstengel zu Gekämmtem verarbeiten, und die Weber
erbleichen. 19,10 Und seine Grundpfeiler sind zerschlagen. Alle,
die um Lohn arbeiten, sind [in ihrer] Seele betrübt. 19,11
Lauter Toren sind die Obersten von Zoan, die weisen Ratgeber des Pharao.
[Ihr] Ratschlag hat sich als dumm erwiesen. Wie sagt ihr zum Pharao: Ein
Sohn der Weisen bin ich, ein Sohn von Königen der Vorzeit? 19,12
Wo sind sie denn, deine Weisen? Mögen sie dir doch verkünden
und erkennen, was der HERR der Heerscharen über Ägypten beschlossen
hat. 19,13 Die Obersten von Zoan sind zu Toren geworden, die Obersten
von Nof sind betrogen. Die Anführer seiner Stämme haben Ägypten
zum Taumeln gebracht. 19,14 Der HERR hat in seiner Mitte einen Geist
des Schwindels gebraut, daß sie Ägypten zum Taumeln gebracht
haben in all seinem Tun, wie ein Trunkener taumelt in seinem Erbrochenen.
19,15 Und Ägypten wird keine Tat [mehr] gelingen, die Kopf
oder Schwanz, Palmzweig oder Binse verrichten [wollen].
19,18 An jenem Tag werden fünf Städte im Land Ägypten sein, die die Sprache Kanaans reden und dem HERRN der Heerscharen schwören werden. Eine wird Ir-Heres heißen. 19,19 An jenem Tag wird mitten im Land Ägypten dem HERRN ein Altar [geweiht] sein und ein Gedenkstein für den HERRN nahe an seiner Grenze. 19,20 Und er wird zu einem Zeichen und zu einem Zeugnis für den HERRN der Heerscharen im Land Ägypten werden: Wenn sie zum HERRN schreien werden wegen der Unterdrücker, dann wird er ihnen einen Retter senden; der wird den Streit führen und sie erretten. 19,21 Und der HERR wird sich den Ägyptern zu erkennen geben, und die Ägypter werden an jenem Tag den HERRN erkennen. Dann werden sie dienen mit Schlachtopfern und Speisopfern und werden dem HERRN Gelübde tun und sie erfüllen. 19,22 Und der HERR wird die Ägypter schlagen, schlagen und heilen. Und sie werden sich zum HERRN wenden, und er wird sich von ihnen erbitten lassen und sie heilen.
19,23 An jenem Tag wird es eine Straße von Ägypten
nach Assur geben. Assur wird nach Ägypten und die Ägypter nach
Assur kommen, und die Ägypter werden mit Assur [dem HERRN] dienen.
19,24 An jenem Tag wird Israel der Dritte sein mit Ägypten
und mit Assur, ein Segen inmitten der Erde.
19,25 Denn der HERR
der Heerscharen segnet es und spricht: Gesegnet sei Ägypten, mein
Volk, und Assur, meiner Hände Werk, und Israel, mein Erbteil!
Wie Stürme, wenn sie im Süden daherfahren, so kommt es aus der Wüste, aus einem furchtbaren Land. 21,2 Ein hartes Gesicht wurde mir kundgetan: Der Räuber raubt, und der Verwüster verwüstet. Auf, Elam! Belagere, Medien! All ihrem Seufzen mache ich ein Ende. 21,3 Darum sind meine Hüften voll Beben, Wehen haben mich gepackt wie die Wehen einer Gebärenden. Ich krümme mich, daß ich nicht hören, bin bestürzt, daß ich nicht sehen kann. 21,4 Mein Herz rast, Schauder hat mich überfallen. Die Dämmerung, die ich liebe, hat er mir in Schrecken verwandelt.
21,5 Man rüstet den Tisch, man ordnet die Polster, man ißt, man trinkt: `Steht auf, ihr Obersten! Salbt den Schild! - 21,6 Denn so hat der Herr zu mir gesprochen: Geh hin, stell einen Späher auf! Was er sieht, soll er berichten. 21,7 Und sieht er einen Wagenzug, ein Pferdegespann, einen Zug Esel, einen Zug Kamele, dann horche er gespannt auf, mit großer Aufmerksamkeit! 21,8 Da rief er [wie] ein Löwe: Auf der Turmwarte, o Herr, stehe ich beständig am Tag, und auf meinem Wachtposten stehe ich bereit alle Nächte hindurch! 21,9 Und siehe da, es kam ein Wagenzug von Männern, ein Pferdegespann . . . Und er fing an und sprach: Gefallen, gefallen ist Babel, und alle Götzenbilder seiner Götter sind zu Boden geschmettert!
21,10 Du mein gedroschenes [Volk] und Sohn meiner Tenne! Was
ich vom HERRN der Heerscharen, dem Gott Israels, gehört, habe ich
euch verkündigt.
21,11 Ausspruch über Duma.
Aus Seir ruft man mir zu: Wächter, wie weit ist es in der Nacht? Wächter, wie weit in der Nacht? 21,12 Der Wächter sagt: Der Morgen ist gekommen, und [doch] ist auch [noch] Nacht. Wollt ihr fragen, so fragt! Kommt noch einmal her!
Jer 49,28-33.
21,13 Ausspruch gegen Arabien.
In der Wildnis von Arabien müßt ihr übernachten, Karawanen
der Dedaniter. 21,14 Bringt dem Durstigen Wasser entgegen, Bewohner
des Landes Tema! Geht dem Flüchtling entgegen mit Brot für ihn!
21,15
Denn sie flohen vor den Schwertern, vor dem gezückten Schwert, vor
dem gespannten Bogen und vor der Wucht des Krieges. 21,16 Denn so
hat der Herr zu mir gesprochen: In noch einem Jahr, [hart] wie die Jahre
eines Tagelöhners, wird alle Herrlichkeit Kedars verschwinden.
21,17
Und die übriggebliebene Zahl der Bogen der Helden von den Söhnen
Kedar wird gering sein. Denn der HERR, der Gott Israels, hat geredet.
Was ist dir denn, daß du insgesamt auf die Dächer gestiegen
bist? 22,2 [Du] lärmende Stadt voller Getümmel, du ausgelassene
Stadt, deine Erschlagenen sind nicht mit dem Schwert Erschlagene und nicht
in der Schlacht Getötete! 22,3 All deine Anführer sind
miteinander geflohen, ohne einen Bogen[schuß] wurden sie gefangen,
alle, die man in dir fand, wurden miteinander gefangen, weit fort wollten
sie fliehen. 22,4 Darum sage ich: Schau weg von mir! Bitterlich
weinen muß ich. Dringt nicht darauf, mich zu trösten über
die Verwüstung der Tochter meines Volkes! 22,5 Denn ein Tag
der Bestürzung, der Zertretung und der Verwirrung [kam] vom Herrn,
dem HERRN der Heerscharen, im Tal der Offenbarung. Es bricht die Mauer,
und Hilfegeschrei [hallt] zum Gebirge hin. 22,6 Und Elam erhebt
den Köcher mit bemannten Wagen [und] Reitern; und Kir enthüllt
den Schild. 22,7 Und es wird geschehen, deine auserlesenen Talebenen
werden voller Wagen sein, und die Reiter nehmen Stellung gegen das Tor.
22,8
Da nimmt man Judas Schutz weg. Aber du blickst an jenem Tag nach den Waffen
des Waldhauses. 22,9 Und ihr seht die Risse der Stadt Davids, daß
sie zahlreich sind, und ihr sammelt die Wasser des unteren Teiches. 22,10
Auch zählt ihr die Häuser von Jerusalem und brecht die Häuser
ab, um die Mauer unzugänglich zu machen. 22,11 Und ihr macht
ein Sammelbecken zwischen den beiden Mauern für die Wasser des alten
Teiches. Aber ihr blickt nicht auf den, der es getan, und seht den nicht
an, der es lange vorher gebildet hat. - 22,12 Und an jenem Tag ruft
der Herr, der HERR der Heerscharen, zum Weinen und zur Wehklage auf, zum
Kahlscheren und zum Umgürten von Sacktuch. 22,13 Aber siehe,
Wonne und Freude, Rindertöten und Schafeschlachten, Fleischessen und
Weintrinken: Laßt uns essen und trinken, denn morgen sterben wir!
22,14 Aber der HERR der Heerscharen hat sich meinen Ohren geoffenbart:
Wenn euch diese Schuld vergeben wird, bis ihr sterbt, spricht der Herr,
der HERR der Heerscharen.
Heult, ihr Schiffe von Tarsis! Denn es ist verwüstet, ohne Haus. Beim Heimkommen aus dem Land Kittim ist es ihnen kundgeworden. 23,2 Wehklagt, ihr Bewohner der Küste, Kaufmann von Sidon, der über das Meer fuhr - sie haben dich angefüllt - 23,3 und über gewaltige Wasser! Die Saat des Schihor, die Ernte des Nil war ihr Ertrag; und sie war der Handelsgewinn der Nationen. 23,4 Sei beschämt, Sidon! Denn das Meer spricht, das Meer, [deine] Zuflucht: Ich habe keine Wehen gehabt und nicht geboren und keine jungen Männer großgezogen noch Jungfrauen auferzogen. 23,5 Sobald die Nachricht nach Ägypten kommt, werden sie sich winden wie bei der Nachricht von Tyrus. 23,6 Fahrt hinüber nach Tarsis! Heult, ihr Bewohner der Küste! 23,7 Ist das eure ausgelassene [Stadt], deren Ursprung in den Tagen der Urzeit [liegt], deren Füße sie hintragen, in der Ferne [als Fremde] zu wohnen?
23,8 Wer hat dies beschlossen über Tyrus, die Kronenspenderin, deren Kaufleute Oberste, deren Händler die Geehrten der Erde waren? 23,9 Der HERR der Heerscharen hat es beschlossen, um den Hochmut aller Herrlichkeit zu entweihen, um alle Geehrten der Erde verächtlich zu machen.
23,10 Bearbeite dein Land, wie [man es am] Nil [tut], Tochter Tarsis! Es gibt keine Werft mehr. 23,11 Er hat seine Hand über das Meer ausgestreckt, hat Königreiche in Beben versetzt; der HERR hat gegen Kanaan aufgetragen, seine Festungen zu zerstören. 23,12 Und er sprach: Du sollst nicht mehr frohlocken, du geschändete Jungfrau, Tochter Sidon! Mache dich auf nach Kittim, fahre hinüber! Auch dort wirst du keine Ruhe haben. 23,13 Siehe, das Land der Kittäer, dieses Volk gibt es nicht [mehr]! - Assur hatte es für seine Schiffe bestimmt. - Man hat Belagerungstürme [gegen es] errichtet, seine Paläste bloßgelegt, es zu einem Trümmerhaufen gemacht. 23,14 Heult, ihr Schiffe von Tarsis! Denn eure Festung ist verwüstet.
23,15 Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird Tyrus siebzig
Jahre vergessen sein, [solange] wie die [Lebens]tage eines Königs
[währen]. Am Ende von siebzig Jahren [aber] wird es Tyrus ergehen,
wie [es in] dem Lied von der Hure [heißt]:
23,16 Nimm die
Zither, geh umher in der Stadt, vergessene Hure! Spiel, so gut du kannst,
sing Lied um Lied, daß man sich an dich erinnert! 23,17 Denn
es wird am Ende von siebzig Jahren geschehen, da wird der HERR Tyrus [wieder]
heimsuchen. Und sie wird wieder zu ihrem Hurenlohn kommen und wird Hurerei
treiben mit allen Königreichen der Erde [, die] auf der Fläche
des Erdbodens [sind]. 23,18 Und ihr Handelsgewinn und ihr Hurenlohn
wird dem HERRN heilig sein. Er wird nicht angehäuft und nicht aufbewahrt
werden, sondern ihr Handelsgewinn wird für die sein, die vor dem HERRN
wohnen, damit sie essen, bis sie satt sind, und prächtig gekleidet
seien.
24,14 Jene werden ihre Stimme erheben, werden jubeln. Über die Hoheit des HERRN jauchzen sie vom Meer her: 24,15 Darum gebt dem HERRN Ehre im Osten, auf den Inseln des Meeres dem Namen des HERRN, des Gottes Israels! 24,16 Vom Ende der Erde her hören wir Gesänge: Herrlichkeit dem Gerechten! - Da sagte ich: Ich vergehe, ich vergehe, wehe mir! Räuber rauben, und räuberisch raubend rauben sie. 24,17 Grauen und Grube und Garn über dich, Bewohner der Erde! 24,18 Und es geschieht, wer vor der Stimme des Grauens flieht, fällt in die Grube; und wer aus der Grube heraufsteigt, wird im Garn gefangen. Denn die Fenster in der Höhe tun sich auf, und es erbeben die Grundfesten der Erde. 24,19 Berstend zerbirst die Erde, brechend zerbricht die Erde, wankend wankt die Erde, 24,20 taumelnd taumelt die Erde wie ein Betrunkener und schwankt hin und her wie eine Nachthütte. Und schwer lastet auf ihr ihr [Treu]bruch: sie fällt und steht nicht wieder auf.
24,21 Und an jenem Tag wird es geschehen, da wird der HERR das
Heer der Höhe heimsuchen in der Höhe und die Könige der
Erde auf der Erde. 24,22 Sie werden eingesperrt, wie man Gefangene
in die Grube einsperrt, ja, sie werden in den Kerker eingeschlossen und
nach vielen Tagen heimgesucht werden. 24,23 Da wird der Mond schamrot
werden und die Sonne sich schämen. Denn der HERR der Heerscharen herrscht
als König auf dem Berg Zion und in Jerusalem, und vor seinen Ältesten
ist Herrlichkeit.
25,6 Und der HERR der Heerscharen wird auf diesem Berg allen Völkern ein Mahl von fetten Speisen bereiten, ein Mahl von alten Weinen, von markigen fetten Speisen, geläuterten alten Weinen. 25,7 Dann wird er auf diesem Berg die Hülle verschlingen, die das Gesicht aller Völker verhüllt, und die Decke, die über alle Nationen gedeckt ist. 25,8 Den Tod verschlingt er auf ewig, und der HERR wird die Tränen abwischen von jedem Gesicht, und die Schmach seines Volkes wird er von der ganzen Erde hinwegtun. Denn der HERR hat geredet.
25,9 An jenem Tag wird man sagen: Siehe da, unser Gott, auf den
wir hofften, daß er uns rette! Da ist der HERR, auf den wir hofften!
Wir wollen jauchzen und uns freuen in seiner Rettung! 25,10 Denn
die Hand des HERRN wird auf diesem Berg ruhen. Aber Moab wird unter ihm
zertreten werden, wie man Stroh zertritt in einer Mistlache. 25,11
Und breitet es seine Hände darin aus, wie der Schwimmer sie ausbreitet,
um zu schwimmen, dann wird er seinen Hochmut erniedrigen trotz der [geschickten]
Bewegungen seiner Hände. 25,12 Und deine festen, hochragenden
Mauern wird er niederwerfen, niederstürzen, zu Boden stoßen
bis in den Staub.
26,20 Geh hin, mein Volk, tritt ein in deine Zimmer und schließ
deine Tür hinter dir zu! Verbirg dich einen kleinen Augenblick, bis
die Verwünschung vorübergeht!
26,21 Denn siehe, der HERR
zieht aus seiner Stätte aus, um die Schuld der Erdenbewohner an ihnen
heimzusuchen. Dann wird die Erde ihr Blut enthüllen und nicht länger
ihre Erschlagenen bedecken.
27,2 An jenem Tag [wird man sagen]: Ein prächtiger Weinberg! Besingt ihn! 27,3 Ich, der HERR, behüte ihn, bewässere ihn alle Augenblicke. Damit ihm nichts zustößt, behüte ich ihn Nacht und Tag. 27,4 Zorn habe ich nicht. Oh, fände ich Dornen und Disteln [darin], im Kampf würde ich auf sie losgehen, sie allesamt verbrennen! 27,5 Oder man müßte meinen Schutz ergreifen, Frieden mit mir machen, Frieden machen mit mir.
27,6 In den kommenden [Tagen] wird Jakob Wurzeln schlagen, Israel blühen und knospen; und sie werden mit Früchten füllen die Fläche des Erdkreises. 27,7 Hat er es geschlagen, wie er die schlug, die es schlugen? Oder ist er ermordet worden, wie seine Mörder ermordet wurden? 27,8 Mit Massen, als du es verstießest, hast du mit ihm einen Rechtsstreit geführt. Er trieb es fort mit seinem heftigen Hauch am Tag des Ostwindes. 27,9 Wahrlich, dadurch wird die Schuld Jakobs gesühnt werden. Und dies ist die ganze Frucht der Hinwegnahme seiner Sünde: daß es alle Altarsteine zerschlagenen Kalksteinen gleichmachen wird [und] Bilder der Ascherim und Räucheraltäre sich nicht mehr erheben. 27,10 Denn die befestigte Stadt ist einsam, eine preisgegebene Wohnstätte und verlassen wie die Steppe. Dort weidet der Jungstier, und dort lagert er und frißt ihre Zweige kahl. 27,11 Wenn ihre Zweige dürr geworden sind, werden sie abgebrochen: Frauen kommen, zünden sie an. Denn es ist kein verständiges Volk. Darum erbarmt sich über sie nicht, der es gemacht hat, und der es gebildet hat, erweist ihm keine Gnade.
27,12 Und an jenem Tag wird es geschehen, da wird der HERR [Ähren]
ausklopfen vom Euphratstrom an bis zum Bach Ägyptens, und ihr werdet
zusammengelesen werden, einer nach dem andern, ihr Söhne Israel. 27,13
Und an jenem Tag wird es geschehen, da wird in ein großes Horn gestoßen
werden, und die Verlorenen im Land Assur und die Vertriebenen im Land Ägypten
werden kommen und den HERRN anbeten auf dem heiligen Berg in Jerusalem.
28,5 An jenem Tag wird der HERR der Heerscharen für den Überrest seines Volkes zur herrlichen Krone und zum prächtigen Kranz 28,6 und zum Geist des Rechts dem, der zu Gericht sitzt, und zur Heldenkraft denen, die den Kampf zurückdrängen ans Tor.
28,7 Und auch diese wanken vom Wein und taumeln vom Rauschtrank: Priester und Prophet wanken vom Rauschtrank, sind verwirrt vom Wein, taumeln vom Rauschtrank. Sie wanken beim Weissagen, torkeln beim Rechtsprechen. 28,8 Denn alle Tische sind voll Unflat [und] Erbrochenem, daß kein Platz mehr da ist. 28,9 Wen will er Erkenntnis lehren und wem die Botschaft verständlich machen? [Kindern], die von der Milch entwöhnt, die von den Brüsten abgesetzt sind? 28,10 Denn [er sagt]: Zaw la zaw, zaw la zaw, kaw la kaw, kaw la kaw, hier ein wenig, da ein wenig! - 28,11 Ja, durch stammelnde Lippen und durch eine fremde Sprache wird er zu diesem Volk reden, 28,12 er, der zu ihnen sprach: Das ist die Ruhe! Schafft Ruhe dem Erschöpften! Und das ist die Erquickung! Aber sie wollten nicht hören. 28,13 Und das Wort des HERRN für sie wird sein: zaw la zaw, zaw la zaw, kaw la kaw, kaw la kaw, hier ein wenig, da ein wenig; damit sie hingehen und rückwärts stürzen und zerschmettert werden, sich verstricken lassen und gefangen werden.
28,14 Darum hört das Wort des HERRN, ihr Männer der Prahlerei, Beherrscher dieses Volkes, das in Jerusalem ist! 28,15 Denn ihr sagt: Wir haben einen Bund mit dem Tod geschlossen und mit dem Scheol einen Vertrag gemacht. Wenn die einherflutende Geißel hindurchfährt, wird sie uns nicht erreichen, denn wir haben Lüge zu unserer Zuflucht gemacht und in Trug uns geborgen. 28,16 Darum, so spricht der Herr, HERR: Siehe, ich lege in Zion einen Grundstein, einen bewährten Stein, einen kostbaren Eckstein, felsenfest gegründet. Wer glaubt, wird nicht [ängstlich] eilen. 28,17 Und ich werde das Recht zur Richtschnur machen und die Gerechtigkeit zur Waage. Hagel wird die Zuflucht der Lüge hinwegfegen, und die Wasser werden das Versteck wegschwemmen. 28,18 Und euer Bund mit dem Tod wird aufgehoben werden, und euer Vertrag mit dem Scheol wird nicht bestehen bleiben. Wenn die einherflutende Geißel hindurchfährt, dann werdet ihr von ihr zertreten werden. 28,19 Sooft sie hindurchfährt, wird sie euch erfassen; denn Morgen für Morgen wird sie hindurchfahren, bei Tag und bei Nacht. Dann wird es lauter Schrecken sein, die Botschaft verständlich zu machen. 28,20 Denn das Bett ist zu kurz, um sich auszustrecken, und die Decke zu schmal, um sich einzuhüllen. 28,21 Denn der HERR wird sich aufmachen wie am Berg Perazim, wie [im] Tal bei Gibeon wird er toben: um sein Werk zu tun - befremdend ist sein Werk - und um seine Arbeit zu verrichten; seltsam ist seine Arbeit. 28,22 Und nun, treibt nicht Spott, damit eure Fesseln nicht fester gemacht werden! Denn ich habe von festbeschlossener Vernichtung gehört durch den Herrn, den HERRN der Heerscharen, über die ganze Erde.
28,23 Horcht auf und hört meine Stimme! Gebt acht und hört
meine Rede! 28,24 Pflügt denn der Pflüger den ganzen Tag,
um zu säen? Bricht er [nur] um und eggt [den ganzen Tag] sein Ackerland?
28,25
Ist es nicht so: Wenn er dessen Fläche geebnet hat, streut er Dill
und sät Kümmel, er wirft Weizen, Hirse und Gerste auf das abgesteckte
Stück und das Korn an seinen Rand. 28,26 So unterwies ihn sein
Gott zum richtigen Verfahren, er belehrte ihn. 28,27 Denn Dill wird
nicht mit dem Dreschschlitten ausgedroschen und das Wagenrad nicht über
Kümmel gerollt, sondern Dill wird mit dem Stab ausgeschlagen und Kümmel
mit dem Stock.
28,28 Wird Brotkorn zermalmt? Nein, nicht unaufhörlich
drischt es der Drescher. Und wenn er das Rad seines Wagens und seine Pferde
[darüber] treibt, zermalmt er es [doch] nicht.
28,29 Auch dies
geht aus vom HERRN der Heerscharen. Er führt seinen Plan wunderbar
aus, [seine] Weisheit läßt er groß sein.
29,15 Wehe denen, die [ihren] Plan tief verbergen vor dem HERRN und deren Werke im Finstern geschehen, und die sagen: Wer sieht uns, und wer erkennt uns? 29,16 Oh eure Verkehrtheit! Soll denn der Töpfer dem Ton gleichgeachtet werden? - daß das Werk von seinem Meister sagt: Er hat mich nicht gemacht! - und ein Gebilde von seinem Bildner sagt: Er versteht nichts?
29,17 [Dauert] es nicht nur noch eine ganz kurze Weile, daß
sich der Libanon in einen Fruchtgarten verwandelt und der Karmel dem Wald
gleichgeachtet wird? 29,18 An jenem Tag werden die Tauben die Worte
des Buches hören, und aus Dunkel und Finsternis hervor werden die
Augen der Blinden sehen.
29,19 Und die Demütigen werden mehr
Freude im HERRN haben, und die Armen unter den Menschen werden jubeln über
den Heiligen Israels. 29,20 Denn der Gewalttätige ist nicht
mehr da, und der Spötter geht zugrunde. Und ausgerottet werden alle,
die auf Unheil bedacht sind, 29,21 die den Menschen in einer [Rechts]sache
schuldig sprechen und dem Schlingen legen, der im Tor [über Recht
und Unrecht] entscheidet, und mit nichtigen [Beweisgründen] den Gerechten
aus seinem Recht verdrängen. 29,22 Darum, so spricht der HERR,
der Abraham erlöst hat, zum Haus Jakob: Jetzt wird Jakob nicht [mehr]
beschämt werden, und sein Gesicht wird jetzt nicht [mehr] erblassen.
29,23
Denn wenn er, [wenn] seine Kinder das Werk meiner Hände in seiner
Mitte sehen, werden sie meinen Namen heiligen; und sie werden den Heiligen
Jakobs heiligen und den Gott Israels fürchten. 29,24 Und die
mit irrendem Geist werden Einsicht kennen, und Murrende werden Belehrung
annehmen.
30,8 Geh nun hin, schreib es bei ihnen auf eine Tafel und zeichne es in ein Buch ein, damit es für einen künftigen Tag bleibe als Zeuge bis in Ewigkeit! 30,9 Denn ein widerspenstiges Volk ist es, verlogene Söhne, Söhne, die das Gesetz des HERRN nicht hören wollen, 30,10 die zu den Sehern sagen: Seht nicht! und zu den Schauenden: Schaut uns nicht das Richtige! Sagt uns Schmeicheleien! Schaut uns Täuschungen! 30,11 Weicht ab vom Weg, biegt ab vom Pfad! Laßt uns in Ruhe mit dem Heiligen Israels! 30,12 Darum, so spricht der Heilige Israels: Weil ihr dieses Wort verwerft und auf Unterdrückung und Arglist vertraut und euch darauf stützt, 30,13 darum wird für euch diese Schuld wie ein sturzbringender Riß sein, der sich vorschiebt an einer hochragenden Mauer, deren Zusammenbruch in einem Augenblick, plötzlich kommt. 30,14 Und er wird sie zerbrechen, wie man einen Töpferkrug zerbricht, mitleidslos zertrümmert, und unter dessen Bruchstücken man nicht ein [ganzes] Tongefäß findet, um [damit] Feuer vom Herd zu holen oder Wasser aus einer Wassergrube zu schöpfen.
30,15 Denn so spricht der Herr, HERR, der Heilige Israels: Durch
Umkehr und durch Ruhe werdet ihr gerettet. In Stillsein und in Vertrauen
ist eure Stärke. Aber ihr habt nicht gewollt.
30,16 Ihr sagtet:
`Nein, sondern auf Pferden wollen wir fliegen, darum werdet ihr fliehen;
und: `Auf Rennern wollen wir reiten, darum werden eure Verfolger [hinter
euch her] rennen.
30,17 Je ein Tausend [wird fliehen] vor dem Drohen
eines einzigen. Vor dem Drohen von Fünfen werdet ihr [alle] fliehen,
bis ihr [nur noch] ein Rest seid wie eine Signalstange auf der Spitze des
Berges und wie ein Feldzeichen auf dem Hügel.
30,18 Und darum
wird der HERR darauf warten, euch gnädig zu sein, und darum wird er
sich erheben, sich über euch zu erbarmen. Denn ein Gott des Rechts
ist der HERR. Glücklich alle, die auf ihn harren! 30,19 Ja,
[du] Volk aus Zion, das in Jerusalem wohnt, du wirst nicht mehr weinen!
Er wird dir gewiß Gnade erweisen auf die Stimme deines Hilfegeschreis.
Sobald er hört, wird er dir antworten. 30,20 Und hat der Herr
euch auch Brot der Not und Wasser der Bedrängnis gegeben, so wird
dein Lehrer sich nicht mehr verbergen, sondern deine Augen werden deinen
Lehrer sehen. 30,21 Und wenn ihr zur Rechten oder wenn ihr zur Linken
abbiegt, werden deine Ohren ein Wort hinter dir her hören: Dies ist
der Weg, den geht! 30,22 Dann wirst du den Überzug deiner silbernen
Schnitzbilder und die Bekleidung deiner goldenen Gußbilder unrein
machen. Du wirst sie wegwerfen wie etwas Unreines: Dreck! wirst du dazu
sagen. - 30,23 Und er wird Regen geben deiner Saat, mit der du den
Erdboden besäst, und Brot als Ertrag des Erdbodens, und [alles] wird
saftig und fett sein. Deine Herden werden an jenem Tag weiden auf weitem
Weidegrund. 30,24 Und die Rinder und Esel, die den Erdboden bearbeiten,
werden gemischtes Sauerfutter fressen, das man mit Schaufel und mit der
Gabel geworfelt hat. 30,25 Und auf jedem hohen Berg und auf jedem
hochragenden Hügel werden Bäche, Wasserläufe sein am Tag
des großen Mordens, wenn Türme fallen. 30,26 Dann wird
das Licht des Mondes sein wie das Licht der Sonne, und das Licht der Sonne
wird siebenfach sein wie das Licht von sieben Tagen, an dem Tag, da der
HERR den Bruch seines Volkes verbinden und die Wunde seines Schlages heilen
wird.
31,4 Denn so hat der HERR zu mir gesprochen: Wie der Löwe
und der Junglöwe, gegen den die Menge der Hirten zusammengerufen wird,
über seinem Raub knurrt, vor ihrer Stimme nicht erschrickt und vor
ihrem Lärmen sich nicht duckt, so wird der HERR der Heerscharen herabsteigen,
um auf dem Berg Zion und auf seinem Hügel zu kämpfen. 31,5
Wie schwebende Vögel, so wird der HERR der Heerscharen Jerusalem beschirmen:
beschirmen und erretten, schonen und befreien. - 31,6 Kehrt um,
Söhne Israel, zu dem, von dem ihr so tief abgefallen seid! 31,7
Denn an jenem Tag wird jeder von ihnen seine Götzen aus Silber und
seine Götzen aus Gold verwerfen, die eure Hände euch zur Sünde
gemacht haben. 31,8 Und Assur wird fallen durch das Schwert, [aber]
nicht [durch das] eines Mannes; und das Schwert, [aber] nicht [das eines]
Menschen, wird es fressen. Und es wird vor dem Schwert fliehen, und seine
jungen Krieger werden zur Zwangsarbeit [gezwungen] werden. 31,9
Und sein Fels wird vor Schrecken vergehen, und seine Obersten werden fahnenflüchtig,
spricht der HERR, der sein Feuer in Zion und seinen Ofen in Jerusalem hat.
32,9 Steht auf, ihr sorglosen Frauen, hört meine Stimme,
ihr Töchter, die ihr so sicher seid, nehmt zu Ohren meine Rede! 32,10
Über Jahr und Tag, da werdet ihr zittern, ihr Sicheren. Denn die Weinlese
ist dahin, die Obsternte kommt nicht. 32,11 Bebt, ihr Sorglosen;
zittert, ihr Sicheren! Zieht euch aus und entblößt euch und
umgürtet die Lenden [mit Sacktuch]! 32,12 An die Brust schlägt
man sich wegen der prächtigen Fluren, wegen des fruchtbaren Weinstocks,
32,13
wegen des Ackerlandes meines Volkes, das in Gestrüpp [und] Dornen
aufgeht, ja, wegen aller Häuser [voller] Freude [in] der ausgelassenen
Stadt. 32,14 Denn der Palast ist aufgegeben, verödet das Getümmel
der Stadt. Ofel und Wachtturm dienen als Höhlen für ewig, zur
Freude der Wildesel, zur Weidefläche der Herden,
32,15 bis
der Geist aus der Höhe über uns ausgegossen wird und die Wüste
zum Fruchtgarten wird und der Fruchtgarten dem Wald gleichgeachtet wird.
32,16 In der Wüste wird das Recht sich niederlassen und die
Gerechtigkeit im Fruchtgarten wohnen. 32,17 Und das Werk der Gerechtigkeit
wird Friede sein und der Ertrag der Gerechtigkeit Ruhe und Sicherheit für
ewig. 32,18 Dann wird mein Volk wohnen an einer Wohnstätte
des Friedens und in sicheren Wohnungen und an sorgenfreien Ruheplätzen.
- 32,19 Und stürzen wird mit [mächtigem] Sturz der Wald
und die Stadt in Niedrigkeit versinken. - 32,20 Glücklich ihr,
die ihr an allen Wassern sät und Rind und Esel freien Lauf laßt!
33,14 Die Sünder in Zion sind erschrocken, Zittern hat die
Gottlosen gepackt. `Wer von uns kann sich bei verzehrendem Feuer aufhalten?
Wer von uns kann sich bei ewigen Gluten aufhalten? - 33,15 Wer in
Gerechtigkeit lebt und Wahrheit redet, wer den Gewinn der Erpressungen
verwirft, wer seine Hände schüttelt, um keine Bestechung anzunehmen,
wer sein Ohr verstopft, um nicht von Bluttaten zu hören, und seine
Augen verschließt, um Böses nicht zu sehen: 33,16 der
wird auf Höhen wohnen, Felsenfesten sind seine Burg. Sein Brot wird
ihm gegeben, sein Wasser versiegt nie. - 33,17 Deine Augen werden
den König schauen in seiner Schönheit, sehen werden sie ein weithin
offenes Land. 33,18 Dein Herz wird an den Schrecken denken: Wo ist
der, der zählte? Wo der, der abwog? Wo ist der, der die Türme
zählte? 33,19 Du wirst das freche Volk nicht mehr sehen, das
Volk mit dunkler Sprache, die man nicht versteht, mit stammelnder Zunge
ohne Sinn. 33,20 Schau Zion an, die Stadt unserer Festversammlungen!
Deine Augen werden Jerusalem sehen, eine sorgenfreie Wohnstätte, ein
Zelt, das nicht wandern wird, dessen Pflöcke man ewig nicht herauszieht
und von dessen Stricken keiner je zerreißen wird; 33,21 sondern
- dort ist ein Mächtiger bei uns, der HERR - [es ist] ein Ort mit
Flüssen, mit breiten Strömen: keine Ruderflotte fährt darauf,
und kein mächtiges Schiff zieht darüber hin. 33,22 Denn
der HERR ist unser Richter, der HERR unser Anführer, der HERR unser
König. Er wird uns retten. - 33,23 Schlaff hängen deine
Taue. Sie halten das Gestell ihres Mastes nicht fest, halten das Segel
nicht ausgebreitet. - Dann wird die Ausbeute des Plündergutes ausgeteilt
in Menge, [selbst] Lahme plündern die Beute. 33,24 Und kein
Einwohner wird sagen: Ich bin schwach. Dem Volk, das darin wohnt, wird
die Schuld vergeben sein.
(Kap. 21,11.12) Hes 25,12-14; 35; Am 1,11.12; Ob.
34,5 Denn trunken ist im Himmel mein Schwert. Siehe, auf Edom
fährt es herab und auf das Volk meines Bannes zum Gericht.
34,6
Ein Schwert hat der HERR, voll von Blut, es trieft von Fett, vom Blut der
Lämmer und Böcke, vom Nierenfett der Widder. Denn ein Schlachtopfer
hält der HERR in Bozra und ein großes Schlachten im Land Edom.
34,7
Da stürzen Büffel mit ihnen hin und Jungstiere samt den starken
[Stieren]. Und ihr Land wird trunken von Blut, und ihr Boden trieft von
Fett.
34,8 Denn einen Tag der Rache hat der HERR, ein Jahr der Vergeltungen
für die Rechtssache Zions. 34,9 Und Edoms Bäche verwandeln
sich in Pech und sein Boden in Schwefel; und sein Land wird zu brennendem
Pech. 34,10 Tag und Nacht erlischt es nicht, ewig steigt sein Rauch
empor. Von Generation zu Generation liegt es in Trümmern, für
immer und ewig zieht niemand hindurch. 34,11 Wüstenkauz und
Igel nehmen es in Besitz, Eule und Rabe wohnen darin. Und er spannt darüber
die Meßschnur der Öde und das Senkblei der Leere. 34,12
Seine Edlen - keine sind da, die das Königtum ausrufen; und alle seine
Obersten nehmen ein Ende. 34,13 Und in seinen Palästen gehen
Dornen auf, Nesseln und Disteln in seinen befestigten Städten. Und
es wird zur Wohnstätte der Schakale, zur Siedlung für Strauße.
34,14 Da treffen Wüstentiere mit wilden Hunden zusammen, und
Bocksdämonen begegnen einander. Ja, dort rastet die Lilit und findet
einen Ruheplatz für sich. 34,15 Dort nistet die Pfeilschlange
und legt ihre Eier und brütet und spaltet sie. Ja, dort versammeln
sich die Geier, einer zum andern. - 34,16 Forscht im Buch des HERRN
nach und lest! Es fehlt nicht eins von diesen, keins vermißt das
andere. Denn der Mund des HERRN, er hat es befohlen; und sein Geist, er
hat sie zusammengebracht. 34,17 Und er selbst hat ihnen das Los
geworfen, und seine Hand hat es ihnen mit der Meßschnur zugeteilt.
Ewig werden sie es besitzen, von Generation zu Generation darin wohnen.
35,5 Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren
der Tauben geöffnet. 35,6 Dann wird der Lahme springen wie
ein Hirsch, und jauchzen wird die Zunge des Stummen. Denn in der Wüste
brechen Wasser hervor und Bäche in der Steppe. 35,7 Und die
Wüstenglut wird zum Teich und das dürre Land zu Wasserquellen.
An der Stelle, wo die Schakale lagerten, wird Gras sowie Rohr und Schilf
sein. 35,8 Und dort wird eine Straße sein und ein Weg, und
er wird der heilige Weg genannt werden. Kein Unreiner wird darüber
hinziehen, sondern er wird für sie sein. Wer auf dem Weg geht - selbst
Einfältige werden nicht irregehen. 35,9 Kein Löwe wird
dort sein, und kein reißendes Tier wird [auf ihm] hinaufgehen noch
dort gefunden werden, sondern die Erlösten werden darauf gehen. 35,10
Und die Befreiten des HERRN werden zurückkehren und nach Zion kommen
mit Jubel, und ewige Freude wird über ihrem Haupt sein. Sie werden
Wonne und Freude erlangen, und Kummer und Seufzen werden entfliehen.
36,4 Und der Rabschake sprach zu ihnen: Sagt doch zu Hiskia: So spricht der große König, der König von Assur: Was ist das für ein Vertrauen, mit dem du vertraust? 36,5 Du sagst: Fürwahr, ein bloßes Wort ist [schon] Rat und Macht zum Krieg! Nun, auf wen vertraust du, daß du dich gegen mich empört hast? 36,6 Siehe, du vertraust auf diesen geknickten Rohrstab, auf Ägypten, der jedem, der sich auf ihn stützt, in seine Hand dringt und sie durchbohrt. So ist der Pharao, der König von Ägypten, für alle, die auf ihn vertrauen. 36,7 Wenn du aber zu mir sagst: Auf den HERRN, unsern Gott, vertrauen wir - ist er es nicht, dessen Höhen und Altäre Hiskia beseitigt hat, als er zu Juda und zu Jerusalem sagte: Vor diesem Altar sollt ihr euch niederwerfen? 36,8 Und nun, geh doch mit meinem Herrn, dem König von Assur, eine Wette ein! Ich will dir zweitausend Pferde stellen, wenn du dir [die nötigen] Reiter dafür aufstellen kannst. 36,9 Doch wie willst du [auch nur] einen einzigen [Provinz-]Statthalter zurücktreiben, einen von den geringsten Knechten meines Herrn? Aber du vertraust auf Ägypten wegen der Wagen und Pferde. 36,10 Und nun, bin ich ohne den HERRN gegen dieses Land heraufgezogen, um es zu verheeren? Der HERR hat zu mir gesagt: Zieh hinauf in dieses Land und verheere es!
36,11 Da sagten Eljakim und Schebna und Joach zum Rabschake: Rede doch zu deinen Knechten aramäisch, denn wir verstehen es, und rede nicht judäisch zu uns vor den Ohren des Volkes, das auf der Mauer ist! 36,12 Doch der Rabschake sagte: Hat mich mein Herr [etwa nur] zu deinem Herrn und zu dir gesandt, um diese Worte zu reden, [und] nicht zu den Männern, die auf der Mauer sitzen, um mit euch ihren Kot zu essen und ihren Harn zu trinken?
36,13 Und der Rabschake trat hin und rief mit lauter Stimme auf
judäisch und sagte: Hört die Worte des großen Königs,
des Königs von Assur! 36,14 So spricht der König: Hiskia
täusche euch nicht! Denn er kann euch nicht retten. 36,15 Und
Hiskia vertröste euch nicht auf den HERRN, indem er sagt: Der HERR
wird uns gewiß retten; diese Stadt wird nicht in die Hand des Königs
von Assur gegeben werden! 36,16 Hört nicht auf Hiskia! Denn
so spricht der König von Assur: Macht Frieden mit mir und kommt zu
mir heraus! Dann soll jeder von seinem Weinstock und jeder von seinem Feigenbaum
essen und jeder das Wasser seiner Zisterne trinken,
36,17 bis ich
komme und euch in ein Land hole wie euer Land, ein Land von Korn und Most,
ein Land von Brot und Weinbergen.
36,18 Hiskia verführe euch
nicht, indem er sagt: Der HERR wird uns retten! Haben [etwa] die Götter
der Nationen jeder sein Land aus der Hand des Königs von Assur gerettet?
36,19
Wo sind die Götter von Hamat und Arpad? Wo die Götter von Sefarwajim?
Und haben sie etwa Samaria aus meiner Hand gerettet? 36,20 Welche
sind es unter allen Göttern dieser Länder, die ihr Land aus meiner
Hand gerettet haben, daß der HERR Jerusalem aus meiner Hand retten
sollte? 36,21 Da schwiegen sie still und antworteten ihm kein Wort.
Denn das war der Befehl des Königs: Ihr sollt ihm nicht antworten!
- 36,22 Und Eljakim, der Sohn des Hilkija, der Palastvorsteher und
der Schreiber Schebna und der Berater Joach, der Sohn Asafs, kamen mit
zerrissenen Kleidern zu Hiskia und berichteten ihm die Worte des Rabschake.
37,5 So kamen die Knechte des Königs Hiskia zu Jesaja. 37,6 Und Jesaja sagte zu ihnen: So sollt ihr zu eurem Herrn sagen: So spricht der HERR: Fürchte dich nicht vor den Worten, die du gehört hast, mit denen die Diener des Königs von Assur mich gelästert haben! 37,7 Siehe, ich will ihm einen Geist eingeben, daß er ein Gerücht hören und in sein Land zurückkehren wird. Dann will ich ihn in seinem Land durchs Schwert fällen.
37,8 Und der Rabschake kehrte zurück und fand den König von Assur im Kampf gegen Libna, denn er hatte gehört, daß er von Lachisch aufgebrochen wäre. 37,9 Der [König] hatte nämlich über Tirhaka, den König von Kusch, sagen hören: Er ist ausgezogen, um gegen dich zu kämpfen. Und als er es hörte, sandte er Boten zu Hiskia und ließ [ihm] sagen: 37,10 So sollt ihr zu Hiskia, dem König von Juda, sagen: Dein Gott täusche dich nicht, auf den du vertraust, indem du sagst: Jerusalem wird nicht in die Hand des Königs von Assur gegeben werden!
37,11 Siehe, du hast gehört, was die Könige von Assur mit allen Ländern getan haben, indem sie an ihnen den Bann vollstreckten. Und du solltest gerettet werden? 37,12 Haben die Götter der Nationen, die meine Väter vernichtet haben, sie gerettet: Gosan, Haran und Rezef und die Söhne Edens, die in Telassar waren? 37,13 Wo ist der König von Hamat und der König von Arpad und der König der Stadt Sefarwajim, [von] Hena und Awa?
37,14 Da nahm Hiskia den Brief aus der Hand der Boten und las ihn. Dann ging er hinauf ins Haus des HERRN, und Hiskia breitete ihn vor dem HERRN aus. 37,15 Und Hiskia betete zum HERRN: 37,16 HERR der Heerscharen, Gott Israels, der du über den Cherubim thronst, du bist es, der da Gott ist, du allein, für alle Königreiche der Erde. Du hast den Himmel und die Erde gemacht. 37,17 Neige, HERR, dein Ohr und höre! Tue HERR, deine Augen auf und sieh! Ja, höre all die Worte Sanheribs, der [hierher] gesandt hat, um den lebendigen Gott zu verhöhnen! 37,18 Es ist wahr, HERR, die Könige von Assur haben alle Nationen und ihr Land in Trümmer gelegt. 37,19 Und ihre Götter haben sie ins Feuer geworfen, denn sie waren ja keine Götter, sondern ein Werk von Menschenhänden, Holz und Stein, und so konnte man sie vernichten. 37,20 Nun aber, HERR, unser Gott, rette uns aus seiner Hand, damit alle Königreiche der Erde erkennen, daß du allein der HERR bist!
37,21 Da sandte Jesaja, der Sohn des Amoz, zu Hiskia und ließ [ihm] sagen: So spricht der HERR, der Gott Israels: Was du zu mir gebetet hast wegen Sanheribs, des Königs von Assur, [habe ich gehört]. 37,22 Dies ist das Wort, das der HERR über ihn geredet hat:
Es verachtet dich, es verspottet dich die Jungfrau, die Tochter Zion; die Tochter Jerusalem schüttelt das Haupt hinter dir her.
37,23 Wen hast du verhöhnt und gelästert und gegen wen die Stimme erhoben? Gegen den Heiligen Israels hast du deine Augen emporgerichtet!
37,24 Durch deine Knechte hast du den Herrn verhöhnt und hast gesagt: Mit der Menge meiner Wagen habe ich die Höhe der Berge erstiegen, das äußerste Ende des Libanon. Ich haue den Hochwald seiner Zedern um, die Auslese seiner Wacholderbäume, ich komme auf seine äußerste Höhe, in das Dickicht seines Baumbestandes.
37,25 Ich habe gegraben und Wasser getrunken, und mit der Sohle meiner Füße trockne ich alle Ströme Mazors aus.
37,26 Hast du nicht gehört, daß ich lange vorher es gewirkt und von den Tagen der Vorzeit her es gebildet habe? Nun habe ich es kommen lassen, daß du befestigte Städte verwüstest zu öden Steinhaufen.
37,27 Und ihre Bewohner waren machtlos, sie wurden schreckerfüllt und zuschanden. Sie waren [wie] Kraut des Feldes und grünes Gras, [wie] Gras auf den Dächern, das vor dem Ostwind verdorrt.
37,28 Dein Sitzen und dein Aus- und Eingehen kenne ich, ja, dein Toben gegen mich.
37,29 Wegen deines T