Das erste Buch Mose (Genesis).
Die Schöpfung: Sechstagewerk.
Kapitel 1
1,1 Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.
1,2 Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über
der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.
1,3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht. 1,4
Und Gott sah das Licht, daß es gut war; und Gott schied das Licht
von der Finsternis. 1,5 Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis
nannte er Nacht. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein Tag.
1,6 Und Gott sprach: Es werde eine Wölbung mitten in den
Wassern, und es sei eine Scheidung zwischen den Wassern und den Wassern!
1,7
Und Gott machte die Wölbung und schied die Wasser, die unterhalb der
Wölbung von den Wassern, die oberhalb der Wölbung waren. Und
es geschah so. 1,8 Und Gott nannte die Wölbung Himmel. Und
es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein zweiter Tag.
1,9 Und Gott sprach: Es sollen sich die Wasser unterhalb des
Himmels an einen Ort sammeln, und es werde das Trockene sichtbar! Und es
geschah so. 1,10 Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Ansammlung
der Wasser nannte er Meere. Und Gott sah, daß es gut war. 1,11
Und Gott sprach: Die Erde lasse Gras hervorsprossen, Kraut, das Samen hervorbringt,
Fruchtbäume, die auf der Erde Früchte tragen nach ihrer Art,
in denen ihr Same ist! Und es geschah so. 1,12 Und die Erde brachte
Gras hervor, Kraut, das Samen hervorbringt nach seiner Art, und Bäume,
die Früchte tragen, in denen ihr Same ist nach ihrer Art. Und Gott
sah, daß es gut war. 1,13 Und es wurde Abend, und es wurde
Morgen: ein dritter Tag.
1,14 Und Gott sprach: Es sollen Lichter an der Wölbung des
Himmels werden, um zu scheiden zwischen Tag und Nacht, und sie sollen dienen
als Zeichen und [zur Bestimmung von] Zeiten und Tagen und Jahren; 1,15
und sie sollen als Lichter an der Wölbung des Himmels dienen, um auf
die Erde zu leuchten! Und es geschah so. 1,16 Und Gott machte die
beiden großen Lichter: das größere Licht zur Beherrschung
des Tages und das kleinere Licht zur Beherrschung der Nacht und die Sterne.
1,17
Und Gott setzte sie an die Wölbung des Himmels, über die Erde
zu leuchten 1,18 und zu herrschen über den Tag und über
die Nacht und zwischen dem Licht und der Finsternis zu scheiden. Und Gott
sah, daß es gut war. 1,19 Und es wurde Abend, und es wurde
Morgen: ein vierter Tag.
1,20 Und Gott sprach: Es sollen die Wasser vom Gewimmel lebender
Wesen wimmeln, und Vögel sollen über der Erde fliegen unter der
Wölbung des Himmels! 1,21 Und Gott schuf die großen Seeungeheuer
und alle sich regenden lebenden Wesen, von denen die Wasser wimmeln, nach
ihrer Art, und alle geflügelten Vögel nach ihrer Art. Und Gott
sah, daß es gut war. 1,22 Und Gott segnete sie und sprach:
Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt das Wasser in den Meeren,
und die Vögel sollen sich vermehren auf der Erde! 1,23 Und
es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein fünfter Tag.
1,24 Und Gott sprach: Die Erde bringe lebende Wesen hervor nach
ihrer Art: Vieh und kriechende Tiere und [wilde] Tiere der Erde nach ihrer
Art! Und es geschah so. 1,25 Und Gott machte die [wilden] Tiere
der Erde nach ihrer Art und das Vieh nach seiner Art und alle kriechenden
Tiere auf dem Erdboden nach ihrer Art. Und Gott sah, daß es gut war.
1,26 Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen in unserm
Bild, uns ähnlich! Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres
und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über
die ganze Erde und über alle kriechenden Tiere, die auf der Erde kriechen!
1,27
Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf
er ihn; als Mann und Frau schuf er sie. 1,28 Und Gott segnete sie,
und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt
die Erde, und macht sie [euch] untertan; und herrscht über die Fische
des Meeres und über die Vögel des Himmels und über alle
Tiere, die sich auf der Erde regen! 1,29 Und Gott sprach: Siehe,
ich habe euch alles samentragende Kraut gegeben, das auf der Fläche
der ganzen Erde ist, und jeden Baum, an dem samentragende Baumfrucht ist:
es soll euch zur Nahrung dienen; 1,30 aber allen Tieren der Erde
und allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt,
in dem eine lebende Seele ist, [habe ich] alles grüne Kraut zur Speise
[gegeben]. 1,31 Und es geschah so. Und Gott sah alles, was er gemacht
hatte, und siehe, es war sehr gut. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen:
der sechste Tag.
Die Schöpfung: Ruhetag.
Kapitel 2
2,1 So wurden der Himmel und die Erde und all ihr Heer vollendet.
2,2
Und Gott vollendete am siebten Tag sein Werk, das er gemacht hatte; und
er ruhte am siebten Tag von all seinem Werk, das er gemacht hatte. 2,3
Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn; denn an ihm ruhte er
von all seinem Werk, das Gott geschaffen hatte, indem er es machte. 2,4
Dies ist die Entstehungsgeschichte der Himmel und der Erde, als sie geschaffen
wurden.
Adam im Garten Eden.
An dem Tag, als Gott, der HERR, Erde und Himmel machte, 2,5 - noch
war all das Gesträuch des Feldes nicht auf der Erde, [und] noch war
all das Kraut des Feldes nicht gesprosst, denn Gott, der HERR, hatte es
[noch] nicht auf die Erde regnen lassen, und [noch] gab es keinen Menschen,
den Erdboden zu bebauen; 2,6 ein Dunst aber stieg von der Erde auf
und bewässerte die ganze Oberfläche des Erdbodens, 2,7
- da bildete Gott, der HERR, den Menschen, [aus] Staub vom Erdboden und
hauchte in seine Nase Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende
Seele.
2,8 Und Gott, der HERR, pflanzte einen Garten in Eden im Osten,
und er setzte dorthin den Menschen, den er gebildet hatte. 2,9 Und
Gott, der HERR, ließ aus dem Erdboden allerlei Bäume wachsen,
begehrenswert anzusehen und gut zur Nahrung, und den Baum des Lebens in
der Mitte des Gartens, und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.
2,10
Und ein Strom geht von Eden aus, den Garten zu bewässern; und von
dort aus teilt er sich und wird zu vier Armen. 2,11 Der Name des
ersten ist Pischon; der fließt um das ganze Land Hawila, wo das Gold
ist; 2,12 und das Gold dieses Landes ist gut; dort [gibt es] Bedolach-Harz
und den Schoham-Stein. 2,13 Und der Name des zweiten Flusses ist
Gihon; der fließt um das ganze Land Kusch. 2,14 Und der Name
des dritten Flusses ist Hiddekel; der fließt gegenüber von Assur.
Und der vierte Fluß, das ist der Euphrat. 2,15 Und Gott, der
HERR, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen
und ihn zu bewahren. 2,16 Und Gott, der HERR, gebot dem Menschen
und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du essen; 2,17 aber
vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht
essen; denn an dem Tag, da du davon ißt, mußt du sterben!
Erschaffung Evas.
2,18 Und Gott, der HERR, sprach: Es ist nicht gut, daß der
Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht.
2,19
Und Gott, der HERR, bildete aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und
alle Vögel des Himmels, und er brachte sie zu dem Menschen, um zu
sehen, wie er sie nennen würde; und genau so wie der Mensch sie, die
lebenden Wesen, nennen würde, [so] sollte ihr Name sein.
2,20
Und der Mensch gab Namen allem Vieh und den Vögeln des Himmels und
allen Tieren des Feldes. Aber für Adam fand er keine Hilfe, ihm entsprechend.
2,21 Da ließ Gott, der HERR, einen tiefen Schlaf auf den
Menschen fallen, so daß er einschlief. Und er nahm eine von seinen
Rippen und verschloß ihre Stelle mit Fleisch; 2,22 und Gott,
der HERR, baute die Rippe, die er von dem Menschen genommen hatte, zu einer
Frau, und er brachte sie zum Menschen. 2,23 Da sagte der Mensch:
Diese endlich ist Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch;
diese soll Männin heißen, denn vom Mann ist sie genommen. 2,24
Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner
Frau anhangen, und sie werden zu einem Fleisch werden. 2,25 Und
sie waren beiden nackt, der Mensch und seine Frau, und sie schämten
sich nicht.
Der Sündenfall und dessen Folgen.
Kapitel 3
3,1 Und die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die
Gott, der HERR, gemacht hatte; und sie sprach zu der Frau: Hat Gott wirklich
gesagt: Von allen Bäumen des Gartens dürft ihr nicht essen? 3,2
Da sagte die Frau zur Schlange: Von den Früchten der Bäume des
Gartens essen wir; 3,3 aber von den Früchten des Baumes, der
in der Mitte des Gartens [steht], hat Gott gesagt: Ihr sollt nicht davon
essen und sollt sie nicht berühren, damit ihr nicht sterbt! 3,4
Da sagte die Schlange zur Frau: Keineswegs werdet ihr sterben! 3,5
Sondern Gott weiß, daß an dem Tag, da ihr davon eßt,
eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes
und Böses. 3,6 Und die Frau sah, daß der Baum gut zur
Speise und daß er eine Lust für die Augen und daß der
Baum begehrenswert war, Einsicht zu geben; und sie nahm von seiner Frucht
und aß, und sie gab auch ihrem Mann bei ihr, und er aß. 3,7
Da wurden ihrer beider Augen aufgetan, und sie erkannten, daß sie
nackt waren; und sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich
Schurze.
3,8 Und sie hörten die Stimme Gottes, des HERRN, der im
Garten wandelte bei der Kühle des Tages. Da versteckten sich der Mensch
und seine Frau vor dem Angesicht Gottes, des HERRN, mitten zwischen den
Bäumen des Gartens. 3,9 Und Gott, der HERR, rief den Menschen
und sprach zu ihm: Wo bist du? 3,10 Da sagte er: Ich hörte
deine Stimme im Garten, und ich fürchtete mich, weil ich nackt bin,
und ich versteckte mich. 3,11 Und er sprach: Wer hat dir erzählt,
daß du nackt bist? Hast du etwa von dem Baum gegessen, von dem ich
dir geboten habe, du solltest nicht davon essen? 3,12 Da sagte der
Mensch: Die Frau, die du mir zur Seite gegeben hast, sie gab mir von dem
Baum, und ich aß. 3,13 Und Gott, der HERR, sprach zur Frau:
Was hast du da getan! Und die Frau sagte: Die Schlange hat mich getäuscht,
da aß ich. 3,14 Und Gott, der HERR, sprach zur Schlange: Weil
du das getan hast, sollst du verflucht sein unter allem Vieh und unter
allen Tieren des Feldes! Auf deinem Bauch sollst du kriechen, und Staub
sollst du fressen alle Tage deines Lebens! 3,15 Und ich werde Feindschaft
setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen;
er wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen.
3,16
Zu der Frau sprach er: Ich werde sehr vermehren die Mühsal deiner
Schwangerschaft, mit Schmerzen sollst du Kinder gebären! Nach deinem
Mann wird dein Verlangen sein, er aber wird über dich herrschen!
3,17
Und zu Adam sprach er: Weil du auf die Stimme deiner Frau gehört und
gegessen hast von dem Baum, von dem ich dir geboten habe: Du sollst davon
nicht essen! - so sei der Erdboden verflucht um deinetwillen: mit Mühsal
sollst du davon essen alle Tage deines Lebens; 3,18 und Dornen und
Disteln wird er dir sprossen lassen, und du wirst das Kraut des Feldes
essen! 3,19 Im Schweiße deines Angesichts wirst du [dein]
Brot essen, bis du zurückkehrst zum Erdboden, denn von ihm bist du
genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren!
3,20 Und der Mensch gab seiner Frau den Namen Eva, denn sie wurde
die Mutter aller Lebenden.
3,21 Und Gott, der HERR, machte Adam und seiner Frau Leibröcke
aus Fell und bekleidete sie.
3,22 Und Gott, der HERR, sprach: Siehe, der Mensch ist geworden
wie einer von uns, zu erkennen Gutes und Böses. Und nun, daß
er nicht etwa seine Hand ausstrecke und auch [noch] von dem Baum des Lebens
nehme und esse und ewig lebe! 3,23 Und Gott, der HERR, schickte
ihn aus dem Garten Eden hinaus, den Erdboden zu bebauen, von dem er genommen
war. 3,24 Und er trieb den Menschen aus und ließ östlich
vom Garten Eden die Cherubim sich lagern und die Flamme des zuckenden Schwertes,
den Weg zum Baum des Lebens zu bewachen.
Kain und Abel.
Kapitel 4
4,1 Und der Mensch erkannte seine Frau Eva, und sie wurde schwanger
und gebar Kain; und sie sagte: Ich habe einen Mann hervorgebracht mit dem
HERRN. 4,2 Und sie gebar noch einmal, [und zwar] seinen Bruder,
den Abel. Und Abel wurde ein Schafhirt, und Kain wurde ein Ackerbauer.
4,3
Und es geschah nach einiger Zeit, da brachte Kain von den Früchten
des Ackerbodens dem HERRN eine Opfergabe. 4,4 Und Abel, auch er
brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der HERR
blickte auf Abel und auf seine Opfergabe; 4,5 aber auf Kain und
auf seine Opfergabe blickte er nicht. Da wurde Kain sehr zornig, und sein
Gesicht senkte sich. 4,6 Und der HERR sprach zu Kain: Warum bist
du zornig, und warum hat sich dein Gesicht gesenkt? 4,7 Ist es nicht
[so], wenn du recht tust, erhebt es sich? Wenn du aber nicht recht tust,
lagert die Sünde vor der Tür. Und nach dir wird ihr Verlangen
sein, du aber sollst über sie herrschen.
4,8 Und Kain sprach zu seinem Bruder Abel. Und es geschah, als
sie auf dem Feld waren, da erhob sich Kain gegen seinen Bruder Abel und
erschlug ihn. 4,9 Und der HERR sprach zu Kain: Wo ist dein Bruder
Abel? Und er sagte: Ich weiß nicht. Bin ich meines Bruders Hüter?
4,10
Und er sprach: Was hast du getan! Horch! Das Blut deines Bruders schreit
zu mir vom Ackerboden her. 4,11 Und nun, verflucht seist du von
dem Ackerboden hinweg, der seinen Mund aufgerissen hat, das Blut deines
Bruders von deiner Hand zu empfangen! 4,12 Wenn du den Ackerboden
bebaust, soll er dir nicht länger seine Kraft geben; unstet und flüchtig
sollst du sein auf der Erde! 4,13 Da sagte Kain zu dem HERRN: Zu
groß ist meine Strafe, als daß ich sie tragen könnte.
4,14
Siehe, du hast mich heute von der Fläche des Ackerbodens vertrieben,
und vor deinem Angesicht muß ich mich verbergen und werde unstet
und flüchtig sein auf der Erde; und es wird geschehen: jeder, der
mich findet, wird mich erschlagen. 4,15 Der HERR aber sprach zu
ihm: Nicht so, jeder, der Kain erschlägt - siebenfach soll er gerächt
werden! Und der HERR machte an Kain ein Zeichen, damit ihn nicht jeder
erschlüge, der ihn fände. 4,16 So ging Kain weg vom Angesicht
des HERRN und wohnte im Land Nod, östlich von Eden.
Nachkommenschaft Kains - Sets Geburt und Nachkomme.
4,17 Und Kain erkannte seine Frau, und sie wurde schwanger und gebar
Henoch. Und er wurde der Erbauer einer Stadt und benannte die Stadt nach
dem Namen seines Sohnes Henoch. 4,18 Dem Henoch aber wurde Irad
geboren; und Irad zeugte Mehujael, und Mehujael zeugte Metuschael, und
Metuschael zeugte Lamech. 4,19 Lamech aber nahm sich zwei Frauen;
der Name der einen war Ada und der Name der andern Zilla. 4,20 Und
Ada gebar Jabal; dieser wurde der Vater derer, die in Zelten und unter
Herden wohnen. 4,21 Und der Name seines Bruders war Jubal; dieser
wurde der Vater all derer, die mit der Zither und der Flöte umgehen.
4,22
Und Zilla, auch sie gebar, [und zwar] den Tubal-Kain, den Vater all derer,
die Kupfer und Eisen schmieden. Und die Schwester Tubal-Kains war Naama.
4,23 Und Lamech sprach zu seinen Frauen:
Ada und Zilla, hört meine Stimme! Frauen Lamechs, horcht auf meine
Rede! Fürwahr, einen Mann erschlug ich für meine Wunde und einen
Knaben für meine Strieme.
4,24 Wenn Kain siebenfach gerächt wird, so Lamech siebenundsiebzigfach.
4,25 Und Adam erkannte noch einmal seine Frau, und sie gebar
einen Sohn und gab ihm den Namen Set: Denn Gott hat mir einen anderen Nachkommen
gesetzt an Stelle Abels, weil Kain ihn erschlagen hat. 4,26 Und
dem Set, auch ihm wurde ein Sohn geboren, und er gab ihm den Namen Enosch.
Damals fing man an, den Namen des HERRN anzurufen.
Stammbaum von Adam bis Noah.
V. 3-32: 1Chr 1,1-4; Lk 3,36-38.
Kapitel 5
5,1 Dies ist das Buch der Geschlechterfolge Adams. An dem Tag, als
Gott Adam schuf, machte er ihn Gott ähnlich. 5,2 Als Mann und
Frau schuf er sie, und er segnete sie und gab ihnen den Namen Mensch, an
dem Tag, als sie geschaffen wurden. - 5,3 Und Adam lebte 130 Jahre
und zeugte [einen Sohn] ihm ähnlich, nach seinem Bild, und gab ihm
den Namen Set. 5,4 Und die Tage Adams, nachdem er Set gezeugt hatte,
betrugen 800 Jahre, und er zeugte Söhne und Töchter. 5,5
Und alle Tage Adams, die er lebte, betrugen 930 Jahre, dann starb er. -
5,6
Und Set lebte 105 Jahre und zeugte Enosch. 5,7 Und Set lebte, nachdem
er Enosch gezeugt hatte, 807 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
5,8
Und alle Tage Sets betrugen 912 Jahre, dann starb er. - 5,9 Und
Enosch lebte 90 Jahre und zeugte Kenan. 5,10 Und Enosch lebte, nachdem
er Kenan gezeugt hatte, 815 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
5,11
Und alle Tage von Enosch betrugen 905 Jahre, dann starb er. - 5,12
Und Kenan lebte 70 Jahre und zeugte Mahalalel. 5,13 Und Kenan lebte,
nachdem er Mahalalel gezeugt hatte, 840 Jahre und zeugte Söhne und
Töchter. 5,14 Und alle Tage Kenans betrugen 910 Jahre, dann
starb er. - 5,15 Und Mahalalel lebte 65 Jahre und zeugte Jered.
5,16 Und Mahalalel lebte, nachdem er Jered gezeugt hatte, 830 Jahre
und zeugte Söhne und Töchter.
5,17 Und alle Tage Mahalalels
betrugen 895 Jahre, dann starb er. - 5,18 Und Jered lebte 162 Jahre
und zeugte Henoch. 5,19 Und Jered lebte, nachdem er Henoch gezeugt
hatte, 800 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
5,20 Und
alle Tage Jereds betrugen 962 Jahre, dann starb er. - 5,21 Und Henoch
lebte 65 Jahre und zeugte Metuschelach. 5,22 Und Henoch wandelte
mit Gott, nachdem er Metuschelach gezeugt hatte, 300 Jahre und zeugte Söhne
und Töchter. 5,23 Und alle Tage Henochs betrugen 365 Jahre.
5,24 Und Henoch wandelte mit Gott; und er war nicht mehr da, denn
Gott nahm ihn hinweg. - 5,25 Und Metuschelach lebte 187 Jahre und
zeugte Lamech. 5,26 Und Metuschelach lebte, nachdem er Lamech gezeugt
hatte, 782 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
5,27 Und
alle Tage Metuschelachs betrugen 969 Jahre, dann starb er. - 5,28
Und Lamech lebte 182 Jahre und zeugte einen Sohn. 5,29 Und er gab
ihm den Namen Noah, indem er sagte: Dieser wird uns trösten über
unserer Arbeit und über der Mühsal unserer Hände von dem
Erdboden, den der HERR verflucht hat. 5,30 Und Lamech lebte, nachdem
er Noah gezeugt hatte, 595 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
5,31
Und alle Tage Lamechs betrugen 777 Jahre, dann starb er. -
5,32
Und Noah war 500 Jahre alt; und Noah zeugte Sem, Ham und Jafet.
Die Verderbtheit der Menschen.
Kapitel 6
6,1 Und es geschah, als die Menschen begannen, sich zu vermehren
auf der Fläche des Erdbodens, und ihnen Töchter geboren wurden,
6,2
da sahen die Söhne Gottes die Töchter der Menschen, wie schön
sie waren, und sie nahmen sich von ihnen allen zu Frauen, welche sie wollten.
6,3
Da sprach der HERR: Mein Geist soll nicht ewig im Menschen bleiben, da
er ja auch Fleisch ist. Seine Tage sollen 120 Jahre betragen. 6,4
In jenen Tagen waren die Riesen auf der Erde, und auch danach, als die
Söhne Gottes zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen
[Kinder] gebaren. Das sind die Helden, die in der Vorzeit waren, die berühmten
Männer.
6,5 Und der HERR sah, daß die Bosheit des Menschen auf
der Erde groß war und alles Sinnen der Gedanken seines Herzens nur
böse den ganzen Tag. 6,6 Und es reute den HERRN, daß
er den Menschen auf der Erde gemacht hatte, und es bekümmerte ihn
in sein Herz hinein. 6,7 Und der HERR sprach: Ich will den Menschen,
den ich geschaffen habe, von der Fläche des Erdbodens auslöschen,
vom Menschen bis zum Vieh, bis zu den kriechenden Tieren und bis zu den
Vögeln des Himmels; denn es reut mich, daß ich sie gemacht habe.
6,8
Noah aber fand Gunst in den Augen des HERRN.
Ankündigung der Sintflut - Bau der Arche.
6,9 Dies ist die Geschlechterfolge Noahs: Noah war ein gerechter
Mann, untadelig war er unter seinen Zeitgenossen; Noah lebte mit Gott.
6,10
Und Noah zeugte drei Söhne: Sem, Ham und Jafet. 6,11 Die Erde
aber war verdorben vor Gott, und die Erde war erfüllt mit Gewalttat.
6,12
Und Gott sah die Erde, und siehe, sie war verdorben; denn alles Fleisch
hatte seinen Weg verdorben auf Erden.
6,13 Da sprach Gott zu Noah: Das Ende alles Fleisches ist vor
mich gekommen; denn die Erde ist durch sie erfüllt von Gewalttat;
und siehe, ich will sie verderben mit der Erde. 6,14 Mache dir eine
Arche aus Goferholz; mit Zellen sollst du die Arche machen und sie von
innen und von außen mit Pech verpichen! 6,15 Und so sollst
du sie machen: Dreihundert Ellen [sei] die Länge der Arche, fünfzig
Ellen ihre Breite und dreißig Ellen ihre Höhe. 6,16 Ein
Dach sollst du der Arche machen, und zwar nach der Elle sollst du sie [von
unten nach] oben fertigstellen; und die Tür der Arche sollst du in
ihrer Seite anbringen; mit einem unteren, einem zweiten und dritten [Stockwerk]
sollst du sie machen! 6,17 Denn ich, siehe, ich bringe die Wasserflut
über die Erde, um alles Fleisch unter dem Himmel, in dem Lebensodem
ist, zu vernichten; alles, was auf der Erde ist, soll umkommen. 6,18
Aber mit dir will ich meinen Bund aufrichten, und du sollst in die Arche
gehen, du und deine Söhne und deine Frau und die Frauen deiner Söhne
mit dir. 6,19 Und von allem Lebendigen, von allem Fleisch, sollst
du [je] zwei von allen in die Arche bringen, um sie mit dir am Leben zu
erhalten; ein Männliches und ein Weibliches sollen sie sein! 6,20
Von den Vögeln nach ihrer Art und von dem Vieh nach seiner Art, von
allen kriechenden Tieren des Erdbodens nach ihrer Art: [je] zwei von allen
sollen zu dir hineingehen, um am Leben zu bleiben! 6,21 Und du,
nimm dir von aller Speise, die man ißt, und sammle sie bei dir, daß
sie dir und ihnen zur Nahrung diene! 6,22 Und Noah tat es; nach
allem, was Gott ihm geboten hatte, so tat er.
Noah und seine Familie gehen in die Arche.
Kapitel 7
7,1 Und der HERR sprach zu Noah: Geh in die Arche, du und dein ganzes
Haus; denn dich habe ich gerecht vor mir erfunden in dieser Generation.
7,2
Von allem reinen Vieh sollst du je sieben zu dir nehmen, ein Männchen
und sein Weibchen; und von dem Vieh, das nicht rein ist, [je] zwei, ein
Männchen und sein Weibchen; 7,3 auch von den Vögeln des
Himmels je sieben, ein Männliches und ein Weibliches: um Nachwuchs
am Leben zu erhalten auf der Fläche der ganzen Erde!
7,4 Denn
noch sieben Tage, dann lasse ich auf die Erde regnen vierzig Tage und vierzig
Nächte lang und lösche von der Fläche des Erdbodens alles
Bestehende aus, das ich gemacht habe. - 7,5 Und Noah tat nach allem,
was der HERR ihm geboten hatte.
7,6 Und Noah war 600 Jahre alt, als die Flut kam, Wasser über
die Erde. 7,7 Und Noah und seine Söhne und seine Frau und die
Frauen seiner Söhne mit ihm gingen vor den Wassern der Flut in die
Arche. 7,8 Von dem reinen Vieh und von dem Vieh, das nicht rein
ist, und von den Vögeln und von allem, was auf dem Erdboden kriecht,
7,9
kamen je zwei zu Noah in die Arche, ein Männliches und ein Weibliches,
wie Gott dem Noah geboten hatte.
Überschwemmung der Erde.
7,10 Und es geschah nach sieben Tagen, da kamen die Wasser der Flut
über die Erde. 7,11 Im 600. Lebensjahr Noahs, im zweiten Monat,
am siebzehnten Tag des Monats, an diesem Tag brachen alle Quellen der großen
Tiefe auf, und die Fenster des Himmels öffneten sich. 7,12
Und der Regen fiel auf die Erde vierzig Tage und vierzig Nächte lang.
7,13
An eben diesem Tag gingen Noah und Sem und Ham und Jafet, die Söhne
Noahs, und die Frau Noahs und die drei Frauen seiner Söhne mit ihnen
in die Arche, 7,14 sie und alle Tiere nach ihrer Art und alles Vieh
nach seiner Art und alle kriechenden Tiere, die auf der Erde kriechen,
nach ihrer Art und alle Vögel nach ihrer Art, jeder Vogel jeglichen
Gefieders. 7,15 Und sie gingen zu Noah in die Arche, je zwei und
zwei von allem Fleisch, in dem Lebensodem war. 7,16 Und die, die
hineingingen, waren [je] ein Männliches und ein Weibliches von allem
Fleisch, wie Gott ihm geboten hatte. Und der HERR schloß hinter ihm
zu.
7,17 Und die Flut kam vierzig Tage lang über die Erde. Und
die Wasser wuchsen und hoben die Arche empor, so daß sie sich über
die Erde erhob. 7,18 Und die Wasser schwollen an und wuchsen gewaltig
auf der Erde; und die Arche fuhr auf der Fläche der Wasser. 7,19
Und die Wasser schwollen sehr, sehr an auf der Erde, so daß alle
hohen Berge, die unter dem ganzen Himmel sind, bedeckt wurden. 7,20
Fünfzehn Ellen darüber hinaus schwollen die Wasser an; so wurden
die Berge bedeckt. 7,21 Da kam alles Fleisch um, das sich auf der
Erde regte, [alles] an Vögeln und an Vieh und an Tieren und an allem
Gewimmel, das auf der Erde wimmelte, und alle Menschen; 7,22 alles
starb, in dessen Nase ein Hauch von Lebensodem war, von allem, was auf
dem trockenen Land [lebte]. 7,23 So löschte er alles Bestehende
aus, das auf der Fläche des Erdbodens war, vom Menschen bis zum Vieh,
bis zu den kriechenden Tieren und bis zu den Vögeln des Himmels; und
sie wurden von der Erde ausgelöscht. Nur Noah blieb übrig und
das, was mit ihm in der Arche war. 7,24 Und die Wasser schwollen
an auf der Erde 150 Tage lang.
Versiegen des Wassers.
Kapitel 8
8,1 Und Gott gedachte des Noah und aller Tiere und alles Viehs,
das mit ihm in der Arche war; und Gott ließ einen Wind über
die Erde fahren, da sanken die Wasser. 8,2 Und es schlossen sich
die Quellen der Tiefe und die Fenster des Himmels, und der Regen vom Himmel
her wurde zurückgehalten. 8,3 Und die Wasser verliefen sich
von der Erde, allmählich zurückgehend; und die Wasser nahmen
ab nach Verlauf von 150 Tagen. 8,4 Und im siebten Monat, am siebzehnten
Tag des Monats, ließ sich die Arche auf dem Gebirge Ararat nieder.
8,5
Und die Wasser nahmen immer weiter ab bis zum zehnten Monat; im zehnten
[Monat], am ersten des Monats, wurden die Spitzen der Berge sichtbar.
8,6 Und es geschah am Ende von vierzig Tagen, da öffnete
Noah das Fenster der Arche, das er gemacht hatte, und ließ den Raben
hinaus; 8,7 und der flog aus, hin und her, bis das Wasser von der
Erde vertrocknet war. 8,8 Und er ließ die Taube von sich hinaus,
um zu sehen, ob die Wasser weniger geworden seien auf der Fläche des
Erdbodens; 8,9 aber die Taube fand keinen Ruheplatz für ihren
Fuß und kehrte zu ihm in die Arche zurück; denn [noch] war Wasser
auf der Fläche der ganzen Erde; da streckte er seine Hand aus, nahm
sie und holte sie zu sich in die Arche. 8,10 Und er wartete noch
sieben weitere Tage, dann ließ er die Taube noch einmal aus der Arche;
8,11
und die Taube kam um die Abendzeit zu ihm [zurück], und siehe, ein
frisches Olivenblatt war in ihrem Schnabel. Da erkannte Noah, daß
die Wasser auf der Erde weniger geworden waren. 8,12 Und er wartete
noch weitere sieben Tage und ließ die Taube hinaus; da kehrte sie
nicht mehr wieder zu ihm zurück.
8,13 Und es geschah im 601. Jahr, im ersten [Monat], am ersten
des Monats, da waren die Wasser von der Erde weggetrocknet. Und Noah entfernte
das Dach von der Arche und sah: und siehe, die Fläche des Erdbodens
war trocken. 8,14 Im zweiten Monat, am 27. Tag des Monats, war die
Erde trocken.
Noahs Opfer - Gottes Verheißung.
8,15 Und Gott redete zu Noah und sprach: 8,16 Geh aus der
Arche heraus, du und deine Frau und deine Söhne und die Frauen deiner
Söhne mit dir! 8,17 Alle Tiere, die bei dir sind, von allem
Fleisch, an Vögeln und an Vieh und an allen kriechenden Tieren, die
auf der Erde kriechen, laß mit dir hinausgehen, daß sie wimmeln
auf Erden und fruchtbar seien und sich mehren auf Erden! 8,18 Da
ging Noah hinaus, [er] und seine Söhne und seine Frau und die Frauen
seiner Söhne mit ihm. 8,19 Alle Tiere, alle kriechenden Tiere
und alle Vögel, alles was kriecht auf der Erde nach ihren Arten, gingen
aus der Arche.
8,20 Und Noah baute dem HERRN einen Altar; und er nahm von allem
reinen Vieh und von allen reinen Vögeln und opferte Brandopfer auf
dem Altar. 8,21 Und der HERR roch den wohlgefälligen Geruch,
und der HERR sprach in seinem Herzen: Nicht noch einmal will ich den Erdboden
verfluchen um des Menschen willen; denn das Sinnen des menschlichen Herzens
ist böse von seiner Jugend an; und nicht noch einmal will ich alles
Lebendige schlagen, wie ich getan habe. 8,22 Von nun an, alle Tage
der Erde, sollen nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer
und Winter, Tag und Nacht.
Gottes Bund mit Noah.
Kapitel 9
9,1 Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach zu ihnen:
Seid fruchtbar, und vermehrt euch, und füllt die Erde! 9,2
Und Furcht und Schrecken vor euch sei auf allen Tieren der Erde und auf
allen Vögeln des Himmels! Mit allem, was sich auf dem Erdboden regt,
mit allen Fischen des Meeres sind sie in eure Hände gegeben. 9,3
Alles, was sich regt, was da lebt, soll euch zur Speise sein; wie das grüne
Kraut gebe ich es euch alles. 9,4 Nur Fleisch mit seiner Seele,
seinem Blut, sollt ihr nicht essen! 9,5 Jedoch euer eigenes Blut
werde ich einfordern; von jedem Tiere werde ich es einfordern, und von
der Hand des Menschen, von der Hand eines jeden, [nämlich] seines
Bruders, werde ich die Seele des Menschen einfordern. 9,6 Wer Menschenblut
vergießt, dessen Blut soll durch Menschen vergossen werden; denn
nach dem Bilde Gottes hat er den Menschen gemacht. 9,7 Ihr nun,
seid fruchtbar, und vermehrt euch, wimmelt auf der Erde, und vermehrt euch
auf ihr!
9,8 Und Gott sprach zu Noah und zu seinen Söhnen mit ihm:
9,9
Und ich, siehe, ich richte meinen Bund mit euch auf und mit euren Nachkommen
nach euch 9,10 und mit jedem lebenden Wesen, das bei euch ist, an
Vögeln, an Vieh und an allen Tieren der Erde bei euch, von allem,
was aus der Arche gegangen ist, von allen Tieren der Erde.
9,11
Ich richte meinen Bund mit euch auf, daß nie mehr alles Fleisch ausgerottet
werden soll durch die Wasser der Flut, und nie mehr soll es eine Flut geben,
die Erde zu vernichten. 9,12 Und Gott sprach: Dies ist das Zeichen
des Bundes, den ich stifte zwischen mir und euch und jedem lebenden Wesen,
das bei euch ist, auf ewige Generationen hin: 9,13 Meinen Bogen
setze ich in die Wolken, und er sei das Zeichen des Bundes zwischen mir
und der Erde. 9,14 Und es wird geschehen, wenn ich Wolken über
die Erde aufwölke, und der Bogen in den Wolken erscheint,
9,15
dann werde ich an meinen Bund denken, der zwischen mir und euch und jedem
lebenden Wesen unter allem Fleisch [besteht]; und nie mehr sollen die Wasser
zu einer Flut werden, alles Fleisch zu vernichten. 9,16 Wenn der
Bogen in den Wolken steht, werde ich ihn ansehen, um an den ewigen Bund
zu denken zwischen Gott und jedem lebenden Wesen unter allem Fleisch, das
auf Erden ist. 9,17 Und Gott sprach zu Noah: Das ist das Zeichen
des Bundes, den ich aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch, das
auf Erden ist.
Noah und seine Söhne.
9,18 Und die Söhne Noahs, die aus der Arche gingen, waren Sem
und Ham und Jafet. Und Ham, das ist der Vater Kanaans. 9,19 Diese
drei sind die Söhne Noahs, und von ihnen ist die ganze Erde bevölkert
worden. 9,20 Und Noah, ein Landmann, begann auch, Weinberge zu pflanzen.
9,21
Und er trank von dem Wein und wurde betrunken und lag entblößt
im Innern seines Zeltes. 9,22 Und Ham, der Vater Kanaans, sah die
Blöße seines Vaters und berichtete es seinen beiden Brüdern
draußen. 9,23 Da nahmen Sem und Jafet das Obergewand und legten
es beide auf ihre Schultern und gingen [damit] rückwärts und
bedeckten so die Blöße ihres Vaters; ihre Gesichter aber [hielten
sie] so rückwärts [gewandt], daß sie die Blöße
ihres Vaters nicht sahen. 9,24 Und Noah erwachte von seinem Wein[-Rausch]
und erkannte, was sein jüngster Sohn ihm angetan hatte. 9,25
Und er sprach:
Verflucht sei Kanaan! ein Knecht der Knechte sei er seinen Brüdern!
9,26 Und er sprach:
Gepriesen sei der HERR, der Gott Sems; und Kanaan sei sein Knecht!
9,27 Weiten Raum schaffe Gott dem Jafet, und er wohne in den
Zelten Sems; und Kanaan sei sein Knecht!
9,28 Und Noah lebte nach der Flut [noch] 350 Jahre; 9,29
und alle Tage Noahs betrugen 950 Jahre, dann starb er.
Noahs Fluch und Segen über seine Nachkommen.
V. 1-5: 1Chr 1,4-7
Kapitel 10
10,1 Und dies ist die Geschlechterfolge der Söhne Noahs: Sem,
Ham und Jafet - ihnen wurden Söhne geboren nach der Flut.
10,2 Die Söhne Jafets: Gomer und Magog und Madai und Jawan
und Tubal und Meschech und Tiras. 10,3 Und die Söhne Gomers:
Aschkenas und Rifat und Togarma. 10,4 Und die Söhne Jawans:
Elischa und Tarsis, die Kittäer und die Rodaniter. 10,5 Von
diesen verzweigten sich die Inseln der Nationen. [Das sind die Söhne
Jafets] in ihren Ländern, je nach ihrer Sprache, nach ihren Sippen,
in ihren Nationen.
V. 6-18: 1Chr 1,8-16.
10,6 Und die Söhne Hams: Kusch und Mizrajim und Put und
Kanaan. 10,7 Und die Söhne Kuschs: Seba und Hawila und Sabta
und Ragma und Sabtecha. Und die Söhne Ragmas: Saba und Dedan. 10,8
Und Kusch zeugte Nimrod; der war der erste Gewaltige auf der Erde. 10,9
Er war ein gewaltiger Jäger vor dem HERRN; darum sagt man: Wie Nimrod,
ein gewaltiger Jäger vor dem HERRN! 10,10 Und der Anfang seines
Königreiches war Babel und Erech und Akkad und Kalne im Land Schinar.
10,11
Von diesem Land zog er aus nach Assur und baute Ninive und Rehobot-Ir und
Kelach 10,12 und Resen zwischen Ninive und Kelach: das ist die große
Stadt. - 10,13 Und Mizrajim zeugte die Luditer und die Anamiter
und die Lehabiter und die Naftuhiter 10,14 und die Patrusiter und
die Kasluhiter, von denen die Philister ausgegangen sind, und die Kaftoriter.
- 10,15 Und Kanaan zeugte Sidon, seinen Erstgeborenen, und Het 10,16
und den Jebusiter und den Amoriter und den Girgaschiter 10,17 und
den Hewiter und den Arkiter und den Siniter 10,18 und den Arwaditer
und den Zemariter und den Hamatiter. Später haben sich die Sippen
der Kanaaniter zerstreut. 10,19 Und das Gebiet der Kanaaniter erstreckte
sich von Sidon nach Gerar hin, bis nach Gaza, nach Sodom und Gomorra und
Adma und Zebojim hin, bis nach Lescha. - 10,201 Das sind die Söhne
Hams nach ihren Sippen, nach ihren Sprachen, in ihren Ländern, in
ihren Nationen.
V. 21-25: Kap. 11,10-16; V. 21-29: 1Chr 1,17-23.
10,21 Und dem Sem, dem Vater aller Söhne Ebers, dem älteren
Bruder Jafets, auch ihm wurden [Söhne] geboren. 10,22 Die Söhne
Sems: Elam und Assur und Arpachschad und Lud und Aram. 10,23 Und
die Söhne Arams: Uz und Hul und Geter und Masch. 10,24 Und
Arpachschad zeugte Schelach, und Schelach zeugte Eber. 10,25 Und
dem Eber wurden zwei Söhne geboren: der Name des einen war Peleg,
denn in seinen Tagen wurde die Erde verteilt; und der Name seines Bruders
war Joktan. 10,26 Und Joktan zeugte Almodad und Schelef und Hazarmawet
und Jerach 10,27 und Hadoram und Usal und Dikla 10,28 und
Obal und Abimael und Saba 10,29 und Ofir und Hawila und Jobab; diese
alle waren Söhne Joktans. 10,30 Und ihre Wohnsitze sind von
Mescha bis nach Sefar hin, [bis an] das Gebirge des Ostens. - 10,31
Das sind die Söhne Sems nach ihren Sippen, nach ihren Sprachen, in
ihren Ländern, nach ihren Nationen.
10,32 Das sind die Sippen der Söhne Noahs nach ihrer Geschlechterfolge,
in ihren Nationen; und von diesen aus haben sich nach der Flut die Nationen
auf der Erde verzweigt.
Der Turmbau zu Babel.
Kapitel 11
11,1 Und die ganze Erde hatte ein und dieselbe Sprache und ein und
dieselben Wörter. 11,2 Und es geschah, als sie von Osten aufbrachen,
da fanden sie eine Ebene im Land Schinar und ließen sich dort nieder.
11,3
Und sie sagten einer zum anderen: Wohlan, laßt uns Ziegel streichen
und hart brennen! Und der Ziegel diente ihnen als Stein, und der Asphalt
diente ihnen als Mörtel. 11,4 Und sie sprachen: Wohlan, wir
wollen uns eine Stadt und einen Turm bauen, und seine Spitze bis an den
Himmel! So wollen wir uns einen Namen machen, damit wir uns nicht über
die ganze Fläche der Erde zerstreuen! 11,5 Und der HERR fuhr
herab, um die Stadt und den Turm anzusehen, die die Menschenkinder bauten.
11,6
Und der HERR sprach: Siehe, ein Volk sind sie, und eine Sprache haben sie
alle, und dies ist [erst] der Anfang ihres Tuns. Jetzt wird ihnen nichts
unmöglich sein, was sie zu tun ersinnen. 11,7 Wohlan, laßt
uns herabfahren und dort ihre Sprache verwirren, daß sie einer des
anderen Sprache nicht [mehr] verstehen! 11,8 Und der HERR zerstreute
sie von dort über die ganze Erde; und sie hörten auf, die Stadt
zu bauen. 11,9 Darum gab man ihr den Namen Babel; denn dort verwirrte
der HERR die Sprache der ganzen Erde, und von dort zerstreute sie der HERR
über die ganze Erde.
Stammbaum von Sem bis Abraham.
V. 10-16: Kap. 10,21-25; V. 10-26: 1Chr 1,17-27; Lk 3,34-36
11,10 Das ist die Geschlechterfolge Sems: Sem war 100 Jahre alt
und zeugte Arpachschad, zwei Jahre nach der Flut. 11,11 Und Sem
lebte, nachdem er Arpachschad gezeugt hatte, 500 Jahre und zeugte Söhne
und Töchter. - 11,12 Und Arpachschad lebte 35 Jahre und zeugte
Schelach. 11,13 Und Arpachschad lebte, nachdem er Schelach gezeugt
hatte, 403 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. - 11,14
Und Schelach lebte 30 Jahre und zeugte Eber. 11,15 Und Schelach
lebte, nachdem er Eber gezeugt hatte, 403 Jahre und zeugte Söhne und
Töchter. - 11,16 Und Eber lebte 34 Jahre und zeugte Peleg.
11,17
Und Eber lebte, nachdem er Peleg gezeugt hatte, 430 Jahre und zeugte Söhne
und Töchter. - 11,18 Und Peleg lebte 30 Jahre und zeugte Regu.
11,19
Und Peleg lebte, nachdem er Regu gezeugt hatte, 209 Jahre und zeugte Söhne
und Töchter. - 11,20 Und Regu lebte 32 Jahre und zeugte Serug.
11,21 Und Regu lebte, nachdem er Serug gezeugt hatte, 207 Jahre
und zeugte Söhne und Töchter. - 11,22 Und Serug lebte
30 Jahre und zeugte Nahor. 11,23 Und Serug lebte, nachdem er Nahor
gezeugt hatte, 200 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. - 11,24
Und Nahor lebte 29 Jahre und zeugte Terach.
11,25 Und Nahor lebte,
nachdem er Terach gezeugt hatte, 119 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
- 11,26 Und Terach lebte 70 Jahre und zeugte Abram, Nahor und Haran.
11,27 Und das ist die Geschlechterfolge Terachs: Terach zeugte
Abram, Nahor und Haran; und Haran zeugte Lot. 11,28 Haran aber starb
zu Lebzeiten seines Vaters Terach im Land seiner Verwandtschaft, in Ur[,
der Stadt] der Chaldäer. 11,29 Und Abram und Nahor nahmen sich
Frauen; der Name von Abrams Frau war Sarai, und der Name von Nahors Frau
war Milka, [die] Tochter Harans, des Vaters der Milka und des Vaters der
Jiska. 11,30 Sarai aber war unfruchtbar, sie hatte kein Kind. 11,31
Und Terach nahm seinen Sohn Abram und Lot, den Sohn Harans, seines Sohnes
Sohn, und Sarai, seine Schwiegertochter, die Frau seines Sohnes Abram;
und sie zogen miteinander aus Ur[, der Stadt] der Chaldäer, um in
das Land Kanaan zu gehen; und sie kamen nach Haran und wohnten dort. 11,32
Und die Tage Terachs betrugen 205 Jahre, und Terach starb in Haran.
Abrams Berufung und Auszug aus Ur nach Kanaan.
Kapitel 12
12,1 Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Land und aus deiner
Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir
zeigen werde! 12,2 Und ich will dich zu einer großen Nation
machen und will dich segnen, und ich will deinen Namen groß machen,
und du sollst ein Segen sein! 12,3 Und ich will segnen, die dich
segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen; und in dir sollen
gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!
12,4 Und Abram ging hin, wie der HERR zu ihm geredet hatte, und
Lot ging mit ihm. Abram aber war 75 Jahre alt, als er aus Haran zog. 12,5
Und Abram nahm seine Frau Sarai und Lot, den Sohn seines Bruders, und all
ihre Habe, die sie erworben, und die Leute, die sie in Haran gewonnen hatten,
und sie zogen aus, um in das Land Kanaan zu gehen; und sie kamen in das
Land Kanaan. 12,6 Und Abram durchzog das Land bis zur Stätte
von Sichem, bis zur Terebinthe More. Damals waren die Kanaaniter im Land.
12,7
Und der HERR erschien dem Abram und sprach: Deinen Nachkommen will ich
dieses Land geben. Und er baute dort dem HERRN, der ihm erschienen war,
einen Altar. 12,8 Und er brach von dort auf zu dem Gebirge östlich
von Bethel und schlug sein Zelt auf, Bethel im Westen und Ai im Osten;
und er baute dort dem HERRN einen Altar und rief den Namen des HERRN an.
12,9
Dann brach Abram auf und zog immer weiter nach Süden.
Abram in Ägypten.
12,10 Es entstand aber eine Hungersnot im Land; da zog Abram nach
Ägypten hinab, um dort als Fremder zu leben, denn die Hungersnot lag
schwer auf dem Land. 12,11 Und es geschah, als er nahe daran war,
nach Ägypten hineinzukommen, sagte er zu seiner Frau Sarai: Siehe
doch, ich weiß, daß du eine Frau von schönem Aussehen
bist; 12,12 und es wird geschehen, wenn die Ägypter dich sehen,
werden sie sagen: Sie ist seine Frau. Dann werden sie mich erschlagen und
dich leben lassen.
12,13 Sage doch, du seist meine Schwester, damit
es mir gut geht um deinetwillen und meine Seele deinetwegen am Leben bleibt!
12,14 Und es geschah, als Abram nach Ägypten kam, da sahen
die Ägypter, daß die Frau sehr schön war. 12,15
Und die Hofbeamten des Pharao sahen sie und rühmten sie vor dem Pharao;
und die Frau wurde in das Haus des Pharao geholt. 12,16 Und er tat
Abram Gutes um ihretwillen; und er bekam Schafe und Rinder und Esel, Knechte
und Mägde, Eselinnen und Kamele. 12,17 Der HERR aber schlug
den Pharao und sein Haus mit großen Plagen um Sarais willen, der
Frau Abrams. 12,18 Da ließ der Pharao Abram rufen und sagte:
Was hast du mir da angetan! Warum hast du mir nicht mitgeteilt, daß
sie deine Frau ist? 12,19 Warum hast du gesagt: Sie ist meine Schwester,
so daß ich sie mir zur Frau nahm? Und nun siehe, da ist deine Frau,
nimm sie und geh! 12,20 Und der Pharao entbot seinetwegen Männer,
die geleiteten ihn und seine Frau und alles, was er hatte.
Abrams Trennung von Lot.
Kapitel 13
13,1 Und Abram zog aus Ägypten herauf, er und seine Frau und
alles, was er hatte, und Lot mit ihm, nach dem Süden. 13,2
Und Abram war sehr reich an Vieh, an Silber und an Gold. 13,3 Und
er ging auf seinen Tagemärschen vom Süden bis nach Bethel, bis
zu der Stätte, wo im Anfang sein Zelt gewesen war, zwischen Bethel
und Ai,
13,4 zu der Stätte des Altars, den er vorher dort gemacht
hatte. Und Abram rief dort den Namen des HERRN an. 13,5 Und auch
Lot, der mit Abram zog, hatte Schafe und Rinder und Zelte. 13,6
Und das Land ertrug es nicht, daß sie zusammen wohnten; denn ihre
Habe war groß, und sie konnten nicht zusammen wohnen. 13,7
So gab es Streit zwischen den Hirten von Abrams Vieh und den Hirten von
Lots Vieh. Und die Kanaaniter und die Perisiter wohnten damals im Land.
13,8 Da sprach Abram zu Lot: Laß doch keinen Streit sein zwischen
mir und dir und zwischen meinen Hirten und deinen Hirten; wir sind doch
Brüder! 13,9 Ist nicht das ganze Land vor dir? Trenne dich
doch von mir! Willst du nach links, dann gehe ich nach rechts, und willst
du nach rechts, dann gehe ich nach links. 13,10 Da erhob Lot seine
Augen und sah die ganze Ebene des Jordan, daß sie ganz bewässert
war - bevor der HERR Sodom und Gomorra zerstört hatte - wie der Garten
des HERRN, wie das Land Ägypten, bis nach Zoar hin. 13,11 Da
wählte sich Lot die ganze Ebene des Jordan, und Lot brach auf nach
Osten; so trennten sie sich voneinander. 13,12 Abram wohnte im Land
Kanaan, und Lot wohnte in den Städten der Ebene [des Jordan] und schlug
[seine] Zelte auf bis nach Sodom. 13,13 Die Leute von Sodom aber
waren sehr böse und sündig vor dem HERRN.
13,14 Und der HERR sprach zu Abram, nachdem Lot sich von ihm
getrennt hatte: Hebe doch deine Augen auf, und schaue von dem Ort, wo du
bist, nach Norden und nach Süden, nach Osten und nach Westen! 13,15
Denn das ganze Land, das du siehst, dir will ich es geben und deinen Nachkommen
für ewig. 13,16 Und ich will deine Nachkommen machen wie den
Staub der Erde, so daß, wenn jemand den Staub der Erde zählen
kann, auch deine Nachkommen gezählt werden. 13,17 Mache dich
auf, und durchwandere das Land seiner Länge nach und seiner Breite
nach! Denn dir will ich es geben. 13,18 Und Abram schlug [seine]
Zelte auf und ging hin und ließ sich nieder unter den Terebinthen
von Mamre, die bei Hebron sind; und er baute dort dem HERRN einen Altar.
Abrams Einsatz zur Rettung Lots.
Kapitel 14
14,1 Und es geschah in den Tagen Amrafels, des Königs von Schinar,
Arjochs, des Königs von Ellasar, Kedor-Laomers, des Königs von
Elam, und Tidals, des Königs von Gojim, 14,2 daß sie
Krieg führten mit Bera, dem König von Sodom, und mit Birscha,
dem König von Gomorra, Schinab, dem König von Adma, und Schemeber,
dem König von Zebojim, und mit dem König von Bela, das ist Zoar.
14,3
Alle diese verbündeten sich [und kamen] in das Tal Siddim, das ist
das Salzmeer. 14,4 Zwölf Jahre hatten sie Kedor-Laomer gedient,
im dreizehnten Jahr aber empörten sie sich. 14,5 Und im vierzehnten
Jahr kamen Kedor-Laomer und die Könige, die mit ihm waren, und schlugen
die Refaiter bei Aschterot-Karnajim und die Susiter bei Ham und die Emiter
in der Ebene von Kirjatajim 14,6 und die Horiter auf ihrem Gebirge
Seir bis El-Paran, das an der Wüste liegt.
14,7 Dann wandten
sie sich und kamen nach En-Mischpat, das ist Kadesch; und sie schlugen
das ganze Gebiet der Amalekiter und auch die Amoriter, die zu Hazezon-Tamar
wohnten. 14,8 Und es zogen aus der König von Sodom und der
König von Gomorra und der König von Adma und der König von
Zebojim und der König von Bela, das ist Zoar; und sie ordneten sich
zur Schlacht gegen sie im Tal Siddim: 14,9 gegen Kedor-Laomer, den
König von Elam, und Tidal, den König von Gojim, und Amrafel,
den König von Schinar, und Arjoch, den König von Ellasar, vier
Könige gegen die fünf. 14,10 Im Tal Siddim aber war Asphaltgrube
neben Asphaltgrube; und die Könige von Sodom und Gomorra flohen und
fielen dort hinein, die übrigen aber flohen ins Gebirge. 14,11
Da nahmen sie alle Habe von Sodom und Gomorra und all ihre Nahrungsmittel
und zogen davon. 14,12 Und sie nahmen Lot mit, den Sohn von Abrams
Bruder, und seine Habe und zogen davon; denn er wohnte in Sodom.
14,13 Und es kam ein Entkommener und berichtete es Abram, dem
Hebräer; er wohnte aber unter den Terebinthen Mamres, des Amoriters,
des Bruders von Eschkol und des Bruders von Aner; die waren Abrams Bundesgenossen.
14,14
Und als Abram hörte, daß sein Bruder gefangen weggeführt
war, ließ er seine bewährten [Männer], seine Hausgeborenen,
ausrücken, 318 [Mann], und jagte [ihnen] nach bis nach Dan. 14,15
Und nachts teilte er sich [und fiel] über sie her, er und seine Knechte,
und schlug sie und jagte ihnen nach bis nach Hoba, das links von Damaskus
[liegt]. 14,16 Und er brachte die ganze Habe zurück; und auch
Lot, seinen Neffen, und dessen Habe brachte er zurück und auch die
Frauen und das Volk.
14,17 Und als er zurückkehrte, nachdem er Kedor-Laomer und
die Könige, die mit ihm gewesen, geschlagen hatte, zog der König
von Sodom aus, ihm entgegen, in das Tal Schawe, das ist das Königstal.
14,18
Und Melchisedek, König von Salem, brachte Brot und Wein heraus; und
er war Priester Gottes, des Höchsten. 14,19 Und er segnete
ihn und sprach: Gesegnet sei Abram von Gott, dem Höchsten, der Himmel
und Erde geschaffen hat! 14,20 Und gesegnet sei Gott, der Höchste,
der deine Bedränger in deine Hand ausgeliefert hat! - Und Abram gab
ihm den Zehnten von allem. 14,21 Und der König von Sodom sagte
zu Abram: Gib mir die Seelen, die Habe aber nimm für dich! 14,22
Da sagte Abram zum König von Sodom: Ich hebe meine Hand auf zu dem
HERRN, [zu] Gott, dem Höchsten, der Himmel und Erde geschaffen hat:
14,23
Wenn [ich] vom Faden bis zum Schuhriemen, ja, wenn ich irgend etwas nehme
von dem, was dein ist . . .! Damit du [später] nicht sagst: Ich habe
Abram reich gemacht. 14,24 Nichts für mich! Nur was die Knechte
verzehrt haben, und der Anteil der Männer, die mit mir gezogen sind:
Aner, Eschkol und Mamre, die sollen ihren Anteil nehmen!
Gottes Bund mit Abram.
Kapitel 15
15,1 Nach diesen Dingen geschah das Wort des HERRN zu Abram in einem
Gesicht so: Fürchte dich nicht, Abram; ich bin dir ein Schild, [ich
werde] deinen Lohn sehr groß [machen]. 15,2 Da sagte Abram:
Herr, HERR, was willst du mir geben? Ich gehe ja doch kinderlos dahin,
und Erbe meines Hauses, das wird Elieser von Damaskus. 15,3 Und
Abram sagte: Siehe, mir hast du keinen Nachkommen gegeben, und siehe, der
Sohn meines Hauses wird mich beerben. 15,4 Und siehe, das Wort des
HERRN [geschah] zu ihm: Nicht dieser wird dich beerben, sondern der aus
deinem Leibe hervorgeht, der wird dich beerben. 15,5 Und er führte
ihn hinaus und sprach: Blicke doch auf zum Himmel, und zähle die Sterne,
wenn du sie zählen kannst! Und er sprach zu ihm: So [zahlreich] wird
deine Nachkommenschaft sein! 15,6 Und er glaubte dem HERRN; und
er rechnete es ihm als Gerechtigkeit an. 15,7 Und er sprach zu ihm:
Ich bin der HERR, der ich dich herausgeführt habe aus Ur[, der Stadt]
der Chaldäer, um dir dieses Land zu geben, es in Besitz zu nehmen.
15,8
Und er sagte: Herr, HERR, woran soll ich erkennen, daß ich es in
Besitz nehmen werde? 15,9 Da sprach er zu ihm: Bring mir eine dreijährige
Jungkuh, eine dreijährige Ziege und einen dreijährigen Widder,
eine Turteltaube und eine junge Taube. 15,10 Und er brachte ihm
alle diese. Und er zerteilte sie in der Mitte und legte je einen Teil dem
anderen gegenüber. Die Vögel aber zerteilte er nicht. 15,11
Da stießen die Raubvögel auf die toten Tiere herab; aber Abram
verscheuchte sie. 15,12 Und es geschah, als die Sonne am Untergehen
war, da fiel ein tiefer Schlaf auf Abram; und siehe, Schrecken, dichte
Finsternis überfiel ihn. 15,13 Und er sprach zu Abram: Ganz
gewiß sollst du wissen, daß deine Nachkommenschaft Fremdling
sein wird in einem Land, das ihnen nicht gehört; und sie werden ihnen
dienen, und man wird sie unterdrücken vierhundert Jahre lang. 15,14
Aber ich werde die Nation auch richten, der sie dienen; und danach werden
sie ausziehen mit großer Habe. 15,15 Du aber, du wirst in
Frieden zu deinen Vätern eingehen, wirst in gutem Alter begraben werden.
15,16
Und in der vierten Generation werden sie hierher zurückkehren; denn
[das Maß der] Schuld des Amoriters ist bis jetzt [noch] nicht voll.
15,17
Und es geschah, als die Sonne untergegangen und Finsternis eingetreten
war, siehe da, ein rauchender Ofen und eine Feuerfackel, die zwischen diesen
Stücken hindurchfuhr. 15,18 An jenem Tag schloß der HERR
einen Bund mit Abram und sprach: Deinen Nachkommen habe ich dieses Land
gegeben, vom Strom Ägyptens an bis zum großen Strom, dem Euphratstrom:
15,19
die Keniter und die Kenasiter und die Kadmoniter 15,20 und die Hetiter
und die Perisiter und die Refaiter 15,21 und die Amoriter und die
Kanaaniter und die Girgaschiter und die Jebusiter.
Hagar und Ismael.
Kapitel 16
16,1 Und Sarai, Abrams Frau, gebar ihm keine [Kinder]. Sie hatte
aber eine ägyptische Magd, deren Name war Hagar. 16,2 Und Sarai
sagte zu Abram: Siehe doch, der HERR hat mich verschlossen, daß ich
nicht gebäre. Geh doch zu meiner Magd ein! Vielleicht werde ich aus
ihr erbaut werden. Und Abram hörte auf Sarais Stimme. 16,3
Da nahm Sarai, Abrams Frau, ihre Magd, die Ägypterin Hagar, nachdem
Abram zehn Jahre im Land Kanaan gewohnt hatte, und gab sie Abram, ihrem
Mann, ihm zur Frau. 16,4 Und er ging zu Hagar ein, und sie wurde
schwanger. Als sie aber sah, daß sie schwanger war, da wurde ihre
Herrin gering in ihren Augen. 16,5 Und Sarai sagte zu Abram: Das
Unrecht an mir [liegt] auf dir! Ich selbst habe meine Magd in deinen Schoß
gegeben; und [nun,] da sie sieht, daß sie schwanger ist, bin ich
gering in ihren Augen. Der HERR richte zwischen mir und dir! 16,6
Und Abram sagte zu Sarai: Siehe, deine Magd ist in deiner Hand. Mache mit
ihr, was gut ist in deinen Augen! Als Sarai sie aber demütigte, da
floh sie vor ihr.
16,7 Und der Engel des HERRN fand sie an einer Wasserquelle in
der Wüste, an der Quelle auf dem Weg nach Schur. 16,8 Und er
sprach: Hagar, Magd Sarais, woher kommst du, und wohin gehst du? Und sie
sagte: Vor Sarai, meiner Herrin, bin ich auf der Flucht. 16,9 Da
sprach der Engel des HERRN zu ihr: Kehre zu deiner Herrin zurück,
und demütige dich unter ihre Hände! 16,10 Und der Engel
des HERRN sprach zu ihr: Ich will deine Nachkommen so sehr mehren, daß
man sie nicht zählen kann vor Menge. 16,11 Und der Engel des
HERRN sprach [weiter] zu ihr: Siehe, du bist schwanger und wirst einen
Sohn gebären; dem sollst du den Namen Ismael geben, denn der HERR
hat auf dein Elend gehört. 16,12 Und er, er wird ein Mensch
[wie] ein Wildesel sein; seine Hand gegen alle und die Hand aller gegen
ihn, und allen seinen Brüdern setzt er sich vors Gesicht. 16,13
Da nannte sie den Namen des HERRN, der zu ihr geredet hatte: Du bist ein
Gott, der mich sieht! Denn sie sagte: Habe ich nicht auch hier hinter dem
hergesehen, der mich angesehen hat? 16,14 Darum nennt man den Brunnen:
Beer-Lachai-Roi; siehe, er ist zwischen Kadesch und Bered.
16,15 Und Hagar gebar dem Abram einen Sohn; und Abram gab seinem
Sohn, den Hagar geboren hatte, den Namen Ismael. 16,16 Und Abram
war 86 Jahre alt, als Hagar dem Abram Ismael gebar.
Namensänderung - Beschneidung - Verheißung.
Kapitel 17
17,1 Und Abram war 99 Jahre alt, da erschien der HERR dem Abram
und sprach zu ihm: Ich bin Gott, der Allmächtige. Lebe vor meinem
Angesicht, und sei untadelig! 17,2 Und ich will meinen Bund zwischen
mir und dir setzen und will dich sehr, sehr mehren. 17,3 Da fiel
Abram auf sein Gesicht, und Gott redete mit ihm und sprach: 17,4
Ich, siehe, [das ist] mein Bund mit dir: Du wirst zum Vater einer Menge
von Nationen werden. 17,5 Und nicht mehr soll dein Name Abram heißen,
sondern Abraham soll dein Name sein! Denn zum Vater einer Menge von Nationen
habe ich dich gemacht. 17,6 Und ich werde dich sehr, sehr fruchtbar
machen, und ich werde dich zu Nationen machen, und Könige werden aus
dir hervorgehen. 17,7 Und ich werde meinen Bund aufrichten zwischen
mir und dir und deinen Nachkommen nach dir durch [alle] ihre Generationen
zu einem ewigen Bund, um dir Gott zu sein und deinen Nachkommen nach dir.
17,8
Und ich werde dir und deinen Nachkommen nach dir das Land deiner Fremdlingschaft
geben, das ganze Land Kanaan, zum ewigen Besitz, und ich werde ihnen Gott
sein. 17,9 Und Gott sprach zu Abraham: Und du, du sollst meinen
Bund halten, du und deine Nachkommen nach dir, durch ihre Generationen!
17,10
Dies ist mein Bund, den ihr halten sollt, zwischen mir und euch und deinen
Nachkommen nach dir: alles, was männlich ist, soll bei euch beschnitten
werden; 17,11 und zwar sollt ihr am Fleisch eurer Vorhaut beschnitten
werden! Das wird das Zeichen des Bundes sein zwischen mir und euch. 17,12
Im Alter von acht Tagen soll alles, was männlich ist, bei euch beschnitten
werden, durch eure Generationen, der im Haus geborene und der von irgendeinem
Fremden für Geld gekaufte [Sklave], der nicht von deiner Nachkommenschaft
ist; 17,13 beschnitten werden muß, der in deinem Haus geborene
und der für dein Geld gekaufte [Sklave]! Und mein Bund an eurem Fleisch
soll ein ewiger Bund sein. 17,14 Ein unbeschnittener Männlicher
aber, der am Fleisch seiner Vorhaut nicht beschnitten ist, diese Seele
soll ausgerottet werden aus ihrem Volk; meinen Bund hat er ungültig
gemacht!
17,15 Und Gott sprach zu Abraham: Deine Frau Sarai sollst du
nicht [mehr] Sarai nennen, sondern Sara soll ihr Name sein! 17,16
Und ich werde sie segnen, und auch von ihr gebe ich dir einen Sohn; und
ich werde sie segnen, und sie wird zu Nationen werden; Könige von
Völkern sollen von ihr kommen. 17,17 Da fiel Abraham auf sein
Gesicht und lachte und sprach in seinem Herzen: Sollte einem Hundertjährigen
[ein Kind] geboren werden, und sollte Sara, eine Neunzigjährige, etwa
gebären? 17,18 Und Abraham sagte zu Gott: Möchte doch
Ismael vor dir leben! 17,19 Und Gott sprach: Nein, [sondern] Sara,
deine Frau, wird dir einen Sohn gebären. Und du sollst ihm den Namen
Isaak geben! Und ich werde meinen Bund mit ihm aufrichten zu einem ewigen
Bund für seine Nachkommen nach ihm. 17,20 Aber [auch] für
Ismael habe ich dich erhört: Siehe, ich werde ihn segnen und werde
ihn fruchtbar machen und ihn sehr, sehr mehren. Zwölf Fürsten
wird er zeugen, und ich werde ihn zu einer großen Nation machen.
17,21
Aber meinen Bund werde ich mit Isaak aufrichten, den Sara dir im nächsten
Jahr um diese Zeit gebären wird. - 17,22 Und er hörte
auf, mit ihm zu reden; und Gott fuhr auf von Abraham.
17,23 Und Abraham nahm seinen Sohn Ismael und alle in seinem
Haus geborenen und alle mit seinem Geld gekauften [Sklaven], alles, was
unter den Leuten des Hauses Abraham männlich war, und beschnitt das
Fleisch ihrer Vorhaut an eben diesem Tag, wie Gott zu ihm geredet hatte.
17,24
Abraham war 99 Jahre alt, als er am Fleisch seiner Vorhaut beschnitten
wurde. 17,25 Und sein Sohn Ismael war dreizehn Jahre alt, als er
am Fleisch seiner Vorhaut beschnitten wurde. 17,26 So wurden an
eben diesem Tag Abraham und sein Sohn Ismael beschnitten 17,27 und
alle Männer seines Hauses, der im Haus geborene und der von einem
Fremden für Geld gekaufte [Sklave] wurden mit ihm beschnitten.
Gottes Besuch bei Abraham.
Kapitel 18
18,1 Und der HERR erschien ihm bei den Terebinthen von Mamre, als
er bei der Hitze des Tages am Eingang des Zeltes saß. 18,2
Und er hob seine Augen auf und sah: und siehe, drei Männer standen
vor ihm; sobald er sie sah, lief er ihnen vom Eingang des Zeltes entgegen
und verneigte sich zur Erde 18,3 und sagte: Herr, wenn ich denn
Gunst gefunden habe in deinen Augen, so geh doch nicht an deinem Knecht
vorüber! 18,4 Man hole doch ein wenig Wasser, dann wascht eure
Füße, und ruht euch aus unter dem Baum! 18,5 Ich will
indessen einen Bissen Brot holen, daß ihr euer Herz stärkt;
danach mögt ihr weitergehen; wozu wäret ihr sonst bei eurem Knecht
vorbeigekommen? Und sie sprachen: Tu so, wie du geredet hast! 18,6
Da eilte Abraham ins Zelt zu Sara und sagte: Nimm schnell drei Maß
Mehl, Weizengrieß, knete und mache Kuchen! 18,7 Und Abraham
lief zu den Rindern und nahm ein Kalb, zart und gut, und gab es dem Knecht;
und der beeilte sich, es zuzubereiten. 18,8 Und er holte Rahm und
Milch und das Kalb, das er zubereitet hatte, und setzte es ihnen vor; und
er stand vor ihnen unter dem Baum, und sie aßen.
18,9 Und sie sagten zu ihm: Wo ist deine Frau Sara? Und er sagte:
Dort im Zelt. 18,10 Da sprach er: Wahrlich, übers Jahr um diese
Zeit komme ich wieder zu dir, siehe, dann hat Sara, deine Frau, einen Sohn.
Und Sara horchte am Eingang des Zeltes, der hinter ihm war. 18,11
Abraham und Sara aber waren alt, hochbetagt; es erging Sara nicht mehr
nach der Frauen Weise. 18,12 Und Seran lachte in ihrem Innern und
sagte: Nachdem ich alt geworden bin, sollte ich [noch] Liebeslust haben?
Und [auch] mein Herr ist ja alt! 18,13 Da sprach der HERR zu Abraham:
Warum hat Sara denn gelacht und gesagt: Sollte ich wirklich noch gebären,
da ich doch alt bin? 18,14 Sollte für den HERRN eine Sache
zu wunderbar sein? Zur bestimmten Zeit komme ich wieder zu dir, übers
Jahr um diese Zeit, dann hat Sara einen Sohn. 18,15 Doch Sara leugnete
und sagte: Ich habe nicht gelacht! Denn sie fürchtete sich. Er aber
sprach: Nein, du hast doch gelacht!
Abrahams Bitte für Sodom.
18,16 Und die Männer erhoben sich von dort und blickten auf
die Fläche von Sodom hinab; und Abraham ging mit ihnen, sie zu begleiten.
18,17
Der HERR aber sprach [bei sich]: Sollte ich vor Abraham verbergen, was
ich tun will? 18,18 Abraham soll doch zu einer großen und
mächtigen Nation werden, und in ihm sollen gesegnet werden alle Nationen
der Erde! 18,19 Denn ich habe ihn erkannt, damit er seinen Söhnen
und seinem Haus nach ihm befehle, daß sie den Weg des HERRN bewahren,
Gerechtigkeit und Recht zu üben, damit der HERR auf Abraham kommen
lasse, was er über ihn geredet hat. 18,20 Und der HERR sprach:
Das Klagegeschrei über Sodom und Gomorra, wahrlich, es ist groß,
und ihre Sünde, wahrlich, sie ist sehr schwer.
18,21 Ich will
doch hinabgehen und sehen, ob sie ganz nach ihrem Geschrei, das vor mich
gekommen ist, getan haben; und wenn nicht, so will ich es wissen.
18,22 Und die Männer wandten sich von dort und gingen nach
Sodom; Abraham aber blieb noch vor dem HERRN stehen. 18,23 Und Abraham
trat hinzu und sagte: Willst du wirklich den Gerechten mit dem Ungerechten
wegraffen? 18,24 Vielleicht gibt es fünfzig Gerechte innerhalb
der Stadt. Willst du sie denn wegraffen und dem Ort nicht vergeben um der
fünfzig Gerechten willen, die darin sind? 18,25 Fern sei es
von dir, so etwas zu tun, den Gerechten mit dem Ungerechten zu töten,
so daß der Ungerechte wäre wie der Gerechte; fern sei es von
dir! Sollte der Richter der ganzen Erde nicht Recht üben? 18,26
Da sprach der HERR: Wenn ich in Sodom fünfzig Gerechte in der Stadt
finde, so will ich um ihretwillen dem ganzen Ort vergeben. 18,27
Und Abraham antwortete und sagte: Siehe doch, ich habe mich erdreistet,
zu dem Herrn zu reden, obwohl ich Staub und Asche bin. 18,28 Vielleicht
fehlen an den fünfzig Gerechten [nur] fünf. Willst du wegen der
fünf die ganze Stadt vernichten? Da sprach er: Ich will [sie] nicht
vernichten, wenn ich dort 45 finde. 18,29 Und er fuhr fort, weiter
zu ihm zu reden, und sagte: Vielleicht werden dort vierzig gefunden. Und
er sprach: Ich will es nicht tun um der Vierzig willen. 18,30 Und
er sagte: Der Herr möge doch nicht zürnen, daß ich [noch
einmal] rede! Vielleicht werden dort dreißig gefunden. Und er sprach:
18,31
Ich will es nicht tun, wenn ich dort dreißig finde. Da sagte er:
Siehe doch, ich habe mich erdreistet, zu dem Herrn zu reden; vielleicht
werden dort zwanzig gefunden. Und er sprach: Ich will nicht vernichten
um der Zwanzig willen. 18,32 Da sagte er: Der Herr möge doch
nicht zürnen, ich will nur [noch] dieses Mal reden. Vielleicht werden
dort zehn gefunden. Und er sprach: Ich will nicht vernichten um der Zehn
willen. 18,33 Und der HERR ging weg, als er mit Abraham ausgeredet
hatte; und Abraham kehrte zurück an seinen Ort.
Das Gericht über Sodom und Gomorra - Rettung Lots.
Kapitel 19
19,1 Und die beiden Engel kamen am Abend nach Sodom, als Lot [gerade]
im Tor von Sodom saß. Und als Lot sie sah, stand er auf, [ging] ihnen
entgegen und verneigte sich mit dem Gesicht zur Erde; 19,2 und er
sprach: Ach siehe, meine Herren! Kehrt doch ein in das Haus eures Knechtes,
und übernachtet, und wascht eure Füße; morgen früh
mögt ihr [dann] eures Weges ziehen! Aber sie sagten: Nein, sondern
wir wollen auf dem Platz übernachten. 19,3 Als er jedoch sehr
in sie drang, kehrten sie bei ihm ein und kamen in sein Haus. Und er machte
ihnen ein Mahl, backte ungesäuertes Brot, und sie aßen. 19,4
Noch hatten sie sich nicht niedergelegt, da umringten die Männer der
Stadt, die Männer von Sodom, das Haus, vom Knaben bis zum Greis, das
ganze Volk von allen Enden [der Stadt]. 19,5 Und sie riefen nach
Lot und sagten zu ihm: Wo sind die Männer, die diese Nacht zu dir
gekommen sind? Führe sie zu uns heraus, daß wir sie erkennen!
19,6
Da trat Lot zu ihnen hinaus an den Eingang und schloß die Tür
hinter sich zu; 19,7 und er sagte: Tut doch nichts Böses, meine
Brüder! 19,8 Seht doch, ich habe zwei Töchter, die keinen
Mann erkannt haben; die will ich zu euch herausbringen. Tut ihnen, wie
es gut ist in euren Augen! Nur diesen Männern tut nichts, da sie nun
einmal unter den Schatten meines Daches gekommen sind! 19,9 Aber
sie sagten: Zurück da! Und sie sagten: Da ist einer allein gekommen,
sich als Fremder [hier] aufzuhalten, und will sich [schon] als Richter
aufspielen! Nun, wir wollen dir Schlimmeres antun als jenen. Und sie drangen
hart ein auf den Mann, auf Lot, und machten sich daran, die Tür aufzubrechen.
19,10
Da streckten die Männer ihre Hand aus und brachten Lot zu sich herein
ins Haus; und die Tür verschlossen sie. 19,11 Die Männer
aber, die am Eingang des Hauses waren, schlugen sie mit Blindheit, vom
kleinsten bis zum größten, so daß sie sich vergeblich
mühten, den Eingang zu finden.
19,12 Und die Männer sagten zu Lot: Hast du hier noch jemanden?
Einen Schwiegersohn, und deine Söhne und deine Töchter oder einen,
der sonst [noch] in der Stadt zu dir gehört? Führe [sie] hinaus
aus diesem Ort! 19,13 Denn wir werden diesen Ort vernichten, weil
das Geschrei über sie groß geworden ist vor dem HERRN; und der
HERR hat uns gesandt, die Stadt zu vernichten. 19,14 Da ging Lot
hinaus und redete zu seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter
nehmen sollten, und sagte: Macht euch auf, geht aus diesem Ort! Denn der
HERR wird die Stadt vernichten. Aber er war in den Augen seiner Schwiegersöhne
wie einer, der Scherz treibt. 19,15 Und sobald die Morgenröte
aufging, drängten die Engel Lot zur Eile und sagten: Mache dich auf,
nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die hier sind, damit du
nicht weggerafft wirst durch die Schuld der Stadt! 19,16 Als er
aber zögerte, ergriffen die Männer seine Hand und die Hand seiner
Frau und die Hand seiner beiden Töchter, weil der HERR ihn verschonen
wollte, und führten ihn hinaus und ließen ihn außerhalb
der Stadt. 19,17 Und es geschah, als sie sie ins Freie hinausgeführt
hatten, da sprach er: Rette dich, [es geht] um dein Leben! Sieh nicht hinter
dich, und bleib nicht stehen in der ganzen Ebene [des Jordan]; rette dich
auf das Gebirge, damit du nicht weggerafft wirst! 19,18 Da sagte
Lot zu ihnen: Ach, nein, Herr! 19,19 Siehe doch, dein Knecht hat
Gunst gefunden in deinen Augen, und du hast deine Gnade, die du an mir
erwiesen hast, groß gemacht, meine Seele am Leben zu erhalten. Aber
ich kann mich nicht auf das Gebirge retten, es könnte das Unheil mich
ereilen, daß ich sterbe. 19,20 Siehe doch, diese Stadt da
ist nahe, dahin zu fliehen, sie ist ja [nur] klein; ich könnte mich
doch dahin retten - ist sie nicht klein? -, damit meine Seele am Leben
bleibt. 19,21 Da sprach er zu ihm: Siehe, auch darin habe ich Rücksicht
auf dich genommen, daß ich die Stadt nicht umkehre, von der du geredet
hast. 19,22 Schnell, rette dich dorthin! Denn ich kann nichts tun,
bis du dorthin gekommen bist. Daher nennt man die Stadt Zoar.
19,23 Die Sonne ging über der Erde auf, als Lot nach Zoar
kam. 19,24 Da ließ der HERR auf Sodom und auf Gomorra Schwefel
und Feuer regnen von dem HERRN aus dem Himmel 19,25 und kehrte diese
Städte um und die ganze Ebene [des Jordan] und alle Bewohner der Städte
und das Gewächs des Erdbodens. 19,26 Aber seine Frau sah sich
hinter ihm um; da wurde sie zu einer Salzsäule.
19,27 Und Abraham machte sich früh am Morgen auf an den
Ort, wo er vor dem HERRN gestanden hatte. 19,28 Und er blickte hinab
auf die Fläche von Sodom und Gormorra und auf die ganze Fläche
des Landes [in] der Ebene [des Jordan], und er sah: und siehe, Rauch stieg
vom Land auf, wie der Rauch eines Schmelzofens.
19,29 Und es geschah, als Gott die Städte der Ebene [des
Jordan] vernichtete, da dachte Gott an Abraham und geleitete Lot mitten
aus der Umkehrung, als er die Städte umkehrte, in denen Lot gewohnt
hatte.
Lot und seine Töchter.
19,30 Lot aber zog von Zoar hinauf und wohnte im Gebirge, [er] und
seine beiden Töchter mit ihm; denn er fürchtete sich in Zoar
zu wohnen. Und er wohnte in einer Höhle, er und seine beiden Töchter.
19,31
Und die Erstgeborene sprach zu der Jüngeren: Unser Vater ist alt,
und es gibt keinen Mann im Land, der zu uns eingehen könnte nach der
Weise aller Welt. 19,32 Komm, laß uns unserem Vater Wein zu
trinken geben und bei ihm liegen, damit wir von unserem Vater Nachkommenschaft
am Leben erhalten! 19,33 Und sie gaben ihrem Vater in jener Nacht
Wein zu trinken, und die Erstgeborene ging hinein und legte sich zu ihrem
Vater; er aber merkte weder [etwas] von ihrem Niederlegen noch von ihrem
Aufstehen. 19,34 Und es geschah am Morgen, da sprach die Erstgeborene
zu der Jüngeren: Siehe, ich habe mich gestern abend zu meinem Vater
gelegt. Laß uns ihm auch diese Nacht Wein zu trinken geben, dann
geh hinein, liege bei ihm, damit wir von unserem Vater Nachkommenschaft
am Leben erhalten! 19,35 Da gaben sie auch in dieser Nacht ihrem
Vater Wein zu trinken, und die Jüngere stand auf und lag bei ihm;
und er merkte weder [etwas] von ihrem Niederlegen noch von ihrem Aufstehen.
19,36
Und die beiden Töchter Lots wurden von ihrem Vater schwanger.
19,37
Und die Erstgeborene gebar einen Sohn, und sie gab ihm den Namen Moab;
der ist der Vater der Moabiter bis auf diesen Tag. 19,38 Und die
Jüngere, auch sie gebar einen Sohn, und sie gab ihm den Namen Ben-Ammi.
Der ist der Vater der Söhne Ammon bis auf diesen Tag.
Abraham und Sara bei Abimelech.
Kapitel 20
20,1 Und Abraham brach von dort auf ins Land des Südens und
wohnte zwischen Kadesch und Schur. Als er sich in Gerar als Fremder aufhielt,
20,2
sagte Abraham von seiner Frau Sara: Sie ist meine Schwester. Da sandte
Abimelech, der König von Gerar, hin und ließ Sara holen. 20,3
Und Gott kam zu Abimelech im Traum der Nacht und sprach zu ihm: Siehe,
du bist des Todes wegen der Frau, die du genommen hast; denn sie ist eine
verheiratete Frau. 20,4 Abimelech aber hatte sich ihr nicht genaht;
und er sprach: Herr, willst du denn eine gerechte Nation erschlagen? 20,5
Hat er nicht selbst zu mir gesagt: Sie ist meine Schwester? Und sie, auch
sie selbst hat gesagt: Er ist mein Bruder. In Lauterkeit meines Herzens
und in Unschuld meiner Hände habe ich das getan. 20,6 Da sprach
Gott im Traum zu ihm: Auch ich weiß, daß du in Lauterkeit deines
Herzens dies getan hast, und so habe ich selbst dich auch davon abgehalten,
gegen mich zu sündigen; darum habe ich dir nicht gestattet, sie zu
berühren. 20,7 Und nun, gib die Frau des Mannes zurück!
Denn er ist ein Prophet und wird für dich bitten, daß du am
Leben bleibst! Wenn du sie aber nicht zurückgibst, so wisse, daß
du sterben mußt, du und alles, was [zu] dir gehört.
20,8
Und Abimelech stand früh am Morgen auf und rief alle seine Knechte
und redete alle diese Worte vor ihren Ohren; da fürchteten sich die
Männer sehr. 20,9 Und Abimelech rief Abraham und sagte zu ihm:
Was hast du uns angetan! Und was habe ich an dir gesündigt, daß
du über mich und über mein Königreich eine [so] große
Sünde gebracht hast? Dinge, die nicht getan werden dürfen, hast
du mir angetan. 20,10 Und Abimelech sagte zu Abraham: Was hast du
[damit] beabsichtigt, daß du dies getan hast? 20,11 Und Abraham
sprach: Weil ich [mir] sagte: Gewiß gibt es keine Gottesfurcht an
diesem Ort, und sie werden mich erschlagen um meiner Frau willen. 20,12
Und sie ist auch wirklich meine Schwester; die Tochter meines Vaters ist
sie, nur nicht die Tochter meiner Mutter; so ist sie meine Frau geworden.
20,13
Und es geschah, als Gott mich aus meines Vaters Haus [ziehen und] umherirren
ließ, da sagte ich zu ihr: Das sei deine Gefälligkeit, die du
mir erweisen mögest: An jedem Ort, wohin wir kommen, sage von mir:
Er ist mein Bruder! 20,14 Da nahm Abimelech Schafe und Rinder und
Knechte und Mägde und gab sie dem Abraham; und [auch] Sara, seine
Frau, gab er ihm zurück. 20,15 Und Abimelech sagte: Siehe,
mein Land [liegt] vor dir; wohne, wo es gut ist in deinen Augen! 20,16
Und zu Sara sagte er: Siehe, ich habe deinem Bruder tausend Silber[-Schekel]
gegeben; siehe, das sei zu deinen Gunsten eine Augendecke für alle,
die bei dir sind, und du bist in allem gerechtfertigt. 20,17 Und
Abraham betete zu Gott; und Gott heilte Abimelech und seine Frau und seine
Mägde, so daß sie [wieder Kinder] gebaren. 20,18 Denn
der HERR hatte jeden Mutterleib dem Haus Abimelech vollständig verschlossen
um Saras willen, der Frau Abrahams.
Die Geburt Isaaks.
Kapitel 21
21,1 Und der HERR suchte Sara heim, wie er gesagt hatte, und der
HERR tat an Sara, wie er geredet hatte. 21,2 Und Sara wurde schwanger
und gebar dem Abraham einen Sohn in seinem Alter, zu der bestimmten Zeit,
die Gott ihm gesagt hatte. 21,3 Und Abraham gab seinem Sohn, der
ihm geboren worden war, den Sara ihm geboren hatte, den Namen Isaak. 21,4
Und Abraham beschnitt seinen Sohn Isaak, als er acht Tage alt war, wie
Gott ihm geboten hatte. 21,5 Abraham aber war hundert Jahre alt,
als ihm sein Sohn Isaak geboren wurde. 21,6 Und Sara sagte: Gott
hat mir ein Lachen bereitet; jeder, der es hört, wird mir zulachen.
21,7
Und sie sagte: Wer hätte [je] dem Abraham verkündet: Sara stillt
einen Sohn! Denn ich habe [ihm] in seinem Alter einen Sohn geboren.
Ausweisung Hagars mit Ismael.
21,8 Und das Kind wuchs und wurde entwöhnt; und an dem Tag,
als Isaak entwöhnt wurde, bereitete Abraham ein großes Mahl.
21,9
Und Sara sah den Sohn der Ägypterin Hagar, den diese dem Abraham geboren
hatte, scherzen. 21,10 Da sagte sie zu Abraham: Vertreibe diese
Magd und ihren Sohn, denn der Sohn dieser Magd soll nicht mit meinem Sohn
Erbe werden, mit Isaak! 21,11 Und dieses Wort war sehr übel
in Abrahams Augen um seines Sohnes willen. 21,12 Aber Gott sprach
zu Abraham: Laß es nicht übel sein in deinen Augen wegen des
Jungen und wegen deiner Magd; in allem, was Sara zu dir sagt, höre
auf ihre Stimme! Denn nach Isaak soll dir [die] Nachkommenschaft genannt
werden. 21,13 Doch auch den Sohn der Magd werde ich zu einer Nation
machen, weil er dein Nachkomme ist.
21,14 Und Abraham machte sich früh am Morgen auf, und er
nahm Brot und einen Schlauch Wasser und gab es der Hagar, legte es auf
ihre Schulter und [gab ihr] das Kind und schickte sie fort. Da ging sie
hin und irrte in der Wüste von Beerscheba umher. 21,15 Als
aber das Wasser im Schlauch zu Ende war, warf sie das Kind unter einen
der Sträucher; 21,16 und sie ging und setzte sich gegenüber
hin, einen Bogenschuß weit entfernt, denn sie sagte [sich]: Ich kann
das Sterben des Kindes nicht ansehen. So setzte sie sich gegenüber
hin, erhob ihre Stimme und weinte. 21,17 Gott aber hörte die
Stimme des Jungen. Da rief der Engel Gottes der Hagar vom Himmel zu und
sprach zu ihr: Was ist dir, Hagar? Fürchte dich nicht! Denn Gott hat
auf die Stimme des Jungen gehört, dort wo er ist. 21,18 Steh
auf, nimm den Jungen, und fasse ihn mit deiner Hand! Denn ich will ihn
zu einer großen Nation machen. 21,19 Und Gott öffnete
ihre Augen, und sie sah einen Wasserbrunnen; da ging sie hin und füllte
den Schlauch mit Wasser und gab dem Jungen zu trinken. 21,20 Gott
aber war mit dem Jungen, und er wurde groß und wohnte in der Wüste;
und er wurde ein Bogenschütze. 21,21 Und er wohnte in der Wüste
Paran, und seine Mutter nahm ihm eine Frau aus dem Land Ägypten.
Abrahams Vertrag mit Abimelech.
21,22 Und es geschah zu dieser Zeit, da sagten Abimelech und Pichol,
sein Heeroberster, zu Abraham: Gott ist mit dir in allem, was du tust.
21,23
So schwöre mir nun hier bei Gott, daß du weder an mir noch an
meinem Sproß noch an meinen Nachkommen betrügerisch handeln
wirst! Nach der Gnade, die ich dir erwiesen habe, sollst du an mir tun
und an dem Land, in dem du dich als Fremder aufhältst. 21,24
Da sprach Abraham: Ich will schwören. 21,25 Abraham aber stellte
Abimelech zur Rede wegen eines Wasserbrunnens, den Abimelechs Knechte [mit
Gewalt] weggenommen hatten. 21,26 Da sagte Abimelech: Ich weiß
nicht, wer das getan hat; weder hast du es mir berichtet, noch habe ich
[davon] gehört, außer heute. 21,27 Da nahm Abraham Schafe
und Rinder und gab sie Abimelech, und die beiden schlossen einen Bund.
21,28
Und Abraham stellte sieben Schaflämmer der Herde beiseite.
21,29
Da sagte Abimelech zu Abraham: Was sollen diese sieben Schaflämmer,
die du beiseite gestellt hast? 21,30 Und er sagte: Die sieben Schaflämmer
sollst du von meiner Hand annehmen, damit mir [das] zum Zeugnis sei, daß
ich diesen Brunnen gegraben habe. 21,31 Daher nennt man diesen Ort
Beerscheba, weil sie beide dort geschworen hatten. 21,32 So schlossen
sie einen Bund in Beerscheba. Dann machten Abimelech und sein Heeroberster
Pichol sich auf und kehrten in das Land der Philister zurück. 21,33
Und Abraham pflanzte eine Tamariske in Beerscheba und rief dort den Namen
des HERRN, des ewigen Gottes, an. 21,34 Und Abraham hielt sich [noch]
lange Zeit als Fremder im Land der Philister auf.
Abrahams Opfergang nach Morija.
Kapitel 22
22,1 Und es geschah nach diesen Dingen, da prüfte Gott den
Abraham. Und er sprach zu ihm: Abraham! Und er sagte: Hier bin ich! 22,2
Und er sprach: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebhast, den
Isaak, und ziehe hin in das Land Morija, und opfere ihn dort als Brandopfer
auf einem der Berge, den ich dir nennen werde! 22,3 Da machte sich
Abraham früh am Morgen auf, sattelte seinen Esel und nahm seine beiden
Knechte mit sich und seinen Sohn Isaak. Er spaltete Holz zum Brandopfer
und machte sich auf und ging an den Ort, den Gott ihm genannt hatte. 22,4
Am dritten Tag erhob Abraham seine Augen und sah den Ort von ferne. 22,5
Da sagte Abraham zu seinen Knechten: Bleibt ihr mit dem Esel hier! Ich
aber und der Junge wollen dorthin gehen und anbeten und zu euch zurückkehren.
22,6
Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak,
und in seine Hand nahm er das Feuer und das Messer. Und sie gingen beide
miteinander. 22,7 Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham und sagte:
Mein Vater! Und er sprach: Hier bin ich, mein Sohn. Und er sagte: Siehe,
das Feuer und das Holz! Wo aber ist das Schaf zum Brandopfer? 22,8
Da sagte Abraham: Gott wird sich das Schaf zum Brandopfer ersehen, mein
Sohn. Und sie gingen beide miteinander. 22,9 Und sie kamen an den
Ort, den Gott ihm genannt hatte. Und Abraham baute dort den Altar und schichtete
das Holz auf. Dann band er seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar
oben auf das Holz. 22,10 Und Abraham streckte seine Hand aus und
nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten. 22,11 Da rief ihm
der Engel des HERRN vom Himmel her zu und sprach: Abraham, Abraham! Und
er sagte: Hier bin ich! 22,12 Und er sprach: Strecke deine Hand
nicht aus nach dem Jungen, und tu ihm nichts! Denn nun habe ich erkannt,
daß du Gott fürchtest, da du deinen Sohn, deinen einzigen, mir
nicht vorenthalten hast. 22,13 Und Abraham erhob seine Augen und
sah, und siehe, da war ein Widder hinten im Gestrüpp an seinen Hörnern
festgehalten. Da ging Abraham hin, nahm den Widder und opferte ihn anstelle
seines Sohnes als Brandopfer. 22,14 Und Abraham gab diesem Ort den
Namen `der HERR wird ersehen', von dem man heute [noch] sagt: Auf dem Berg
des HERRN wird ersehen. 22,15 Und der Engel des HERRN rief Abraham
ein zweites Mal vom Himmel her zu 22,16 und sprach: Ich schwöre
bei mir selbst, spricht der HERR, deshalb, weil du das getan und deinen
Sohn, deinen einzigen, [mir] nicht vorenthalten hast, 22,17 darum
werde ich dich reichlich segnen und deine Nachkommen überaus zahlreich
machen wie die Sterne des Himmels und wie der Sand, der am Ufer des Meeres
ist; und deine Nachkommenschaft wird das Tor ihrer Feinde in Besitz nehmen.
22,18
Und in deinem Samen werden sich segnen alle Nationen der Erde dafür,
daß du meiner Stimme gehorcht hast. 22,19 Dann kehrte Abraham
zu seinen Knechten zurück, und sie machten sich auf und zogen miteinander
nach Beerscheba; und Abraham ließ sich in Beerseba nieder.
Nachkommen Nahors.
22,20 Und es geschah nach diesen Dingen, da wurde dem Abraham berichtet:
Siehe, Milka, auch sie hat deinem Bruder Nahor Söhne geboren: 22,21
Uz, seinen Erstgeborenen, und dessen Bruder Bus und Kemuel, den Vater Arams,
22,22
und Kesed und Haso und Pildasch und Jidlaf und Betuel. 22,23 Betuel
aber zeugte Rebekka. Diese acht gebar Milka dem Nahor, Abrahams Bruder.
22,24
Und seine Nebenfrau, namens Rehuma, auch sie gebar [,nämlich] Tebach
und Gaham und Tahasch und Maacha.
Saras Tod und Begräbnis.
Kapitel 23
23,1 Und die Lebenszeit Saras betrug 127 Jahre; [das waren] die
Lebensjahre Saras. 23,2 Und Sara starb zu Kirjat-Arba, das ist Hebron,
im Land Kanaan. Und Abraham ging hin, um über Sara zu klagen und sie
zu beweinen. 23,3 Dann stand Abraham auf [und ging] weg von seiner
Toten und redete zu den Söhnen Het: 23,4 Ein Fremder und Beisasse
bin ich bei euch. Gebt mir ein Erbbegräbnis bei euch, daß ich
meine Tote von meinem Angesicht hinweg[bringe und] begrabe! 23,5
Da antworteten die Söhne Het dem Abraham und sagten zu ihm: 23,6
Höre uns an, mein Herr! Du bist ein Fürst Gottes unter uns, begrabe
deine Tote in dem auserlesensten unserer Gräber! Keiner von uns wird
dir sein Grab verweigern, deine Tote zu begraben. 23,7 Da erhob
sich Abraham und verneigte sich vor dem Volk des Landes, vor den Söhnen
Het. 23,8 Und er redete zu ihnen und sagte: Wenn es euer Wille ist,
daß ich meine Tote begrabe von meinem Angesicht hinweg, so hört
mich an, und legt Fürsprache für mich ein bei Efron, dem Sohn
Zohars, 23,9 daß er mir die Höhle Machpela gebe, die
ihm gehört, die am Ende seines Feldes [liegt]; zum vollen Kaufpreis
gebe er sie mir zu einem Erbbegräbnis in eurer Mitte! 23,10
Efron aber saß mitten unter den Söhnen Het. Und Efron, der Hetiter,
antwortete dem Abraham vor den Ohren der Söhne Het, vor allen, die
ins Tor seiner Stadt gekommen waren, und sagte: 23,11 Nein, mein
Herr, höre mir zu! Das Feld schenke ich dir; und die Höhle, die
darauf ist, dir schenke ich sie; vor den Augen der Kinder meines Volkes
schenke ich sie dir. Begrabe deine Tote! 23,12 Da verneigte sich
Abraham vor dem Volk des Landes; 23,13 und er redete zu Efron vor
den Ohren des Volkes des Landes und sagte: Ach, wenn du doch auf mich hören
wolltest! Ich gebe [dir] den Kaufpreis des Feldes. Nimm ihn von mir an,
daß ich meine Tote dort begraben kann! 23,14 Da antwortete
Efron dem Abraham und sagte zu ihm: 23,15 Mein Herr, höre mich
an! Ein Land von vierhundert Schekel Silber, was ist das zwischen mir und
dir? So begrabe deine Tote! 23,16 Und Abraham hörte auf Efron;
und Abraham wog dem Efron das Geld dar, von dem er vor den Ohren der Söhne
Het geredet hatte, vierhundert Schekel Silber, wie es beim Händler
gängig ist. 23,17 So fiel das Feld Efrons, das bei Machpela
gegenüber von Mamre [liegt], das Feld und die Höhle, die darauf
war, und alle Bäume auf dem Feld innerhalb seiner ganzen Grenze ringsum
23,18
als Besitz an Abraham vor den Augen der Söhne Het, vor allen, die
ins Tor seiner Stadt gekommen waren. 23,19 Und danach begrub Abraham
seine Frau Sara in der Höhle des Feldes von Machpela, gegenüber
von Mamre, das ist Hebron, im Land Kanaan. 23,20 So fiel das Feld
und die Höhle, die darauf war, von den Söhnen Het an Abraham
als Erbbegräbnis.
Werbung um Rebekka als Frau für Isaak.
Kapitel 24
24,1 Und Abraham war alt, hochbetagt, und der HERR hatte Abraham
in allem gesegnet. 24,2 Da sagte Abraham zu seinem Knecht, dem Ältesten
seines Hauses, der alles verwaltete, was er hatte: Lege doch deine Hand
unter meine Hüfte! 24,3 Ich will dich schwören lassen
bei dem HERRN, dem Gott des Himmels und dem Gott der Erde, daß du
meinem Sohn nicht eine Frau von den Töchtern der Kanaaniter nimmst,
in deren Mitte ich wohne. 24,4 Sondern du sollst in mein Land und
zu meiner Verwandtschaft gehen und [dort] eine Frau für meinen Sohn,
für Isaak, nehmen! 24,5 Der Knecht aber sagte zu ihm: Vielleicht
wird die Frau mir nicht in dieses Land folgen wollen. Soll ich dann deinen
Sohn in das Land zurückbringen, aus dem du ausgezogen bist? 24,6
Da sagte Abraham zu ihm: Hüte dich wohl, meinen Sohn dorthin zurückzubringen!
24,7
Der HERR, der Gott des Himmels, der mich aus dem Haus meines Vaters und
aus dem Land meiner Verwandtschaft genommen und der zu mir geredet und
der mir dies geschworen hat: Deinen Nachkommen will ich dieses Land geben,
der wird seinen Engel vor dir hersenden, daß du eine Frau für
meinen Sohn von dort holen kannst. 24,8 Wenn aber die Frau dir nicht
folgen will, so bist du frei von diesem Schwur. Nur sollst du meinen Sohn
nicht dorthin zurückbringen! 24,9 Und der Knecht legte seine
Hand unter die Hüfte Abrahams, seines Herrn, und schwor ihm [in Hinsicht]
auf dieses Wort.
24,10 Dann nahm der Knecht zehn Kamele von den Kamelen seines
Herrn und zog hin und [nahm] allerlei Gut seines Herrn mit sich. Und er
machte sich auf und zog nach Aram-Naharaim, zu der Stadt Nahors. 24,11
Und er ließ die Kamele niederknien draußen vor der Stadt am
Wasserbrunnen um die Abendzeit, zur Zeit, da die Schöpferinnen herauskommen.
24,12
Und er sagte: HERR, Gott meines Herrn Abraham, laß es mir doch heute
begegnen, und erweise Gnade an meinem Herrn Abraham! 24,13 Siehe,
ich stehe an der Wasserquelle, und die Töchter der Leute der Stadt
kommen heraus, um Wasser zu schöpfen. 24,14 Möge es nun
geschehen: Das Mädchen, zu dem ich sagen werde: `Neige doch deinen
Krug, daß ich trinke!' und das [dann] sagt: `Trinke! Und auch deine
Kamele will ich tränken', das [soll es sein, das] du für deinen
Knecht Isaak bestimmt hast! Und daran werde ich erkennen, daß du
an meinem Herrn Gnade erwiesen hast. 24,15 Und es geschah - er hatte
noch nicht ausgeredet - und siehe, da kam Rebekka heraus, die dem Betuel
geboren war, dem Sohn der Milka, der Frau Nahors, des Bruders Abrahams;
[sie trug] ihren Krug auf ihrer Schulter. 24,16 Und das Mädchen
war sehr schön von Aussehen, eine Jungfrau, und kein Mann hatte sie
erkannt. Sie stieg zur Quelle hinab, füllte ihren Krug und stieg [wieder]
herauf. 24,17 Da lief ihr der Knecht entgegen und sagte: Laß
mich doch ein wenig Wasser aus deinem Krug schlürfen! 24,18
Und sie sagte: Trinke, mein Herr! Und eilends ließ sie ihren Krug
auf ihre Hand herunter und gab ihm zu trinken. 24,19 Und als sie
ihm genug zu trinken gegeben hatte, sagte sie: Auch für deine Kamele
will ich schöpfen, bis sie genug getrunken haben. 24,20 Und
sie eilte und goß ihren Krug aus in die Tränkrinne, lief noch
einmal zum Brunnen, um zu schöpfen, und schöpfte so für
alle seine Kamele. 24,21 Der Mann aber sah ihr zu, schweigend, um
zu erkennen, ob der HERR seine Reise würde gelingen lassen oder nicht.
24,22
Und es geschah, als die Kamele genug getrunken hatten, da nahm der Mann
einen goldenen Ring, ein halber Schekel sein Gewicht, und zwei Spangen
für ihre Handgelenke, zehn [Schekel] Gold ihr Gewicht;
24,23
und er sagte: Wessen Tochter bist du? Sage es mir doch! Gibt es im Haus
deines Vaters Platz für uns zu übernachten? 24,24 Da sagte
sie zu ihm: Ich bin die Tochter Betuels, des Sohnes der Milka, den sie
dem Nahor geboren hat. 24,25 Und sie sagte [weiter] zu ihm: Sowohl
Stroh als auch Futter ist bei uns in Menge, auch Platz zum Übernachten.
24,26
Da verneigte sich der Mann und warf sich nieder vor dem HERRN
24,27
und sprach: Gepriesen sei der HERR, der Gott meines Herrn Abraham, der
seine Gnade und Treue gegenüber meinem Herrn nicht hat aufhören
lassen! Mich hat der HERR den Weg zum Haus der Brüder meines Herrn
geführt.
24,28 Das Mädchen aber lief und berichtete diese Dinge dem
Haus ihrer Mutter. 24,29 Nun hatte Rebekka einen Bruder, der hieß
Laban. Und Laban lief zu dem Mann hinaus an die Quelle. 24,30 Und
es geschah, als er den Ring sah und die Spangen an den Handgelenken seiner
Schwester und als er die Worte seiner Schwester Rebekka hörte, die
sagte: `So hat der Mann zu mir geredet', da kam er zu dem Mann; und siehe,
er stand [noch] bei den Kamelen an der Quelle. 24,31 Und er sprach:
Komm herein, du Gesegneter des HERRN! Warum stehst du draußen? Habe
ich doch schon das Haus aufgeräumt, und [auch] für die Kamele
ist Platz da. 24,32 Da kam der Mann ins Haus; und man sattelte die
Kamele ab und gab den Kamelen Stroh und Futter, [ihm] aber Wasser, um seine
Füße zu waschen und die Füße der Männer, die
bei ihm waren. 24,33 Dann wurde ihm zu essen vorgesetzt. Er aber
sagte: Ich will nicht essen, bis ich meine Worte geredet habe. Und er sagte:
Rede! 24,34 Da sagte er: Ich bin Abrahams Knecht. 24,35 Der
HERR hat meinen Herrn sehr gesegnet, so daß er groß geworden
ist. Er hat ihm Schafe und Rinder gegeben, Silber und Gold, dazu Knechte
und Mägde, Kamele und Esel. 24,36 Und Sara, die Frau meines
Herrn, hat meinem Herrn einen Sohn geboren, nachdem sie schon alt geworden
war; dem hat er alles, was er hat, übergeben. 24,37 Mein Herr
aber hat mich schwören lassen und gesagt: Du sollst für meinen
Sohn nicht eine Frau von den Töchtern der Kanaaniter nehmen, in deren
Land ich wohne; 24,38 sondern zu dem Haus meines Vaters und zu meiner
Sippe sollst du gehen und [dort] für meinen Sohn eine Frau nehmen!
24,39
Und ich sagte zu meinem Herrn: Vielleicht will die Frau mir nicht folgen.
24,40
Da sagte er zu mir: Der HERR, vor dessen Angesicht ich gelebt habe, wird
seinen Engel mit dir senden und wird deine Reise gelingen lassen, daß
du für meinen Sohn eine Frau aus meiner Sippe und aus dem Haus meines
Vaters nimmst. 24,41 Dann bist du frei von dem Schwur: Wenn du zu
meiner Sippe kommst und wenn sie sie dir nicht geben, dann bist du entlastet
von dem Schwur. 24,42 So kam ich heute zu der Quelle und sprach:
HERR, Gott meines Herrn Abraham, wenn du doch Gelingen geben wolltest zu
meinem Weg, auf dem ich gehe! 24,43 Siehe, ich stehe bei der Wasserquelle.
Möge es nun geschehen, daß das Mädchen, das herauskommt,
um zu schöpfen, und zu dem ich sage: `Gib mir doch ein wenig Wasser
aus deinem Krug zu trinken!' 24,44 und das [dann] zu mir sagt: `Trinke
du, und auch für deine Kamele will ich schöpfen', [daß
dies] die Frau sei, die der HERR für den Sohn meines Herrn bestimmt
hat! 24,45 Ich hatte in meinem Herzen noch nicht ausgeredet, siehe,
da kam Rebekka heraus mit ihrem Krug auf ihrer Schulter; und sie stieg
zur Quelle hinab und schöpfte. Da sagte ich zu ihr: Gib mir doch zu
trinken! 24,46 Und eilends ließ sie ihren Krug von ihrer Schulter
herunter und sagte: Trinke, und auch deine Kamele will ich tränken.
Da trank ich, und sie tränkte auch die Kamele. 24,47 Und ich
fragte sie und sprach: Wessen Tochter bist du? Und sie sagte: Die Tochter
Betuels, des Sohnes Nahors, den Milka ihm geboren hat. Und ich legte den
Ring an ihre Nase und die Spangen an ihre Handgelenke. 24,48 Dann
verneigte ich mich und warf mich vor dem HERRN nieder und dankte dem HERRN,
dem Gott meines Herrn Abraham, der mich den rechten Weg geführt hatte,
die Tochter des Bruders meines Herrn für seinen Sohn zu nehmen.
24,49
Und nun, wenn ihr Gnade und Treue an meinem Herrn erweisen wollt, so teilt
es mir mit; und wenn nicht, so teilt es mir [auch] mit! Und ich werde mich
zur Rechten oder zur Linken wenden.
24,50 Da antworteten Laban und Betuel und sagten: Vom HERRN ist
die Sache ausgegangen; wir können dir nichts sagen, weder Böses
noch Gutes. 24,51 Siehe, Rebekka ist vor dir: Nimm sie und geh hin,
daß sie die Frau des Sohnes deines Herrn werde, wie der HERR geredet
hat! 24,52 Und es geschah, als Abrahams Knecht ihre Worte hörte,
da warf er sich zur Erde nieder vor dem HERRN. 24,53 Und der Knecht
holte silbernes Geschmeide und goldenes Geschmeide und Kleider hervor und
gab sie der Rebekka; und Kostbarkeiten gab er ihrem Bruder und ihrer Mutter.
24,54
Dann aßen und tranken sie, er und die Männer, die bei ihm waren,
und übernachteten. Aber am Morgen standen sie auf, und er sagte: Entlaßt
mich zu meinem Herrn! 24,55 Da sagten ihr Bruder und ihre Mutter:
Laß das Mädchen [noch einige] Tage oder zehn bei uns bleiben,
danach magst du gehen. 24,56 Er aber sagte zu ihnen: Haltet mich
nicht auf, da der HERR meine Reise hat gelingen lassen; entlaßt mich,
daß ich zu meinem Herrn ziehe! 24,57 Da sagten sie: Laßt
uns das Mädchen rufen und ihren Mund befragen.
24,58 Und sie
riefen Rebekka und sagten zu ihr: Willst du mit diesem Mann gehen? Sie
sagte: Ich will gehen. 24,59 So entließen sie ihre Schwester
Rebekka mit ihrer Amme und den Knecht Abrahams und seine Männer. 24,60
Und sie segneten Rebekka und sprachen zu ihr: Du, unsere Schwester, werde
zu tausendmal Zehntausenden, und deine Nachkommen mögen das Tor ihrer
Hasse in Besitz nehmen!
24,61 Und Rebekka machte sich mit ihren Mädchen auf, und
sie bestiegen die Kamele und folgten dem Mann. Und der Knecht nahm Rebekka
und zog hin. 24,62 Isaak aber war von einem Gang zum Brunnen Lachai-Roi
gekommen; er wohnte nämlich im Land des Südens. 24,63
Und Isaak aber war hinausgegangen, um auf dem Feld zu sinnen beim Anbruch
des Abends. Und er erhob seine Augen und sah, und siehe, Kamele kamen.
24,64
Und [auch] Rebekka erhob ihre Augen und sah Isaak. Da glitt sie vom Kamel
24,65
und sagte zu dem Knecht: Wer ist dieser Mann, der uns da auf dem Feld entgegenkommt?
Und der Knecht sagte: Das ist mein Herr. Da nahm sie den Schleier und verhüllte
sich. 24,66 Der Knecht aber erzählte Isaak all die Dinge, die
er ausgerichtet hatte.
24,67 Dann führte Isaak sie in das Zelt
seiner Mutter Sara; und er nahm Rebekka, und sie wurde seine Frau, und
er gewann sie lieb. Und Isaak tröstete sich nach [dem Tod] seiner
Mutter.
Abrahams neue Ehe, Tod und Begräbnis.
V. 1-4: 1Chr 1,32.33.
Kapitel 25
25,1 Und Abraham nahm wieder eine Frau, die hieß Ketura. 25,2
Und sie gebar ihm Simran und Jokschan, Medan und Midian, Jischbak und Schuach.
25,3
Jokschan aber zeugte Saba und Dedan; und die Söhne Dedans waren die
Aschuriter und Letuschiter und Leummiter. 25,4 Und die Söhne
Midians: Efa und Efer, Henoch, Abida und Eldaa. Diese alle sind Söhne
der Ketura. - 25,5 Und Abraham gab dem Isaak alles, was er hatte.
25,6
Und den Söhnen der Nebenfrauen, die Abraham hatte, gab Abraham Geschenke;
und er schickte sie, während er noch lebte, von seinem Sohn Isaak
weg, nach Osten in das Land des Ostens. -
25,7 Und dies sind die
Tage der Lebensjahre Abrahams, die er lebte: 175 Jahre.
25,8 Und
Abraham verschied und starb in gutem Alter, alt und [der Tage] satt, und
wurde versammelt zu seinen Völkern. 25,9 Und seine Söhne
Isaak und Ismael begruben ihn in der Höhle Machpela, auf dem Feld
des Hetiters Efron, des Sohnes Zohars, das gegenüber Mamre [liegt],
25,10 [auf] dem Feld, das Abraham von den Söhnen Het gekauft
hatte; dort wurden Abraham und seine Frau Sara begraben. 25,11 Und
es geschah nach dem Tode Abrahams, da segnete Gott Isaak, seinen Sohn;
und Isaak wohnte bei dem Brunnen Lachai-Roi.
Nachkommen Ismaels.
V. 12-16: 1Chr 1,29-31
25,12 Das ist die Geschlechterfolge Ismaels, des Sohnes Abrahams,
den die Ägypterin Hagar, die Magd Saras, dem Abraham geboren hat;
25,13 und dies sind die Namen der Söhne Ismaels mit ihren Namen,
nach ihrer Geschlechterfolge: Der Erstgeborene Ismaels: Nebajot, dann Kedar
und Adbeel und Mibsam 25,14 und Mischma und Duma und Massa, 25,15
Hadad und Tema, Jetur, Nafisch und Kedma. 25,16 Das sind die Söhne
Ismaels, und das sind ihre Namen in ihren Gehöften und in ihren Zeltlagern;
zwölf Fürsten nach ihren Völkerschaften. 25,17 Und
dies sind die Lebensjahre Ismaels: 137 Jahre; und er verschied und starb
und wurde versammelt zu seinen Völkern. 25,18 Und sie wohnten
von Hawila an bis nach Schur, das vor Ägypten liegt, nach Assur hin.
So setzte er sich allen seinen Brüdern vors Gesicht.
Nachkommen Isaaks: Esau und Jakob.
25,19 Das ist die Geschlechterfolge Isaaks, des Sohnes Abrahams:
Abraham zeugte Isaak. 25,20 Und Isaak war vierzig Jahre alt, als
er sich Rebekka zur Frau nahm, die Tochter des Aramäers Betuel aus
Paddan-Aram, die Schwester des Aramäers Laban. 25,21 Und Isaak
bat den HERRN für seine Frau, denn sie war unfruchtbar; da ließ
der HERR sich von ihm erbitten, und Rebekka, seine Frau, wurde schwanger.
25,22
Und die Kinder stießen sich in ihrem Leib. Da sagte sie: Wenn es
so steht, warum [trifft] mich dies? Und sie ging hin, den HERRN zu befragen.
25,23
Der HERR aber sprach zu ihr:
Zwei Nationen sind in deinem Leib, und zwei Volksstämme scheiden
sich aus deinem Innern; und ein Volksstamm wird stärker sein als der
andere, und der Ältere wird dem Jüngeren dienen.
25,24 Und als ihre Tage erfüllt waren, daß sie gebären
sollte, siehe, da waren Zwillinge in ihrem Leib. 25,25 Und der erste
kam heraus, rötlich, ganz [und gar] wie ein haariger Mantel; und man
gab ihm den Namen Esau. 25,26 Und danach kam sein Bruder heraus,
und seine Hand hielt die Ferse Esaus. Da gab man ihm den Namen Jakob. Und
Isaak war sechzig Jahre alt, als sie geboren wurden.
25,27 Und die Jungen wuchsen heran. Esau wurde ein jagdkundiger
Mann, ein Mann des [freien] Feldes; Jakob aber war ein gesitteter Mann,
der bei den Zelten blieb. 25,28 Und Isaak hatte Esau lieb, denn
Wildbret war nach seinem Mund; Rebekka aber hatte Jakob lieb.
Esau verkauft sein Erstgeburtsrecht.
25,29 Einst kochte Jakob ein Gericht. Da kam Esau vom Feld, und
er war erschöpft. 25,30 Und Esau sagte zu Jakob: Laß
mich doch schnell essen von dem Roten, dem Roten da, denn ich bin erschöpft!
Darum gab man ihm den Namen Edom. 25,31 Da sagte Jakob: Verkaufe
mir heute dein Erstgeburtsrecht! 25,32 Esau sagte: Siehe, ich gehe
[ja doch] dem Sterben entgegen. Was soll mir da das Erstgeburtsrecht? 25,33
Jakob aber sagte: Schwöre mir heute! Da schwor er ihm und verkaufte
sein Erstgeburtsrecht an Jakob. 25,34 Und Jakob gab Esau Brot und
ein Gericht Linsen; und er aß und trank und stand auf und ging davon.
So verachtete Esau das Erstgeburtsrecht.
Isaak und Abimelech.
Kapitel 26
26,1 Und es entstand eine Hungersnot im Lande, nach der vorigen
Hungersnot, die in den Tagen Abrahams gewesen war. Da ging Isaak zu Abimelech,
dem König der Philister, nach Gerar. 26,2 Und der HERR erschien
ihm und sprach: Zieh nicht hinab nach Ägypten; bleibe in dem Land,
das ich dir sage! 26,3 Halte dich als Fremder auf in diesem Land!
Und ich werde mit dir sein und dich segnen; denn dir und deinen Nachkommen
werde ich alle diese Länder geben, und ich werde den Schwur aufrecht
erhalten, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe. 26,4 Und
ich werde deine Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne des Himmels
und deinen Nachkommen alle diese Länder geben; und mit deinen Nachkommen
werden sich segnen alle Nationen der Erde 26,5 dafür, daß
Abraham meiner Stimme gehorcht und meine Vorschriften gehalten hat, meine
Gebote, meine Ordnungen und meine Gesetze. 26,6 So blieb Isaak in
Gerar.
26,7 Als nun die Männer des Ortes sich nach seiner Frau
erkundigten, da sagte er: Sie ist meine Schwester. Denn er fürchtete
sich zu sagen: meine Frau. [Er dachte nämlich:] Die Männer des
Ortes könnten mich sonst wegen Rebekka erschlagen; denn sie ist schön
von Aussehen. 26,8 Und es geschah, als er längere Zeit dort
war, da blickte Abimelech, der König der Philister, durchs Fenster
herab und er sah, und siehe, Isaak koste mit Rebekka, seiner Frau. 26,9
Da rief Abimelech den Isaak und sagte: Siehe, sie ist ja deine Frau! Wie
konntest du sagen: Sie ist meine Schwester? Da sagte Isaak zu ihm: Weil
ich [mir] sagte: Ich könnte sonst ihretwegen sterben. 26,10
Und Abimelech sprach: Was hast du uns da angetan! Wie leicht hätte
einer aus dem Volk bei deiner Frau liegen können, und du hättest
Schuld über uns gebracht. 26,11 Und Abimelech befahl allem
Volk: Wer diesen Mann und seine Frau antastet, muß getötet werden.
26,12 Und Isaak säte in diesem Land und gewann in jenem
Jahr das Hundertfache; so segnete ihn der HERR. 26,13 Und der Mann
wurde reich und wurde immer reicher, bis er sehr reich war. 26,14
Und er hatte Schafherden und Rinderherden und viel Gesinde. Da beneideten
ihn die Philister. 26,15 Und alle Brunnen, die die Knechte seines
Vaters in den Tagen seines Vaters Abraham gegraben hatten, die verstopften
die Philister und füllten sie mit Erde. 26,16 Und Abimelech
sagte zu Isaak: Zieh weg von uns, denn du bist uns viel zu mächtig
geworden! 26,17 Da zog Isaak von dort [weg] und schlug sein Lager
im Tal Gerar auf und blieb dort.
26,18 Und Isaak grub die Wasserbrunnen wieder auf, die sie in
den Tagen seines Vaters Abraham gegraben und die die Philister nach Abrahams
Tod verstopft hatten; und er gab ihnen [dieselben] Namen wie die Namen,
die ihnen sein Vater gegeben hatte. 26,19 Und die Knechte Isaaks
gruben im Tal und fanden dort einen Brunnen mit lebendigem Wasser. 26,20
Da stritten sich die Hirten von Gerar mit den Hirten Isaaks und sagten:
Uns gehört das Wasser! Da gab er dem Brunnen den Namen Esek, weil
sie mit ihm gezankt hatten. 26,21 Dann gruben sie einen anderen
Brunnen, aber auch um den stritten sie sich. Da gab er ihm den Namen Sitna.
26,22
Und er brach von dort auf und grub [noch] einen anderen Brunnen, und um
den stritten sie sich nicht. Da gab er ihm den Namen Rechobot und sagte:
Denn jetzt hat der HERR uns weiten Raum geschafft, und wir werden fruchtbar
sein im Land. 26,23 Dann zog er von dort hinauf nach Beerscheba.
26,24
Und der HERR erschien ihm in jener Nacht und sprach: Ich bin der Gott deines
Vaters Abraham. Fürchte dich nicht! Denn ich bin mit dir, und ich
werde dich segnen und deine Nachkommen vermehren um meines Knechtes Abraham
willen. 26,25 Und der baute dort einen Altar und rief den Namen
des HERRN an und schlug dort sein Zelt auf. Und die Knechte Isaaks gruben
dort einen Brunnen.
26,26 Und Abimelech kam zu ihm aus Gerar mit seinem Freund Ahusat
und seinem Heerobersten Pichol. 26,27 Da sagte Isaak zu ihnen: Warum
kommt ihr zu mir, da ihr mich doch haßt und mich von euch weggeschickt
habt? 26,28 Sie aber sagten: Wir haben deutlich gesehen, daß
der HERR mit dir ist; und wir haben [uns] gesagt: Es soll ein Schwur zwischen
uns sein, zwischen uns und dir; wir wollen einen Bund mit dir schließen,
26,29
daß du uns nichts Böses antust, so wie wir dich nicht angetastet
haben und wie wir dir nur Gutes erwiesen und dich haben in Frieden ziehen
lassen. Du bist nun einmal ein Gesegneter des HERRN.
26,30 Da machte
er ihnen ein Mahl, und sie aßen und tranken.
26,31 Und sie
standen früh am Morgen auf und schworen einer dem andern. Dann entließ
Isaak sie, und sie gingen in Frieden von ihm fort. - 26,32 Und es
geschah an jenem Tag, da kamen Isaaks Knechte und berichteten ihm von dem
Brunnen, den sie gegraben hatten, und sagten zu ihm: Wir haben Wasser gefunden.
26,33
Da nannte er ihn Sibea; daher [lautet] der Name der Stadt Beerscheba bis
auf diesen Tag.
Esaus erste Heirat.
26,34 Und Esau war vierzig Jahre alt, da nahm er Jehudit, die Tochter
des Hetiters Beeri, zur Frau und Basemat, die Tochter des Hetiters Elon.
26,35
Und sie waren ein Herzeleid für Isaak und Rebekka.
Jakobs Betrug - Isaaks Segen.
Kapitel 27
27,1 Und es geschah, als Isaak alt geworden und seine Augen trübe
waren, so daß er nicht mehr sehen konnte, da rief er seinen älteren
Sohn Esau und sagte zu ihm: Mein Sohn! Und er sagte zu ihm: Hier bin ich!
27,2
Und er sagte: Siehe doch, ich bin alt geworden, ich kenne nicht den Tag
meines Todes. 27,3 Und nun nimm doch dein [Jagd-]Gerät, deinen
Köcher und deinen Bogen, und gehe hinaus aufs Feld und erjage mir
ein Wildbret; 27,4 und bereite mir einen Leckerbissen, wie ich ihn
liebe, und bring ihn mir her, daß ich esse, damit meine Seele dich
segnet, bevor ich sterbe! 27,5 Rebekka aber hatte gehört, wie
Isaak zu seinem Sohn Esau redete. Und Esau ging aufs Feld, um ein Wildbret
zu erjagen, um es [heim]zubringen. 27,6 Da sagte Rebekka zu ihrem
Sohn Jakob: Siehe, ich habe deinen Vater zu deinem Bruder Esau so reden
hören: 27,7 Bring mir ein Wildbret und bereite mir einen Leckerbissen,
daß ich esse und daß ich dich vor dem HERRN segne, bevor ich
sterbe! 27,8 Und nun, mein Sohn, höre auf meine Stimme in dem,
was ich dir auftrage! 27,9 Geh doch zur Herde, und hole mir von
dort zwei gute Ziegenböckchen! Und ich will sie zu einem Leckerbissen
für deinen Vater zubereiten, wie er es liebt. 27,10 Dann sollst
du es deinem Vater bringen, daß er ißt, damit er dich vor seinem
Tod segnet. 27,11 Da sagte Jakob zu Rebekka, seiner Mutter: Siehe,
mein Bruder Esau ist ein behaarter Mann, und ich bin ein glatter Mann.
27,12
Vielleicht betastet mich mein Vater; dann wäre ich in seinen Augen
wie einer, der Spott [mit ihm] treibt, und würde Fluch auf mich bringen
und nicht Segen. 27,13 Seine Mutter aber sagte zu ihm: Dein Fluch
[komme] auf mich, mein Sohn! Höre nur auf meine Stimme, und geh, hole
mir!
27,14 Und er ging und holte und brachte [sie] seiner Mutter.
Und seine Mutter bereitete einen Leckerbissen, wie sein Vater es gern hatte.
27,15
Dann nahm Rebekka die guten Kleider ihres älteren Sohnes Esau, die
bei ihr im Haus waren, und zog sie ihrem jüngeren Sohn Jakob an. 27,16
Die Felle der Ziegenböckchen aber zog sie über seine Hände
und über die Glätte seines Halses, 27,17 und sie gab den
Leckerbissen und das Brot, das sie bereitet hatte, in die Hand ihres Sohnes
Jakob.
27,18 So ging er zu seinem Vater hinein und sagte: Mein Vater!
Und er sagte: Hier bin ich. Wer bist du, mein Sohn? 27,19 Da sagte
Jakob zu seinem Vater: Ich bin Esau, dein Erstgeborener; ich habe getan,
wie du zu mir geredet hast. Richte dich doch auf, setze dich, und iß
von meinem Wildbret, damit deine Seele mich segnet! 27,20 Isaak
aber sagte zu seinem Sohn: Wie hast du es denn so schnell gefunden, mein
Sohn? Er sagte: Weil der HERR, dein Gott, es mir begegnen ließ. 27,21
Da sagte Isaak zu Jakob: Tritt doch heran, daß ich dich betaste,
mein Sohn, ob du wirklich mein Sohn Esau bist oder nicht! 27,22
Und Jakob trat zu seinem Vater Isaak heran; und er betastete ihn und sagte:
Die Stimme ist Jakobs Stimme, aber die Hände sind Esaus Hände.
27,23
Und er erkannte ihn nicht, weil seine Hände behaart waren wie die
Hände seines Bruders Esau. Da segnete er ihn. 27,24 Und er
sagte: Bist du wirklich mein Sohn Esau? Er aber sagte: Ich bin's.
27,25
Da sagte er: Reiche es mir her! Ich will von dem Wildbret meines Sohnes
essen, damit meine Seele dich segnet. Und er reichte es ihm hin, so daß
er aß. Auch brachte er ihm Wein, und er trank.
27,26 Dann
sagte sein Vater Isaak zu ihm: Tritt doch heran und küß mich,
mein Sohn! Da trat er heran und küßte ihn. 27,27 Und
als er den Geruch seiner Kleider roch, da segnete er ihn und sprach:
Siehe, der Geruch meines Sohnes ist wie der Geruch eines Feldes, das
der HERR gesegnet hat.
27,28 So gebe dir Gott vom Tau des Himmels und vom Fett der Erde
und von Korn und Most die Fülle!
27,29 Völker sollen dir dienen und Völkerschaften sich
vor dir niederbeugen! Sei Herr über deine Brüder, und vor dir
sollen sich niederbeugen die Söhne deiner Mutter! Die dir fluchen,
seien verflucht, und die dich segnen, seien gesegnet!
27,30 Und es geschah, sobald Isaak geendet hatte, Jakob zu segnen,
ja, es geschah, als Jakob gerade eben von seinem Vater Isaak hinausgegangen
war, da kam sein Bruder Esau von seiner Jagd. 27,31 Und auch er
bereitete einen Leckerbissen, brachte ihn zu seinem Vater und sagte zu
seinem Vater: Mein Vater richte sich auf und esse von dem Wildbret seines
Sohnes, damit deine Seele mich segne! 27,32 Da sagte sein Vater
Isaak zu ihm: Wer bist du? Er sagte: Ich bin dein erstgeborener Sohn Esau.
27,33
Da erschrak Isaak mit großem Schrecken über alle Massen und
sagte: Wer war denn der, der ein Wildbret erjagt und mir gebracht hat,
daß ich von allem gegessen habe, bevor du kamst, und ich ihn gesegnet
habe? Er wird auch gesegnet bleiben. 27,34 Als Esau die Worte seines
Vaters hörte, da schrie er mit lautem und erbittertem Geschrei über
alle Massen und sagte zu seinem Vater: Segne mich, auch mich, mein Vater!
27,35
Er aber sagte: Dein Bruder ist mit Betrug gekommen und hat deinen Segen
weggenommen. 27,36 Da sagte er: Heißt er darum Jakob, weil
er mich nun [schon] zweimal betrogen hat? Mein Erstgeburtsrecht hat er
genommen, und siehe, jetzt hat er [auch] meinen Segen genommen! Und er
sagte: Hast du mir keinen Segen aufbehalten? 27,37 Da antwortete
Isaak und sagte zu Esau: Siehe, ich habe ihn zum Herrn über dich gesetzt
und alle seine Brüder ihm zu Knechten gegeben, und mit Korn und Most
habe ich ihn versehen, und nun, was kann ich [da noch] für dich tun,
mein Sohn? 27,38 Da sagte Esau zu seinem Vater: Hast du [nur diesen]
einen Segen, mein Vater? Segne mich, auch mich, mein Vater! Und Esau erhob
seine Stimme und weinte. 27,39 Da antwortete sein Vater Isaak und
sagte zu ihm:
Siehe, fern vom Fett der Erde wird dein Wohnsitz sein und fern vom Tau
des Himmels oben.
27,40 Von deinem Schwert wirst du leben, und deinem Bruder wirst
du dienen. Doch wird es geschehen, wenn du dich losmachst, wirst du sein
Joch von deinem Hals wegreißen.
Esaus Rachegedanken.
27,41 Und Esau war dem Jakob Feind wegen des Segens, mit dem sein
Vater ihn gesegnet hatte; und Esau sagte in seinem Herzen: Es nahen die
Tage der Trauer um meinen Vater, dann werde ich meinen Bruder Jakob erschlagen.
27,42
Als nun der Rebekka die Worte ihres älteren Sohnes Esau berichtet
wurden, da sandte sie hin, rief ihren jüngeren Sohn Jakob und sagte
zu ihm: Siehe, dein Bruder Esau will an dir Rache nehmen [und] dich erschlagen.
27,43
Und nun, mein Sohn, höre auf meine Stimme, und mache dich auf, flieh
zu meinem Bruder Laban, nach Haran; 27,44 und bleib einige Tage
bei ihm, bis der Grimm deines Bruders sich wendet,
27,45 bis der
Zorn deines Bruders sich von dir abwendet und er vergißt, was du
ihm angetan hast! Dann will ich hinsenden und dich von dort holen lassen.
Warum sollte ich euch beide an einem Tag verlieren?
27,46 Und Rebekka sagte zu Isaak: Ich bin des Lebens überdrüssig
wegen der Töchter Hets. Wenn Jakob [auch] eine Frau wie diese nimmt,
von den Töchtern Hets, von den Töchtern des Landes, was sollte
mir [dann noch] das Leben?
Jakobs Flucht nach Haran.
Kapitel 28
28,1 Da rief Isaak den Jakob und segnete ihn. Und er befahl ihm
und sagte zu ihm: Nimm dir nicht eine Frau von den Töchtern Kanaans!
28,2
Mache dich auf, geh nach Paddan-Aram zum Haus Betuels, des Vaters deiner
Mutter, und nimm dir von dort eine Frau von den Töchtern Labans, des
Bruders deiner Mutter! 28,3 Gott, der Allmächtige, segne dich
und mache dich fruchtbar und vermehre dich, daß du zu einer Schar
von Völkern werdest; 28,4 und er gebe dir den Segen Abrahams,
dir und deiner Nachkommenschaft mit dir, damit du das Land deiner Fremdlingschaft,
das Gott dem Abraham gegeben hat, in Besitz nehmest! 28,5 So entließ
Isaak den Jakob, und er ging nach Paddan-Aram zu Laban, dem Sohn des Aramäers
Betuel, dem Bruder Rebekkas, der Mutter Jakobs und Esaus.
Esaus andere Frau.
28,6 Und als Esau sah, daß Isaak den Jakob gesegnet und ihn
nach Paddan-Aram entlassen hatte, sich von dort eine Frau zu nehmen, indem
er ihn segnete und ihm gebot: Nimm ja nicht eine Frau von den Töchtern
Kanaans! 28,7 und daß Jakob seinem Vater und seiner Mutter
gehorchte und nach Paddan-Aram ging, 28,8 da sah Esau, daß
die Töchter Kanaans übel waren in den Augen seines Vaters Isaak,
28,9
und Esau ging zu Ismael und nahm sich Mahalat zur Frau, die Tochter Ismaels,
des Sohnes Abrahams, die Schwester Nebajots, zu seinen [anderen] Frauen
hinzu.
Jakobs Traum und Gelübde.
28,10 Und Jakob zog aus von Beerscheba und ging nach Haran. 28,11
Und er gelangte an eine Stätte und übernachtete dort; denn die
Sonne war [schon] untergegangen. Und er nahm [einen] von den Steinen der
Stätte und legte ihn an sein Kopfende und legte sich nieder an jener
Stätte. 28,12 Und er träumte: und siehe, eine Leiter war
auf die Erde gestellt, und ihre Spitze berührte den Himmel; und siehe,
Engel Gottes stiegen darauf auf und nieder. 28,13 Und siehe, der
HERR stand über ihr und sprach: Ich bin der HERR, der Gott deines
Vaters Abraham und der Gott Isaaks; das Land, auf dem du liegst, dir will
ich es geben und deiner Nachkommenschaft. 28,14 Und deine Nachkommenschaft
soll wie der Staub der Erde werden, und du wirst dich ausbreiten nach Westen
und nach Osten und nach Norden und nach Süden hin; und in dir und
in deiner Nachkommenschaft sollen gesegnet werden alle Geschlechter der
Erde. 28,15 Und siehe, ich bin mit dir, und ich will dich behüten
überall, wohin du gehst, und dich in dieses Land zurückbringen;
denn ich werde dich nicht verlassen, bis ich getan, was ich zu dir geredet
habe. 28,16 Da erwachte Jakob aus seinem Schlaf und sagte: Fürwahr,
der HERR ist an dieser Stätte, und ich habe es nicht erkannt! 28,17
Und er fürchtete sich und sagte: Wie furchtbar ist diese Stätte!
Dies ist nichts anderes als das Haus Gottes, und dies die Pforte des Himmels.
28,18
Und Jakob stand früh am Morgen auf und nahm den Stein, den er an sein
Kopfende gelegt hatte, und stellte ihn auf als Gedenkstein und goß
Öl auf seine Spitze. 28,19 Und er gab dieser Stätte den
Namen Bethel. Im Anfang jedoch war Lus der Name der Stadt.
28,20
Und Jakob legte ein Gelübde ab und sagte: Wenn Gott mit mir ist und
mich behütet auf diesem Weg, den ich gehe, und mir Brot zu essen und
Kleidung anzuziehen gibt 28,21 und ich in Frieden zurückkehre
zum Haus meines Vaters, dann soll der HERR mein Gott sein. 28,22
Und dieser Stein, den ich als Gedenkstein aufgestellt habe, soll ein Haus
Gottes werden; und alles, was du mir geben wirst, werde ich dir treu verzehnten.
Jakobs Ankunft und Dienst bei Laban.
Kapitel 29
29,1 Und Jakob machte sich auf und ging in das Land der Söhne
des Ostens. 29,2 Und er sah, und siehe, [da war] ein Brunnen auf
dem Feld; und siehe, drei Schafherden lagerten dort an ihm, denn aus diesem
Brunnen tränkte man die Herden; und der Stein auf der Öffnung
des Brunnens war groß. 29,3 Und waren alle Herden dort versammelt,
dann wälzte man den Stein von der Öffnung des Brunnens und tränkte
die Schafe; dann brachte man den Stein wieder auf die Öffnung des
Brunnens an seine Stelle. 29,4 Und Jakob sagte zu ihnen: Meine Brüder,
woher seid ihr? Und Sie sagten: Wir sind von Haran. 29,5 Da sagte
er zu ihnen: Kennt ihr Laban, den Sohn Nahors? Sie sagten: Wir kennen ihn.
29,6
Und er sagte zu ihnen: Geht es ihm gut? sie sagten: [Es geht ihm] gut;
doch siehe, da kommt seine Tochter Rahel mit den Schafen. 29,7 Da
sagte er: Siehe, es ist noch hoch am Tag, es ist nicht Zeit, das Vieh zu
sammeln. Tränkt die Schafe, und geht hin, weidet [sie]! 29,8
Sie aber sagten: Wir können nicht, bis alle Herden sich versammelt
haben; dann wälzt man den Stein von der Öffnung des Brunnens
und wir tränken die Schafe.
29,9 Noch redete er mit ihnen, da kam Rahel mit den Schafen,
die ihrem Vater gehörten; denn sie war eine Hirtin. 29,10 Und
es geschah, als Jakob die Rahel sah, die Tochter Labans, des Bruders seiner
Mutter, und die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter, da trat Jakob
hinzu und wälzte den Stein von der Öffnung des Brunnens und tränkte
die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter. 29,11 Und Jakob küßte
Rahel und erhob seine Stimme und weinte. 29,12 Und Jakob berichtete
Rahel, daß er ein Neffe ihres Vaters und daß er der Sohn Rebekkas
sei. Da lief sie und berichtete es ihrem Vater. 29,13 Und es geschah,
als Laban die Nachricht von Jakob, dem Sohn seiner Schwester, hörte,
da lief er ihm entgegen und umarmte ihn und küßte ihn und führte
ihn in sein Haus. Und er erzählte dem Laban alle diese Dinge. 29,14
Und Laban sagte zu ihm: Fürwahr, du bist mein Bein und mein Fleisch.
Und er blieb bei ihm einen Monat lang.
29,15 Und Laban sagte zu Jakob: Solltest du, weil du mein Neffe
bist, mir umsonst dienen? Sag mir, was soll dein Lohn sein? 29,16
Laban aber hatte zwei Töchter; der Name der älteren war Lea und
der Name der jüngeren Rahel. 29,17 Leas Augen waren matt; Rahel
aber war schön von Gestalt und schön von Aussehen. 29,18
Und Jakob liebte Rahel; so sagte er: Ich will dir sieben Jahre für
deine jüngere Tochter Rahel dienen. 29,19 Da sagte Laban: Besser,
ich gebe sie dir, als daß ich sie einem andern Mann gebe. Bleibe
bei mir! 29,20 So diente Jakob für Rahel sieben Jahre; und
sie waren in seinen Augen wie einige [wenige] Tage, weil er sie liebte.
Jakobs Heirat.
29,21 Und Jakob sagte zu Laban: Gib [mir nun] meine Frau! Denn meine
Tage sind erfüllt, daß ich zu ihr eingehe. 29,22 Da versammelte
Laban alle Männer des Ortes und veranstaltete ein Mahl. 29,23
Und es geschah am Abend, da nahm er seine Tochter Lea und brachte sie zu
ihm; und er ging zu ihr ein. 29,24 Und Laban gab ihr, seiner Tochter
Lea, seine Magd Silpa als Magd. 29,25 Und es geschah am Morgen,
siehe, da war es Lea. Da sagte er zu Laban: Was hast du mir da angetan?
Habe ich nicht für Rahel bei dir gedient? Warum hast du mich betrogen?
29,26
Laban aber sagte: Das tut man an unserm Ort nicht, die Jüngere vor
der Erstgeborenen zu geben. 29,27 Vollende die [Hochzeits-]Woche
[mit] dieser! Dann wollen wir dir auch jene geben, für den Dienst,
den du bei mir noch weitere sieben Jahre dienen sollst. 29,28 Und
Jakob tat so und vollendete die [Hochzeits-]Woche [mit] dieser. Dann gab
er ihm seine Tochter Rahel zur Frau. 29,29 Und Laban gab seiner
Tochter Rahel seine Magd Bilha als ihre Magd. 29,30 Da ging er auch
zu Rahel ein. Und er liebte auch Rahel, mehr als Lea. Und er diente bei
ihm noch weitere sieben Jahre.
Jakobs Kinder.
29,31 Und als der HERR sah, daß Lea zurückgesetzt war,
da öffnete er ihren Mutterleib; Rahel aber war unfruchtbar. 29,32
Und Lea wurde schwanger und gebar einen Sohn, und sie gab ihm den Namen
Ruben, denn sie sagte: Ja, der HERR hat mein Elend angesehen. Denn jetzt
wird mein Mann mich lieben. 29,33 Und sie wurde wieder schwanger
und gebar einen Sohn; und sie sagte: Ja, der HERR hat gehört, daß
ich zurückgesetzt bin, so hat er mir auch den gegeben. Und sie gab
ihm den Namen Simeon. 29,34 Und sie wurde wieder schwanger und gebar
einen Sohn; da sagte sie: Diesmal endlich wird sich mein Mann an mich anschließen,
denn ich habe ihm drei Söhne geboren. Darum gab man ihm den Namen
Levi. 29,35 Dann wurde sie noch einmal schwanger und gebar einen
Sohn; und sie sagte: Diesmal will ich den HERRN preisen! Darum gab sie
ihm den Namen Juda. Und sie hörte auf zu gebären.
Kapitel 30
30,1 Und als Rahel sah, daß sie dem Jakob nicht gebar, da
war Rahel auf ihre Schwester eifersüchtig und sagte zu Jakob: Gib
mir Kinder! Und wenn nicht, dann sterbe ich. 30,2 Da entbrannte
Jakobs Zorn gegen Rahel, und er sagte: Bin ich an Gottes Stelle, der dir
Leibesfrucht vorenthalten hat? 30,3 Sie sagte: Siehe, [da ist] meine
Magd Bilha. Geh zu ihr ein, daß sie auf meinen Knien gebäre
und auch ich aus ihr erbaut werde! 30,4 Und sie gab ihm ihre Magd
Bilha zur Frau; und Jakob ging zu ihr ein. 30,5 Da wurde Bilha schwanger
und gebar Jakob einen Sohn. 30,6 Rahel aber sagte: Gott hat mir
Recht verschafft und auch auf meine Stimme gehört und mir einen Sohn
gegeben. Darum gab sie ihm den Namen Dan. 30,7 Und Rahels Magd Bilha
wurde noch einmal schwanger und gebar dem Jakob einen zweiten Sohn. 30,8
Da sprach Rahel: Kämpfe Gottes habe ich mit meiner Schwester gekämpft,
habe auch gesiegt. Und sie gab ihm den Namen Naftali.
30,9 Und als Lea sah, daß sie aufhörte zu gebären,
da nahm sie ihre Magd Silpa und gab sie Jakob zur Frau. 30,10 Und
Silpa, die Magd Leas, gebar dem Jakob einen Sohn. 30,11 Da sagte
Lea: Zum Glück! Und sie gab ihm den Namen Gad. 30,12 Und Silpa,
die Magd Leas, gebar dem Jakob einen zweiten Sohn. 30,13 Da sprach
Lea: Zu meiner Glückseligkeit! Denn glückselig preisen mich die
Töchter. Und sie gab ihm den Namen Asser.
30,14 Und Ruben ging aus in den Tagen der Weizenernte und fand
Dudaim auf dem Feld; und er brachte sie seiner Mutter Lea. Da sagte Rahel
zu Lea: Gib mir doch von den Dudaim de